1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 5. Mai 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

RANGUN: Nach dem Durchzug des Zyklons 'Nargis' ist weiter unklar, wie viele Menschen in Birma ums Leben gekommen sind. Die Behörden sprechen offiziell von mehr als 350 Todesopfern. Augenzeugen berichten von schwersten Verwüstungen. Die Infrastruktur ist weitgehend zusammengebrochen. Zehntausende Menschen wurden obdachlos. Besonders betroffen sind das Mündungsgebiet des Irrawaddy-Flusses mit seinen Reisfeldern und die Großstadt Rangun. Hier gibt es kein Trinkwasser und keinen Strom. Nach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes begannen Helfer mit der Verteilung von Wasser, Decken und Kleidung. Da der Zyklon teilweise durch extrem dicht besiedelte Wohngebiete raste, schätzen die Vereinten Nationen, dass etwa sieben Millionen Menschen unter den Auswirkungen des Tropensturms leiden. Ungeachtet der Zerstörungen will die Militärjunta die Volksabstimmung über eine neue Verfassung wie geplant am 10. Mai stattfinden lassen.

LA PAZ: In Bolivien haben sich die Bewohner der rohstoffreichen Region Santa Cruz für eine weitreichende Autonomie von der sozialistischen Zentralregierung ausgesprochen. Nach Zwischenergebnissen stimmten bei dem Volksentscheid mehr als 80 Prozent der Wähler mit Ja. Präsident Evo Morales bezeichnete das Referendum nochmals als illegal, zugleich bot er aber der Provinzregierung Gespräche an. Morales, ein früherer Anführer der Koka-Bauern, hatte bei seinem Amtsantritt der verarmten Indio-Mehrheit eine gerechtere Verteilung der Ressourcen Boliviens versprochen. Die von Großgrundbesitzern dominierte Region Santa Cruz wehrt sich dagegen. Für Juni planen drei weitere Provinzen im wohlhabenden Tiefland ähnliche Abstimmungen.

PEKING: Ungeachtet des Treffens zwischen Gesandten des Dalai Lama und der chinesischen Regierung setzen die staatlichen Medien ihre Kampagne gegen das geistliche Oberhaupt der Tibeter fort. Die Zeitung 'Tibet Daily' warf dem Dalai Lama vor, für den Beginn der gewalttätigen Proteste in der tibetischen Hauptstadt Lhasa Mitte März verantwortlich zu sein. Das Streben des Dalai Lama nach mehr Autonomie und einer größeren Tibet-Region sei Teil seines Versuchs, das Mutterland zu spalten, hieß es. Bei dem Treffen am Sonntag hatten beide Seiten eine Fortsetzung des Dialogs vereinbart, ohne allerdings einen weiteren Termin zu nennen.

JERUSALEM: Zum Abschluss ihrer Vermittlungsmission im Nahost-Friedensprozess ist US-Außenministerin Condoleezza Rice noch einmal mit dem israelischen Regierungschef Ehud Olmert zusammen gekommen. Anschließend will Olmert in Jerusalem Palästinenserpräsident Mahmud Abbas empfangen. Rice hält es weiter für möglich, dass sich beide Konfliktparteien bis Ende des Jahres auf ein Friedensabkommen verständigen. Als problematisch bezeichnete sie allerdings nach Gesprächen mit Regierungsvertretern in Jerusalem und Ramallah am Sonntag den geplanten Ausbau jüdischer Siedlungen im Westjordanland.

GAZA-STADT: Die Vereinten Nationen müssen ihre Lebensmittel-Lieferungen in den Gazastreifen vorübergehend einstellen. Die Fahrzeuge des UN-Hilfswerkes hätten wegen israelischer Beschränkungen und eines Streiks palästinensischer Benzinhändler keinen Treibstoff mehr, teilte ein UN-Sprecher mit. Von der Einstellung der Hilfslieferungen betroffen seien rund 650.000 Menschen. Nach der Machtübernahme der radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen hatte Israel die Treibstoffversorgung schrittweise reduziert. Die israelische Regierung reagiert damit nach eigener Darstellung auf Raketenangriffe palästinensischer Extremisten.

