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Nachrichten

Montag, 6. Februar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag

STUTTGART: In Baden-Württemberg hat ein Streik im öffentlichen Dienst begonnen, der sich zum größten Ausstand seit 14 Jahren entwickeln könnte. Mit Beginn der Frühschicht seien Beschäftigte von Müllabfuhren, Tiefbau- sowie Garten- und Friedhofsämtern in den Ausstand getreten, sagte ein Sprecher der Dienstleistungs- gewerkschaft Verdi. Insgesamt sollen sich nach Gewerkschaftsangaben im Laufe des Tages rund 10.000 Beschäftigte in Kreisen und Städten des Landes am Ausstand beteiligen. Der Protest richtet sich gegen die Absicht der kommunalen Arbeitgeber, die wöchentliche Arbeitszeit ohne Ausgleich um eineinhalb auf 40 Stunden zu erhöhen. Die Gewerkschaft befürchtet den Wegfall von 10.000 Stellen.

JAKARTA: In Indonesien, Afghanistan und Thailand haben erneut Tausende Muslime gegen die umstrittenen Karikaturen des Propheten Mohammed protestiert. In der indonesischen Hauptstadt Jakarta forderten Islamisten eine Entschuldigung der dänischen Regierung. In Kandahar und Mihtarlam in Afghanistan gingen ebenfalls hunderte Menschen auf die Straße. Bei Zusammenstößen mit der Polizei wurde in Mihtarlam nach amtlichen Angaben mindestens ein Mensch getötet. Mehrere Personen wurden verletzt. - Die libanesische Regierung entschuldigte sich bei Dänemark für den Brandanschlag auf die Botschaft in Beirut. Am Sonntag hatten tausende Demonstranten die dänische Vertretung gestürmt und Feuer gelegt. Mindestens ein Mensch wurde getötet, 30 Menschen erlitten Verletzungen.

MÜNCHEN: Der neue Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Ayyub Axel Köhler, hat die Ausschreitungen im Zusammenhang mit dem Karikaturenstreit scharf verurteilt. Die Gewalttätigkeiten hätten Entsetzen bei den Muslimen in Deutschland ausgelöst, sagte er im Bayerischen Rundfunk. Sie seien ein Zeichen dafür, dass es sich hier auch um lange angestaute Frustrationen handele, aber das entschuldige nicht derartige Ausschreitungen. Köhler betonte, die Gewalt habe nichts mit dem Islam zu tun.

TEL AVIV: Der amtierende israelische Ministerpräsident Ehud Olmert will mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas zusammenarbeiten, solange dieser sich nicht mit der Hamas verbündet. Israel werde auch die monatlichen Steuerzahlungen an die Autonomiebehörde aufrechterhalten, solange die Hamas die Regierung nicht übernommen habe, sagte Olmert in Tel Aviv. Die Hamas hat die Parlamentswahl Ende Januar gewonnen, aber mit der Regierungsbildung noch nicht begonnen. Israel beschloss am Sonntag, umgerechnet 50 Millionen Dollar an bisher gesperrten Zolleinnahmen an die Autonomiebehörde zu überweisen.

SINGAPUR: Der Atomstreit mit dem Iran läßt den Ölpreis steigen. Im asiatischen Handel verteuerte sich ein Barrel leichten US-Öls um knapp einen Dollar auf 66,34 Dollar. Der milde Winter in den USA und positive Lagerbestandsdaten hatten den Ölpreis in den Tagen davor noch leicht gedrückt. Iran ist der viertgrößte Rohöl-Exporteur der Welt. Am Samstag hatte die Internationale Atomenergiebehörde in Wien beschlossen, in dem Konflikt den Weltsicherheitsrat einzuschalten. Am Sonntag ließ das Außenministerium in Teheran die Bereitschaft erkennen, doch noch über einen russischen Kompromiss-Vorschlag zu verhandeln. Russland hat angeboten, iranisches Uran auf seinem Territorium anzureichern.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Kofi Annan will einen Teil der Friedenssoldaten aus Liberia in die benachbarten Elfenbeinküste verlegen, um dort für mehr Sicherheit zu sorgen. Annans Sprecher sagte, der Generalsekretär sei sehr besorgt über die unruhige Lage in der Elfenbeinküste. Gegen UN-Mitarbeiter seien erneut Drohungen ausgesprochen worden. Außerdem lägen Berichte über geplante gewalttätige Demonstrationen vor. Annan hat beim Sicherheitsrat beantragt, ein Infanteriebataillon und eine Polizeieinheit aus Liberia ins Nachbarland zu verlegen. Derzeit sind in der Elfenbeinküste im Rahmen der Friedenstruppe MINUCI 7.000 UN-Soldaten und 4.000 französische Soldaten stationiert. In Liberia halten sich 18.000 Blauhelm-Soldaten auf.

SAN JOSÉ: Nach ersten Auszählungen zeichnet sich bei der Präsidentenwahl in Costa Rica ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Der Friedensnobelpreisträger Oscar Arias liegt bei 40,7 Prozent der Stimmen, sein Hauptrivale Otton Solis bei 40,2 Prozent. Bisher wurden die Stimmen von zwei Dritteln der Wahlbüros ausgezählt. Eine erste Nachwahlbefragung hatte noch einen klaren Sieg für Arias vorausgesagt, der schon von 1986 bis 1990 Präsident gewesen war. Arias war 1987 für seine Bemühungen um Frieden in Mittelamerika mit dem Nobelpreis geehrt worden. Sein Rivale Solis tritt für eine Mitte-links-Partei an.

VALETTA: Das maltesische Militär hat vor der Küste ein Fischerboot mit 182 Flüchtlingen abgefangen. Nach Angaben der Polizei wurde das Boot etwa 30 Kilometer südöstlich der Insel gestoppt und in den Freihafen von Malta geleitet. Bei den Flüchtlingen soll es sich um Nordafrikaner handeln. Es handelt sich um die erste größere Ankunft illegaler Einwanderer auf Malta seit Monaten.

KAIRO: Nach dem schweren Fährunglück im Roten Meer verdichten sich die Hinweise, dass ein Schiffsbrand die Katastrophe verursacht hat. Ein Offizier der gesunkenen Fähre sagte, das Autodeck sei von Löschwasser überflutet worden. Dadurch habe das ägyptische Schiff in der Nacht zum Freitag Schlagseite bekommen und sei letztlich gekentert. Von den rund 1.400 Passagieren und Besatzungsmitgliedern konnten nach jüngsten Angaben der Behörden lediglich etwa 460 gerettet werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Teils kräftige Schneefälle, die im Westen und Nordwesten in Regen übergehen. Tagestemperaturen im Westen bis zu sechs Grad, sonst meist Dauerfrost.

Am Vormittag meldeten bei meist wolkigem Himmel:

Hamburg: minus 2 Grad;

Berlin: minus 9 Grad;

Dresden: minus 13 Grad;

Köln/Bonn: plus 1 Grad;

Frankfurt am Main: 0 Grad und

München: minus 4 Grad.