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Nachrichten

Montag, 6. September 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Nach monatelangem Streit hat die Koalition von CDU/CSU und FDP beschlossen, die Atomkraftwerke in Deutschland länger am Netz zu lassen als bisher vorgesehen. Ein Spitzentreffen im Kanzleramt brachte den Durchbruch. Umweltminister Röttgen erklärte, die Laufzeiten der älteren Kernkraftwerke sollten um acht, die der neuen um 14 Jahre verlängert werden. Der letzte Meiler soll demnach erst 2040 vom Netz gehen. Im Gegenzug will die Koalition die Betreiber stärker zur Kasse bitten. Neben der auf sechs Jahre angelegten und schon vereinbarten Brennelementesteuer von jährlich 2,3 Milliarden Euro ist eine Abgabe zum Ausbau erneuerbarer Energien geplant. Wirtschaftsminister Brüderle nannte dabei einen Zusatzbeitrag von 15 Milliarden Euro. Geplant ist, die Laufzeitverlängerung ohne die Einschaltung des Bundesrats zu beschließen. Die Opposition kündigte bereits Verfassungsbeschwerde an. SPD, Grüne und Linkspartei warfen der Bundesregierung vor, sie gefährde die Sicherheit der Menschen zugunsten der Profitinteressen der Industrie.

ISLAMABAD: Mindestens 17 Menschen sind bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeiwache im Nordwesten von Pakistan getötet worden. Ein Selbstmordattentäter hatte nach Angaben der Sicherheitskräfte ein mit Sprengstoff beladenes Auto in die Polizeistation der Stadt Lakki Marwat gerammt. Bevor der Attentäter in die Polizeiwache gefahren sei, habe er einen Schulbus gerammt und dabei auch Kinder getötet. - Es war der dritte Selbstmordanschlag in Pakistan in weniger als einer Woche.

JERUSALEM: Der israelische Außenminister Lieberman hat angekündigt, mit seiner ultranationalistischen Partei "Israel Beitenu" jeden Versuch einer Verlängerung des israelischen Siedlungsmoratoriums blockieren zu wollen. "Israel Beitenu" habe genügend Einfluss im Parlament, um sicherzustellen, dass eine solche Entscheidung nicht angenommen werde, sagte Lieberman im Armeerundfunk. Die Partei des Außenministers ist in der Regierungskoalition von Ministerpräsident Netanjahu zweitstärkste Kraft. - Die israelische Siedlungspolitik ist einer der Haupt-Konfliktpunkte im Friedensprozess im Nahen Osten. Die Palästinenser fordern einen vollständigen Siedlungsstopp im Westjordanland. Auf Druck der USA hatte Israel im vergangenen November einen zunächst auf zehn Monate befristeten Baustopp für jüdische Siedlungen im Westjordanland verhängt. Dieses Moratorium läuft am 26. September aus.

SEOUL: Nordkorea will die sieben Besatzungsmitglieder eines aufgebrachten Fischkutters aus Südkorea wieder freilassen. Die Entscheidung zur Freilassung sei aus humanitären Gründen getroffen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Die Crew habe zugegeben, in die Wirtschaftszone Nordkoreas vor der Ostküste eingedrungen zu sein. - Das Fischerboot mit vier Südkoreanern und drei Chinesen an Bord war vor knapp einem Monat aufgebracht und in einen nordkoreanischen Hafen geschleppt worden.

GUATEMALA-STADT: Durch heftige Regenfälle ausgelöste Erdrutsche haben im mittelamerikanischen Guatemala zahlreiche Menschen in den Tod gerissen. In jüngsten Berichten der Katastrophenschutz-Behörde ist von etwa 40 Toten die Rede, etliche Personen werden noch vermisst. Rund 40.000 Menschen seien durch die Unwetter obdachlos geworden. Staatspräsident Colom, der am Wochenende den Notstand ausgerufen hatte, sprach von einer "nationalen Tragödie".

MÜNCHEN: Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Geschäftsmanns Dominik Brunner hat das Landgericht München langjährige Haftstrafen verhängt. Der als Haupttäter geltende 19-Jährige wurde wegen Mordes zu neun Jahren und zehn Monaten Jugendhaft verurteilt. Sein 18-jähriger Begleiter erhielt wegen Körperverletzung mit Todesfolge sieben Jahre Jugendhaft. Den beiden Angeklagten wurde zur Last gelegt, Brunner vor fast einem Jahr an einem Münchner S-Bahnhof getreten und geschlagen zu haben, nachdem er sich schützend vor eine Gruppe Schüler gestellt hatte. Brunner war noch am Bahnsteig gestorben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viel Sonnenschein bei Höchstwerten von 14 bis 23 Grad.

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