TEHERAN: Der Iran hat es nochmals abgelehnt, seine Arbeiten an der umstrittenen Uran-Anreicherung zu stoppen. Dies werde keinesfalls in Erwägung gezogen, da das Atomprogramm des Landes friedlichen Zwecken diene, sagte Außenamtssprecher Mohammad Ali Hosseini. Vertreter der fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschlands hatten sich am Freitag darauf verständigt, ein im Sommer 2006 vereinbartes Angebotspaket an die Regierung in Teheran neu aufzulegen. Das Paket beinhaltete Handelserleichterungen für Luftfahrttechnik, Energie, Hochtechnologie und Landwirtschaft. Der Iran ging seinerzeit nicht darauf ein und ignorierte auch drei Resolutionen, die der UN-Sicherheitsrat verhängte. Der Westen verdächtigt das Land, nach Atomwaffen zu streben.

WELLINGTON: Die Regierung Neuseelands erwirbt für umgerechnet 336 Millionen Euro die Bahn wieder aus der Hand privater Investoren zurück. Finanzminister Michael Cullen erläuterte zur Begründung, es sei sehr schwierig, ein profitables Unternehmen, das einen Beitrag zur wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung Neuseelands leisten solle, ohne Unterstützung der Regierung zu betreiben. Die staatliche Bahn des Landes war 1993 an private Investoren verkauft worden, vor einigen Jahren erwarb die australische Toll Holdings eine Mehrheit. Die Regierung in Wellington hatte 2001 auch die zuvor privatisierte Fluglinie Air New Zealand vor der Pleite gerettet. Die heute profitable Fluglinie ist zu 76 Prozent in Staatsbesitz.

BERLIN: Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Eckart von Klaeden, hat die Kritik an Plänen für einen Nationalen Sicherheitsrat zurückgewiesen. Der Vorstoß von CDU und CSU habe nichts mit einem Abzug von Kompetenzen aus dem Auswärtigen Amt oder anderen Ministerien zu tun, sagte von Klaeden den in Dortmund erscheinenden 'Ruhr-Nachrichten'. Nach dem Willen der Unionsfraktion soll das neue Gremium im Kanzleramt die Arbeit mehrerer Ministerien in Sicherheitsfragen koordinieren. Der Koalitionspartner SPD lehnt die Pläne ab. Auch die Opposition ist dagegen. Grünen-Fraktions-Vize Jürgen Trittin nannte das Vorhaben in der 'Süddeutschen Zeitung' einen 'Generalangriff auf die Grundrechte im Innern'. FDP-Chef Guido Westerwelle warnte vor einer Beschädigung der Außenpolitik.

MÜNCHEN: Die CSU-Spitze will an diesem Montag ein Konzept für massive Steuersenkungen beschließen. Nach dem Vorschlag der Partei sollen Bürger und mittelständische Unternehmen vom kommenden Jahr an in drei Stufen um insgesamt 28 Milliarden Euro entlastet werden. Unter anderem will die CSU den Grundfreibetrag für Eltern und Kinder erhöhen und den Mindeststeuersatz von 15 auf 12 Prozent senken. Außerdem soll die Pendlerpauschale wieder vom ersten Kilometer an gelten. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück lehnen Steuersenkungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt ab. Grund sind die angespannte Haushaltslage und der geplante Abbau der Neuverschuldung. SPD und Grüne warfen der CSU Wählertäuschung vor.

ZUM SPORT: Der FC Bayern München hat sich zum 21. Mal den deutschen Fußball-Meistertitel gesichert. Bereits am 31. von 34 Spieltagen reichte den Münchnern ein torloses Unentschieden beim VfL Wolfsburg, um sich uneinholbar an der Tabellenspitze zu positionieren. Im zweiten Sonntagsspiel gewann der MSV Duisburg gegen Bayer Leverkusen 3:2.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Sonnig und trocken, nur im Osten örtlich dichtere Wolken und vereinzelt etwas Regen. Höchstwerte 15 bis 23 Grad Celsius.

Audio und Video zum Thema