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Nachrichten

Montag, 6. Juli 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PEKING: In der westchinesischen Provinz Xinjiang sind bei schweren Ausschreitungen nach Berichten staatlicher Medien mindestens 140 Menschen ums Leben gekommen. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldet, außerdem seien mehr als 800 Menschen verletzt worden. Das Fernsehen in China zeigte Bilder von brennenden Fahrzeugen und blutenden Zivilisten. Ausgangspunkt der Unruhen war eine Demonstration von Uiguren am Sonntag in der Provinzhauptstadt Urumqi. Die muslimische Minderheit der Uiguren kämpft dort für einen eigenen Staat, der unabhängig von der Zentralregierung in Peking ist.

MOSKAU: Wenige Stunden vor der Ankunft von US-Präsident Barack Obama in Russland haben sich beide Länder nach Angaben aus Moskau auf eine Erklärung über Abrüstungsschritte verständigt. Das Dokument solle von Obama und seinem russischen Kollegen Dmitri Medwedew unterzeichnet werden, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Einzelheiten wurden noch nicht bekannt. Obama will bei seinem Antrittsbesuch im Kreml ein Nachfolgeabkommen für den im Dezember auslaufenden START-Vertrag über den Abbau strategischer Atomwaffen auf den Weg bringen. Medwedew hatte dazu von den USA gefordert, bei ihrem geplanten Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien einzulenken.

TEL AVIV: Mit einem Besuch beim israelischen Präsidenten Schimon Peres hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier seine zweitägige Nahostreise begonnen. Steinmeier sagte bei der Ankunft, er wolle in Israel und bei den Palästinensern dafür werben, den Weg zur Zwei-Staaten-Lösung konsequent zu verfolgen. Geplant sind weitere Treffen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, dem Außenminister Avigor Lieberman und der Oppositionsführerin Zipi Livni. Die geplante Unterredung mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas kommt wegen Terminschwierigkeiten nicht zustande. Israels Nachbarn Syrien und Libanon will Steinmeier am Dienstag auffordern, die Friedensbemühungen konstruktiv zu unterstützen.

BERLIN: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel will den Bundesländern nach der neuen Panne im Kernkraftwerk Krümmel die Aufsicht über die Atomkraftwerke entziehen. Der Bund solle eine Bundesaufsicht einführen, die wirklich alle 17 Atomkraftwerke umfasse, sagte er im Ersten Deutschen Fernsehen. Zudem plädierte der SPD-Politiker für eine Verschärfung des Gesetzes zum Atomausstieg. - Das Atomkraftwerk Krümmel bei Hamburg hatte sich am Samstag nach einem Kurzschluss in einem Transformator abgeschaltet, als es eigentlich wieder auf seine volle Leistung hochgefahren werden sollte. Es war nach zwei Jahren Stillstand erst vor zwei Wochen wieder ans Netz gegangen.

SOFIA: In Bulgarien hat die oppositionelle GERB-Partei die Parlamentswahl deutlich gewonnen. Sie erreichte 39,7 Prozent der Stimmen, wie aus vorläufigen Angaben der Wahlkommission in Sofia hervorgeht. Die GERB-Partei wird angeführt vom Bürgermeister der Hauptstadt, Bojko Borisow. Die seit vier Jahren regierenden Sozialisten rutschten auf 17,7 Prozent ab. Die so genannte "Blaue Koalition" erreichte 6,7 Prozent. Sie gilt als möglicher Koalitionspartner für Borisow. Dieser kündigte an, so schnell wie möglich eine neue Regierung bilden zu wollen. Das amtliche Endergebnis wird wegen des komplizierten Wahlsystems in Bulgarien vermutlich erst in einigen Tagen feststehen.

MEXIKO-STADT: Bei der Parlamentswahl in Mexiko hat die konservative Regierungspartei von Präsident Felipe Calderón eine Niederlage erlitten. Sie liegt nach bisherigen Auszählungen mit etwa 27 Prozent deutlich hinter der oppositionellen 'Partei der institutionalisierten Revolution', kurz PRI. Diese kann nach jetzigem Stand mit rund 35 Prozent der Wählerstimmen rechnen. Die schlechte wirtschaftliche Lage und die Kriminalität im Lande hatten den Wahlkampf bestimmt. Beobachter rechnen damit, dass die Regierung unter Staatschef Calderón nun noch zurückhaltender bei tiefgreifenden Reformen sein wird.

TEGUCIGALPA: Der Versuch des gestürzten Präsidenten von Honduras, Manuel Zelaya, in seine Heimat zurückzukehren, ist vorerst gescheitert. Militärfahrzeuge hatten das Rollfeld des Flughafens der Hauptstadt blockiert, nachdem zuvor auch die Landeerlaubnis verweigert worden war. Zelaya flog daraufhin zunächst ins Nachbarland Nicaragua und inzwischen nach El Salvador weiter. Dort wird er sich voraussichtlich mit dem Vorsitzenden der Organisation der Amerikanischen Staaten, José Miguel Insulza, über die Lage beraten. In der Hauptstadt von Honduras gab es unterdessen Proteste gegen die Putschregierung und Ausschreitungen. Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern Zelayas am Flughafen von Tegucigalpa wurden mindestens zwei Demonstranten getötet und etliche verletzt.

NEW YORK: Der krisengeschüttelte US-Autokonzern General Motors hat einen wichtigen Schritt zur Überwindung der Insolvenz geschafft. Ein US-Konkursgericht in New York genehmigte den Verkauf wesentlicher Unternehmensteile an einen neuen Konzern, der dann mehrheitlich in Besitz der US-Regierung sein wird. Nur so könne man bleibende Schäden von GM abwenden, begründete der Richter seine Entscheidung. Würde der Konzern hingegen abgewickelt, bliebe für die Aktionäre nichts mehr übrig. Nach den Plänen wird die US-Regierung 60 Prozent der "neuen" GM halten, Kanada 12,5 Prozent und die Gewerkschaft 17,5 Prozent. Zehn Prozent bleiben für die Inhaber unbesicherter Anleihen. Der alte Rest des Konzerns soll dem Sanierungskonzept zufolge liquidiert werden.

BERLIN: Zwei Tage vor dem G-8-Gipfel in Italien haben Hilfsorganisationen eindringlich davor gewarnt, angesichts der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise die ärmsten Länder aus dem Blick zu verlieren. Auch für die Entwicklungsstaaten sei ein Konjunkturprogramm notwendig, erklärte ein Sprecher der Organisation Oxfam, eines Zusammenschlusses von Hilfsorganisationen, in Berlin. - Auch die Vereinten Nationen betonten, dass die weltweite Wirtschaftskrise Fortschritte im Kampf gegen Armut und Hunger zunichte mache. Das Erreichen der so genannten Millenniums-Entwicklungsziele bis 2015 sei daher ungewiss, heißt es in einem in Genf vorgelegten UN-Bericht. Eines dieser Ziele ist, den Anteil der Hungernden und der extrem Armen an der Weltbevölkerung bis 2015 zu halbieren.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Nebelauflösung im Osten zunächst noch heiter, später auch hier stärker bewölkt mit Schauern und Gewittern. Höchstwerte 19 bis 27 Grad Celsius.

Zuletzt meldeten:

Hamburg und Frankfurt am Main: 19 Grad, nach Regen;
Berlin: 21 Grad, leicht bewölkt;
Dresden: 20 Grad, fast wolkenlos;
Köln/Bonn: 20 Grad, wolkig;
München: 17 Grad, Regen.

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