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Nachrichten

Montag, 6. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Angesichts der dramatischen Zuspitzung der Krise am Finanzmarkt hat die Bundesregierung erstmals eine Staatsgarantie für alle privaten Spareinlagen gegeben. Damit soll verhindert werden, dass Sparer größere Summen von den Banken abziehen und die Geldinstitute dadurch weiter in Bedrängnis geraten. Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück betonten, die Garantie umfasse Spargeldeinlagen und Geld auf privaten Girokonten. Steinbrück bezifferte den Wert zunächst auf 568 Milliarden Euro. Insgesamt müsse aber für mehr als doppelt soviel gebürgt werden, erläuterte ein Ministeriumssprecher. --- In den vergangenen Tagen hatten bereits Irland und Griechenland die Einlagen der Sparer in unbegrenzter Höhe garantiert. Auch in Dänemark einigten sich Regierung und Banken auf Maßnahmen zum Schutz von Spareinlagen.

TOKIO/ FRANKFURT AM MAIN: Zweifel an der Wirksamkeit des US-Rettungspakets und Sorgen um die europäischen Banken haben die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. In Tokio fiel der Nikkei-Index auf den niedrigsten Stand seit viereinhalb Jahren und ging mit einem Minus von 4,25 Prozent vom Parkett. Auch an anderen Handelsplätzen in Fernost gaben die Aktienkurse stark nach. In Frankfurt, London und Paris wurden zum Auftakt massive Verluste verbucht, ebenso wie in Moskau.

BERLIN: Der von der Pleite bedrohte Münchner Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate HRE ist vorerst gerettet. Bundesregierung, Banken und Versicherungsbranche verständigten sich nach stundenlangen Diskussionen darauf, das Hilfspaket für den Konzern von 35 auf 50 Milliarden Euro aufzustocken. Nach Angaben des Finanzministeriums bekommt die HRE-Gruppe von den Banken einen weiteren Liquiditätskredit von 15 Milliarden Euro. Damit sei der Refinanzierungsbedarf bis zum Jahresende gesichert. Der Bürgschaftsrahmen des Bundes von bis zu 35 Milliarden Euro bleibe unverändert. Auch von Regierungsseite wurden die Forderungen lauter nach einem schnellen Rücktritt von HRE-Chef Georg Funke, der das wahre Ausmaß der Krise lange verschleiert habe.

BRÜSSEL: Die französische Großbank BNP Paribas steigt in großem Stil beim angeschlagenen Finanzkonzern Fortis ein. Das bestätigten die belgische und die luxemburgische Regierung. Demnach wird BNP Paribas 75 Prozent der Fortis-Anteile in Belgien und 66 Prozent der Anteile in Luxemburg übernehmen. Die Regierungen in Brüssel und Luxemburg verfügten allerdings über eine Sperrminorität, teilte der belgische Regierungschef Yves Leterme mit. Die Niederlande waren bereits am Freitag aus einer gemeinsamen Rettungsallianz für den in Schwierigkeiten geratenen Mehrländerkonzern ausgeschert und hatten dessen heimisches Banken- und Versicherungsgeschäft verstaatlicht.

BERLIN: Mit einem Milliardenpaket will die Regierung die Bundesbürger im Wahljahr 2009 steuerlich entlasten. Allerdings wird der einheitliche Beitrag für die gesetzlichen Krankenkassen im Januar auf 15,5 Prozent steigen, wie die Fraktionsvorsitzenden von Union und SPD, Volker Kauder und Peter Struck, sowie CSU-Chef Erwin Huber nach mehrstündigen Beratungen des Koalitionsausschusses mitteilten. Zum Ausgleich wird der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von 3,3 auf 2,8 Prozent sinken. Vereinbart wurden ferner die Erhöhung des Kindergeldes und Kinderfreibetrags sowie Hilfen für Kinder aus Hartz-IV-Familien. Der Heizkostenzuschlag für Bedürftige wird vorgezogen und schon von diesem Oktober an gezahlt.

LA PAZ: Die Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition zur Beilegung der Staatskrise in Bolivien sind gescheitert. Der sozialistische Präsident Evo Morales und die Vertreter der konservativen Opposition konnten in der Frage der Autonomie der Provinzen und der Umverteilung von Gewinnen keinen Kompromiss finden. Es sei auch kein neuer Termin vereinbart worden, hieß es anschließend. Die Gespräche waren im September aufgenommen worden nach mehr als drei Wochen blutiger Zusammenstöße zwischen Regierunganhängern und Vertretern wirtschaftlich starken Provinzen im Osten und Süden Boliviens. Morales will, dass diese stärker zur Unterstützung der verarmten Indio-Mehrheit beitragen. Zudem strebt er eine Verfassungsreform an.

COLOMBO: Tamilische Rebellen haben im Norden von Sri Lanka einen Selbstmordanschlag verübt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums kamen bei dem Anschlag in Anuradhapura mindestens 22 Menschen ums Leben. Unter den Opfern ist auch ein früherer Armeeoffizier und jetziger Oppositionspolitiker im Parlament der Nördlichen Zentralprovinz. Der Attentäter habe sich als Anwalt ausgegeben und sich so dem Politiker genähert, der ein neues Parteibüro eröffnen wollte. Die Rebellen der so genannten 'Befreiungstiger von Tamil Eelam' kämpfen seit Jahrzehnten für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit in Sri Lanka. Ein 2002 ausgehandelter Waffenstillstand endete offiziell im Januar. Er war jedoch seit Ende 2005 faktisch nicht mehr eingehalten worden.

BISCHKEK: Die zentralasiatische Republik Kirgisistan ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Nach jüngsten Angaben kamen mindestens 65 Menschen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Die abgelegene Ortschaft Nura in der südlichen Bergregion an der Grenze zu China sei komplett zerstört worden, teilten Rettungskräfte mit. Über die Lage in Nachbardörfern war zunächst nichts bekannt. US-Geologen gaben die Stärke des Erdstoßes vom späten Sonntagabend mit 6,6 an. Er war in weiten Teilen Mittelasiens zu spüren.

ZUM SPORT: Mit einem 2:1-Sieg bei Energie Cottbus hat der Hamburger SV die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga übernommen. Die beiden anderen Sonntagsspiele endeten jeweils remis: Schalke und Wolfsburg trennten sich 2:2, Dortmund und Hannover gingen 1:1 auseinander. - Tabellenschlusslicht Borussia Mönchengladbach entließ nach nur sieben Spieltagen Cheftrainer Jos Luhukay. Vorerst wird Sportdirektor Christian Ziege das Training leiten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: An den Küsten längere Zeit sonnig und trocken. Sonst meist stark bewölkt und Regen. Maximal zwölf bis 18 Grad.

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