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Nachrichten

Montag, 6. August 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag

FRANKFURT AM MAIN: Die Lokführer der Bahn haben mit deutlicher Mehrheit für einen Streik gestimmt. Dies erklärte ein Sprecher der Gewerkschaft der Lokführer GdL nach Auszählung der Urabstimmung in Frankfurt am Main. Die für einen Arbeitskampf erforderliche Marke von 75 Prozent sei locker übersprungen worden. In dem seit Monaten andauernden Tarfikonflikt will die GdL 31 Prozent mehr Lohn und einen eigenen Tarifvertrag für die Lokführer und Zugbegleiter durchsetzen. Allgemein wird nun mit einem Beginn des Streiks am Mittwoch gerechnet, wobei die Gewerkschaft bereits mitteilte, dass sie auf den Urlaubsverkehr Rücksicht nehmen wolle. Ob der Streik zulässig ist, wird noch von mehreren Arbeitsgerichten geprüft, die von Bahn-Tochterunternehmen eingeschaltet wurden.

DÜSSELDORF: Auch beim Ferienflieger LTU und bei der Fluggesellschaft dba stehen die Zeichen auf Streik. Am Morgen rief die Pilotenvereinigung Cockpit ihre Mitglieder zu zweistündigen Warnstreiks an den Flughäfen Düsseldorf und München auf. Betroffen waren nach Angaben eines Verbandssprechers etwa 15 Flüge von beiden Gesellschaften. Im Laufe des Tages soll das Ergebnis einer Urabstimmung über einen Streik bei LTU bekanntgegeben werden. Bei dem Konflikt geht es um die Neuverhandlungen von Mantel- und Vergütungstarifverträgen für das Cockpitpersonal beider Fluggesellschaften.

BERLIN: Nach dem Auftreten der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien haben in Deutschland mehrere Bundesländer nach Tests Entwarnung gegeben. Dies teilte ein Ministeriumssprecher in Berlin mit. Aus Sicherheitsgründen waren mehrere Bauernhöfe am Wochenende abgesperrt worden. Nun würden noch Betriebe in Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen beobachtet. Eine Expertengruppe aus Bund und Ländern beriet in einer Telefonkonferenz über die Lage. In Großbritannien gehen die Behörden davon aus, dass der Erreger aus einem Labor in der Nähe des von der Maul- und Klauenseuche befallenen Hofes stammt.

BERLIN: Die Bundesregierung hat keinen direkten Kontakt zu den Entführern des deutschen Bauingenieurs in Afghanistan. Dies erklärte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler. Man verlasse sich auf die Verhandlungsführung der afghanischen Regierung, die ihrerseits Kontakt zu den Kidnappern habe. Die Verhandlungen seien schwieriger als in anderen Fällen. - Auf seinem Landsitz Camp David hat US-Präsident George W. Bush den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai empfangen. Karsai lehnte erneut Zugeständnisse an die Geiselnehmer ab. Unterdessen haben südkoreanische Diplomaten mit einer der aus Südkorea stammenden 21 Geiseln telefonieren können. Einzelheiten über das Gespräch wurden nicht bekannt. Afghanische Ärzte hinterließen in der Wüste Medikamente für die erkrankten Gefangenen, da die Taliban keinen direkten Zugang zu den Geiseln zugelassen haben.

AUGSBURG: Der Politikersohn Max Strauß ist im Prozess wegen Steuerhinterziehung vom Landgericht Augsburg freigesprochen worden. Für eine erneute Verurteilung hätten sich keine ausreichenden Beweise ergeben, urteilten die Richter. Dem 48-jährigen Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten war vorgeworfen worden, für Rüstungsgeschäfte Provisionen kassiert und diese nicht versteuert zu haben. In einem ersten Verfahren war Strauß dafür noch zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Dieses Urteil war jedoch vom Bundesgerichtshof aufgehoben worden.

