1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 4. Juni 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag

HANNOVER: In Deutschland dürfte es erstmals seit fünf Jahren wieder zu einem Streik in der Baubranche kommen. Die Arbeitgeber des Baugewerbes in Niedersachsen und Schleswig-Holstein lehnten den Mitte Mai erzielten Schlichterspruch ab. Damit ist der Tarifkompromiss für die bundesweit rund 700.000 Beschäftigten der Branche vom Tisch. Dem unter Vermittlung von Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement ausgearbeiteten Schlichterspruch hätten alle Landesverbände der Bau-Arbeitgeber zustimmen müssen. Clement hatte empfohlen, den Beschäftigten von Juni an 3,1 Prozent und ab April 2008 weitere 1,5 Prozent mehr Geld zu zahlen. Eine Sprecherin der IG BAU erklärte, ihre Gewerkschaft richte sich nun auf einen Arbeitskampf ein. Die Aktionen würden in naher Zukunft beginnen.

KARLSRUHE: Beim Bundesverfassungsgericht ist die Beschwerde von Globalisierungskritikern gegen das Demonstrationsverbot rund um den Tagungsort des G8-Gipfels in Heiligendamm eingegangen. Das bestätigte eine Sprecherin des Gerichts in Karlsruhe. Das von der Polizei erlassene umfassende Demonstrationsverbot war vom Schweriner Verwaltungsgericht zunächst teilweise aufgehoben, vom Oberverwaltungsgericht Greifswald aber wieder in Kraft gesetzt worden. Im Umkreis von mehreren Kilometern um den Gipfelort sind demnach von Dienstag an alle öffentlichen Versammlungen verboten. Die Organisatoren der Anti-G8-Proteste sehen darin einen Verstoß gegen die Demonstrationsfreiheit. Angesichts der schweren Krawalle in Rostock forderten die Polizeigewerkschaften eine härtere Gangart gegen Gewalttäter und einen besseren Schutz der Einsatzkräfte. Bei den Ausschreitungen waren am Samstag fast 1.000 Menschen verletzt worden.

PEKING: Wenige Tage vor dem G-8-Gipfel in Heiligendamm hat jetzt auch China ein eigenes Konzept im Kampf gegen die Erderwärmung vorgelegt. Danach will Peking den Ausstoß des klimaschädigenden Kohlendioxids unter anderem durch den Ausbau von Wasser- und Atomkraft sowie durch effizientere Kohlekraftwerke reduzieren. Der Chef der nationalen Planungs- und Entwicklungsagentur, Ma Kai, sagte bei der Vorstellung des Plans, China beteilige sich an der internationalen Zusammenarbeit beim Klimaschutz. Die globale Erderwärmung sei jedoch hauptsächlich aus 200 Jahren ungebremster Industrialisierung entstanden. Es wäre daher unfair, China und anderen Entwicklungsländern Pflichtobergrenzen aufbürden zu wollen. - Die Volksrepublik deckt zwei Drittel ihres Energiebedarfs aus Kohle. In den kommenden zwei Jahren wird das Land vermutlich die USA als größten CO2-Emmittenten der Welt ablösen.

WASHINGTON: Die Weltbank hat die Entwicklungshilfepolitik der Industrienationen für Afrika kritisiert. Die reichen Länder hätten weder ihre Entwicklungshilfe im versprochenen Umfang erhöht, noch öffneten sie ihre Märkte für Waren aus Afrika, beklagte Weltbank-Chefökonom John Page. Er äußerte sich angesichts des bevorstehenden G-8-Treffens in Heiligendamm. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte kürzlich mitgeteilt, dass Deutschland seine Hilfe für Afrika im nächsten Jahr um 750 Millionen Euro aufstocken wird.

DEN HAAG: Vor einem Sondergericht der Vereinten Nationen hat der Prozess gegen den früheren liberianischen Präsidenten Charles Taylor begonnen. Der 2003 gestürzte Diktator erschien nicht zur Verhandlung. In einer Erklärung teilte er mit, er habe kein Vertrauen in die unparteiische Arbeit der Richter. Taylor muss sich wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Er soll den Bürgerkrieg in Liberia und im benachbarten Sierra Leone mit Waffen- und Diamantschmuggel angeheizt haben. Die von ihm unterstützten Rebellen in Sierra Leone schickten Kindersoldaten ins Gefecht und verstümmelten und vergewaltigten Zivilisten. Hunderttausende Menschen wurden in dem Krieg getötet. Das international besetzte Sondergericht, das normalerweise in Sierra Leones Hauptstadt Freetown tagt, hat den Prozess wegen Sicherheitsbedenken nach Den Haag verlegt.

BEIRUT: Die libanesische Armee geht nach ihrem Vorstoß im Norden jetzt auch im Süden des Landes gegen islamische Extremisten vor. Augenzeugen berichten von schweren Gefechten zwischen Soldaten und sunnitischen Kämpfern vor dem palästinensischen Flüchtlingslager Ain al-Hilweh bei Sidon. Das seit Tagen umkämpfte Lager Nahr al-Barad im Norden des Landes liegt weiter unter massivem Beschuss der libanesischen Armee. Die Streitkräfte versuchen, die im Lager verschanzten Kämpfer der Islamistengruppe Fatah al-Islam zur Aufgabe zu zwingen. In dem Palästinenserlager befinden sich nach Schätzungen neben rund 250 Mitgliedern der Fatah al-Islam noch rund 3.000 Zivilisten.

PRAG: US-Präsident George W. Bush wird an diesem Montag in Tschechien erwartet, wo er für das geplante amerikanische Raketenabwehrsystem werben will. Die USA wollen in der Region Böhmen Teile des umstrittenen Raketenschilds installieren, um sich gegen Angriffe aus Staaten wie dem Iran zu schützen. Der tschechische Ministerpräsident Mirek Topolanek ist für die Stationierung. Allerdings muss seine Mitte-rechts-Regierung das Vorhaben noch durchs Parlament bringen, wo de facto ein Patt zwischen linken und rechten Kräften herrscht.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und Norden Auflockerungen. Im Süden und Osten mehr Wolken und örtlich Schauer oder Gewitter. Höchstwerte 20 bis 26 Grad.

Am Mittag meldeten:

Hamburg: 17 Grad, bedeckt;
Berlin: 17 Grad, nach Regen;
Dresden: 16 Grad, nach Regen;
Köln/Bonn: 21 Grad, leicht bewölkt;
Frankfurt am Main: 22 Grad, leicht bewölkt;
und München: 21 Grad, wolkig.

Audio und Video zum Thema