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Nachrichten

Montag, 4. September 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die libanesische Regierung aufgefordert, möglichst bald über eine Anforderung der deutschen Marine zu entscheiden. Die Gespräche im Libanon selbst müssten jetzt so geführt werden, dass diese Anforderung auch gestellt werden könne, sagte Merkel in Berlin. Deutschland werde dann zügig handeln, aber nichts überstürzen. Merkel bekräftigte, für den Einsatz der Bundeswehr vor der libanesischen Küste sei ein robustes Mandat erforderlich. Wegen der ausgebliebenen Anforderung aus dem Libanon war eine geplante Sondersitzung des Bundeskabinetts verschoben worden. Die libanesische Regierung hatte als Grund für die Anfrageverzögerung Diskussionsbedarf angemeldet. Im libanesischen Kabinett sitzen auch zwei Minister der Hisbollah-Miliz, gegen deren Waffenschmuggel sich der Einsatz unter anderem richten würde.

DOHA/BEIRUT: Als erster moslemischer Staat hat Katar angekündigt, sich an der UN-Libanon-Truppe zu beteiligen. Der Sender Al Dschasira meldet, zwischen 200 und 300 Mann sollten entsandt werden. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hatte zuvor alle moslemischen Staaten aufgerufen, nach dem Vorbild der EU, auch ihren Beitrag zur Stabilisierung des Libanon zu leisten. Das Parlament in Ankara will am Dienstag über die mögliche Entsendung türkischer Soldaten entscheiden. Am Sonntag war mit rund 860 italienischen Soldaten das erste größere Kontingent der Truppe im Süden des Libanon eingetroffen. Insgesamt soll die aufgestockte UN-Libanon-Truppe UNIFIL 15.000 Mann umfassen.

KABUL: In der afghanischen Hauptstadt ist ein Bombenanschlag auf eine britische Militärpatrouille verübt worden. Die Autobombe explodierte, als das Fahrzeug vorbeifuhr. Vier Passanten wurden getötet, vier britische Soldaten verletzt. Im Süden des Landes hatte die Nato-geführte ISAF-Schutztruppe am Wochenende eine Großoffensive gegen Taliban-Rebellen gestartet. Mindestens 200 Rebellen sollen bislang dabei getötet worden sein.

BERLIN: Kurz vor der Sondersitzung der Innenminister zur Einführung einer Anti-Terror-Datei hat der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, vor Aktionismus im Kampf gegen den Terrorismus gewarnt. Ein zielloses Erheben und Auswerten von Daten halte er für wenig effizient und verfassungsrechtlich höchst problematisch. Die Innenminister von Bund und Ländern wollen an diesem Montag bei einer Konferenz trotz anhaltender Differenzen einen Durchbruch bei der Anti-Terror-Datei erreichen. CDU und CSU wollen eine möglichst umfangreiche Datenbank, die unter anderem die Religionszugehörigkeit enthält. Bei den Sozialdemokraten gibt es dagegen Bedenken. Die Bundesregierung hat bereits mehr Geld für zusätzliche Maßnahmen gegen den Terrorismus in Aussicht gestellt.

COLOMBO: Im Nordosten Sri Lankas hat die Armee nach Regierungsangaben einen wichtigen Stützpunkt tamilischer Rebellen erobert. Man habe die Stadt Sampur besetzt, von der aus der Hafen von Trincomalee in den vergangenen Wochen mit Artillerie beschossen worden sei, hieß es. Noch am Wochenende hatte die Armee ihren Vormarsch auf Sampur nach heftigem Widerstand der Rebellen gestoppt.

MADRID: Der Zustrom afrikanischer Flüchtlinge nach Europa reißt nicht ab. Allein an diesem Wochenende strandeten etwa 1.100 illegale Einwanderer auf den Kanarischen Inseln. Seit Jahresbeginn gelang etwa 20.000 Afrikanern die Flucht auf die zu Spanien gehörende Inselgruppe. Nach offiziellen Angaben ertranken in diesem Jahr ungefähr 600 Menschen bei dem Versuch, mit maroden Booten die Kanaren zu erreichen. Nichtregierungsorganisationen sprechen sogar von bis zu 3.000 Toten.

BERLIN: Im jüngsten Gammelfleisch-Skandal wird der Ruf lauter, die Verantwortlichen mit härteren Strafen zu belegen. Die Vize-Chefin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Bärbel Höhn, forderte Gefängnis-Strafen für diejenigen, die mit verdorbenem Fleisch handelten. Bauernverbandspräsident Gert Sonnleitner plädierte für ein lebenslanges Berufsverbot für solche Betrüger. Zum Schutz der Verbraucher sollten außerdem Namen und Firmenbezeichnungen veröffentlicht werden. In den vergangenen Tagen hatten Ermittler in Bayern fast 100 Tonnen verdorbenes Fleisch sichergestellt.

MÜNCHEN: Daimler-Chrysler ist nach einem Bericht des Magazins 'Focus' in einen millionenschweren Finanzskandal verwickelt. Unter Berufung auf Ermittlungen der US-Kanzlei Skadden heißt es in dem Blatt, das Unternehmen habe Schmiergelder gezahlt, Millionen in schwarzen Kassen versteckt und Steuern in großem Stil hinterzogen. Ein Konzernsprecher erklärte, die Vorgänge seien bereits 2004 und 2005 im Geschäftsbericht mitgeteilt worden. Laut 'Focus' war es bei Daimler-Chrysler jahrelang Praxis, dass ins Ausland entsandte Mitarbeiter nur einen Teil des Gehalts vor Ort versteuerten, und der Rest mit Rückendeckung des Konzerns am Finanzamt vorbei auf ein deutsches Konto floss. Der Konzern habe sich wegen der Affäre von acht Managern getrennt.

TOULOUSE: Knapp 2.000 Mitarbeiter des Airbus-Konsortiums testen von diesem Montag an als erste Passagiere den neuen Super-Jumbo Airbus A380. Wie das Unternehmen mitteilte, sind bis Freitag vier Flüge über Europa geplant, die zwischen sieben und 14 Stunden dauern sollen. Nach Angaben eines Firmensprechers haben bisher 16 Fluggesellschaften insgesamt 159 Super-Jumbos bestellt.

ZUM SPORT: Qualifikant Benjamin Becker hat mit einem überraschenden Drittrundensieg bei den US-Open in New York die Tenniskarriere von Andre Agassi beendet. Der Saarländer bezwang Agassi, der sein letztes Profi-Turnier bestritt, in vier Sätzen und steht damit erstmals im Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Teils heiter, teils bewölkt, nur noch wenige Schauer. Höchsttemperaturen zumeist 19 bis 24 Grad, am Oberrhein bis 28 Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 04.09.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/92mI
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