WARSCHAU: In Polen verschärft sich die schwelende Regierungskrise wieder. Der Vorsitzende der radikalen Bauernpartei Samoobrona schloss eine Fortdauer der Regierungskoalition nicht aus - allerdings nur ohne Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski. Das sagte Samoobrona-Chef Andrzej Lepper im Rundfunk. Der Vorstand der Bauernpartei hatte am Sonntag beschlossen, seine Minister aus der Regierung zurückzuziehen. Kaczynski hatte Lepper vor einem Monat als Vize-Ministerpräsident und Agrarminister entlassen und dies mit dessen Verwicklung in eine Korruptionsaffäre begründet. Auch die mit Kaczynski koalierende nationalistische Liga Polnischer Familien erwägt, eine Auswechslung des Regierungschefs zu fordern. Der Parteivorstand will darüber am Donnerstag beraten.

JERICHO: Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert ist zu Gesprächen mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas in Jericho eingetroffen. Es ist das erste derartige Treffen im Westjordanland beziehungsweise das erste Mal seit sieben Jahren, dass ein israelischer Regierungschef eine palästinensische Stadt besucht. Olmert will zum einen seine Unterstützung für die moderate Regierung von Abbas im Machtkampf mit der radikalislamischen Hamas bekunden. Zugleich möchte beide Politiker vor der im November geplanten Nahost-Konferenz in den USA Ansatzpunkte für eine Annäherung ausloten.

SEOUL: An der schwerbewachten innerkoreanischen Grenze ist es zu einem Schusswechsel zwischen Soldaten aus Süd- und Nordkorea gekommen. Nordkoreanische Soldaten hätten mit Maschinengewehren auf einen südkoreanischen Wachposten in der demilitarisierten Zone geschossen, teilte der Generalstab in Seoul mit. Die südkoreanische Seite habe das Feuer erwidert. Anscheinend gab es keine Verletzten. Militärische Zwischenfälle an der Grenze sind nach dem ersten Nord-Süd-Gipfeltreffen im Juni 2000 seltener geworden. Beide Staaten befinden sich völkerrechtlich noch im Kriegszustand, da seit dem 1953 beendeten Korea-Krieg noch immer kein Friedensvertrag zustandegekommen ist.

NEU DELHI: Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF hat zu schneller Hilfe für die Opfer der schweren Monsun-Fluten in Südasien aufgerufen. Den betroffenen Menschen müsse dringend Zugang zu sauberem Trinkwasser, Essen und Unterkunft verschafft werden, sagte eine UNICEF-Sprecherin in Neu Delhi. Sonst drohe in den Flutgebieten der Ausbruch von Malaria und anderen Krankheiten. Besonders betroffen seien Indien, Bangladesch, Nepal, Pakistan und Myanmar. Seit Beginn des Monsuns Mitte Juni starben in Indien nach Berichten des Nachrichtensenders NDTV mehr als 1.000 Menschen. Andere Schätzungen gehen dagegen von niedrigeren Opferzahlen aus. Offizielle Angaben liegen nicht vor.

HIROSHIMA: Mit einem Appell zur Begrenzung der nuklearen Bedrohung in der Welt hat die japanische Stadt Hiroshima des Atombombenabwurfs vor 62 Jahren gedacht. Rund 45.000 Menschen versammelten sich am Jahrestag zu einer Schweigeminute zu dem Zeitpunkt, als die US-Luftwaffe 1945 die erste Atombombe über der Stadt abwarfen. Schätzungsweise 140.000 Menschen starben binnen weniger Monate. Ministerpräsident Shinzo Abe sagte in Hiroshima, sein Land wolle keine Atomwaffen besitzen und werde auch nicht deren Stationierung zulassen. Bürgermeister Tadatoshi Akiba betonte, Japan solle stolz auf seine pazifistische Verfassung sein und sich für eine Welt ohne Atomwaffen einsetzen. - Am 9. August 1945 warfen die Amerikaner über der Stadt Nagasaki eine zweite Atombombe ab, die etwa 70.000 Menschen tötete. Kurz darauf kapitulierte Japan.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im ganzen Land ist es sommerlich und warm, nur im Westen ziehen Wolken auf und es gibt erste Gewitter. Höchstwerte zwischen 25 und 33 Grad.
Am Mittag meldeten bei fast wolkenlosem Himmel:

Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main: 24 Grad;
Köln/Bonn: 25 Grad;
Dresden und München: 23 Grad.

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