1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 5. Oktober 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ATHEN: Griechenland steht nach der vorgezogenen Parlamentswahl vor einem Regierungswechsel. Nach Auszählung fast aller Stimmen erreichte die Panhellenische Sozialistische Bewegung von Oppositionsführer Giorgos Papandreou knapp 44 Prozent der Stimmen und stellt damit rund 160 der 300 Abgeordneten. Die bislang regierende konservative Partei Neue Demokratie von Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis kommt nur noch auf etwa 33,5 Prozent und 91 Sitze. Karamanlis räumte seine Niederlage ein und trat vom Amt des Parteichefs zurück. Den Einzug ins Parlament schafften auch die Kommunisten, die nationalistische Völkisch Orthodoxe Gesamtbewegung und das Bündnis der Radikalen Linken. Die Wahl stand ganz im Zeichen der Wirtschaftskrise. Papandreou hatte ein milliardenschweres Konjunkturprogramm in Aussicht gestellt.

BERLIN: Acht Tage nach ihrem Sieg bei der Bundestagswahl beginnen die Koalitionsverhandlungen für ein schwarz-gelbes Regierungsbündnis. Unter Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) und FDP-Chef Guido Westerwelle nehmen daran jeweils neun Spitzenpolitiker der drei Parteien teil. Bereits im Vorfeld waren die Verhandlungspositionen abgesteckt worden: Unionsfraktionschef Volker Kauder erklärte, weder der Gesundheitsfonds stehe zur Disposition, noch sei für die Union eine Lockerung des Kündigungsschutzes diskutabel. CDU-Landesminister machten deutlich, dass sie an den verschärften Sicherheitsgesetzen festhalten wollen. Die FDP forderte erneut die Abkehr vom Gesundheitsfonds und Einsparungen beim Militär. Bis Ende Oktober soll die neue Bundesregierung stehen.

BERLIN: Zahlreiche Interessenvertreter haben mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen in den Medien nochmals ihre Forderungen klargestellt. So verlangte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann, die sogenannte Rentengarantie abzuschaffen. Diese sei unbezahlbar, hieß es. Der Industrie- und Handelskammertag stellte sich nochmals hinter Bestrebungen, die Laufzeiten von Kernkraftwerken zu verlängern. Die Industrie-Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie warnte, der Kündigungsschutz und die Mitbestimmung dürften nicht angetastet werden. Die Verbraucherzentralen forderten eine verbraucherorientierte Politik, um Deutschland auf Wachstumskurs zu bringen.

MÜNCHEN: Ein Jahr nach der Notrettung der bayrischen Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) will der Bund die umstrittene Zwangsverstaatlichung des Konzerns unter Dach und Fach bringen. Begleitet von Protesten der Aktionäre auf der letzten HRE-Hauptversammlung warb Vorstandschef Axel Wieandt angesichts der dramatischen Lage des Konzerns um Verständnis für die Verstaatlichung. Noch in diesem Jahr benötige die HRE mit Blick auf die anhaltenden Verluste weitere sieben Milliarden Euro Unterstützung, erklärte er. Dagegen warfen die Anleger dem Bund nochmals vor, sie enteignen zu wollen. Da der Bund schon 90 Prozent der Aktien hält, können die verbliebenen Anteilseigner das sogenannte Squeeze-Out und damit die vollständige Verstaatlichung nicht verhindern. - Die HRE gilt als systemrelevant. Um einen Zusammenbruch zu verhindern, wurde ihr laufendes Geschäft bereits mit mehr als hundert Milliarden Euro Steuergeld abgesichert.

ISLAMABAD: Ein Selbstmordattentäter hat nach Polizeiangaben bei einem Anschlag auf ein Büro der Vereinten Nationen in der pakistanischen Hauptstadt mindestens drei Menschen mit in den Tod gerissen. Mehrere weitere wurden verletzt. Bei den Toten handele es sich um zwei pakistanische Frauen und einen Ausländer, teilte ein Polizeisprecher mit. Der Anschlag ereignete sich im Gebäude des Welternährungsprogramms, in dem zum Zeitpunkt der Explosion etwa 80 Menschen arbeiteten.

TEHERAN: Der Iran macht im Atomstreit Zugeständnisse und lässt Inspektionen seiner neuen Urananreicherungsanlage nahe der Stadt Ghom zu. Die Kontrolle werde am 25. Oktober stattfinden, erklärten der scheidende Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Mohammed El Baradei, und der Leiter der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi. Beide betonten, es werde außerdem Gespräche darüber geben, wie niedrig angereichertes Uran aus einer zweiten Atomanlage des Iran ins Ausland geschafft werden könne. Das Uran soll dort weiter angereichert werden. Die Atomenergiebehörde hofft durch den Urantransport ins Ausland aber sicherstellen zu können, dass der Iran kein Material zum Bau von Bomben abzweigt.

PEKING: China will seine Beziehungen zum kommunistischen Nordkorea weiter ausbauen. Die Verbundenheit beider Länder sei ein Segen für den Frieden, heißt es nach einer Meldung der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua in einem Schreiben des chinesischen Präsidenten Hu Jiantao an den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il. Anlass des Schreibens war der 60. Jahrestag der Aufnahme bilateraler Beziehungen. China gilt als einziger Verbündeter des isolierten Regimes in Pjöngjang. Derzeit hält sich Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao zu einem Staatsbesuch in Nordkorea auf.

JAKARTA: Fünf Tage nach dem verheerenden Erdbeben auf der indonesischen Insel Sumatra haben in der am schwersten betroffenen Stadt Padang die ersten Banken und Märkte wieder geöffnet. Für Hunderte von Kindern begann in vom UN-Kinderhilfswerk UNICEF eingerichteten Notunterkünften der Schulunterricht. Unterdessen schwindet die Hoffnung, noch Überlebende zu finden. Die Zahl der Todesopfer ist weiter unbekannt. Die Vereinten Nationen gehen von mehr als 1.100 Toten aus. Nach Behördenangaben gelten fast noch einmal so viele als vermisst.

BUENOS AIRES: In der argentinischen Hauptstadt haben die Menschen Abschied von Mercedes Sosa genommen. Tausende kamen in das Parlamentsgebäude, wo der Sarg der Sängerin aufgebahrt war. Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner hatte zuvor eine Staatstrauer ausgerufen. - Die Sängerin Mercedes Sosa galt wegen ihres furchtlosen Eintretens gegen die Militärdiktatur als Vorbild für ganz Lateinamerika.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Mal Sonne, mal Wolken und immer wieder Regen oder Schauer. Längere heitere Abschnitte vor allem im Osten und an den Alpen. Höchsttemperaturen 13 bis 20 Grad.

Audio und Video zum Thema