1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 4. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NEW YORK: Zehn Tage nach dem vereitelten Flugzeuganschlag von Detroit haben die USA die Sicherheitsbestimmungen auf den Flughäfen noch einmal verschärft. Sämtliche Passagiere müssten stichprobenartig mit zusätzlichen Kontrollen rechnen, darunter mit elektronischem Abscannen des Körpers oder gründlichen Leibesvisitationen, teilten die Behörden mit. Größtes Augenmerk richte sich auf Reisende aus Staaten mit "besonderem Interesse", vor allem aus dem Sudan, dem Iran, Syrien und Kuba, die auch auf der Terrorliste der USA stehen. Außerdem sollen Passagiere aus zehn weiteren Staaten wie etwa Jemen, Somalia, Afghanistan, Pakistan oder Nigeria besonders überprüft werden.

WASHINGTON: Die US-Führung hat beteuert, im Kampf gegen den Terrorismus keine Soldaten in den Jemen schicken zu wollen. Dies sei absolut nicht im Gespräch, es werde keine neue Front im Jemen eröffnet, sagte der Washingtoner Anti-Terrorberater, John Brennan, in TV-Interviews. Die Regierung in Sanaa wolle selbst das Terrornetzwerk El Kaida bekämpfen und dazu werde sie weitere Hilfen der USA bekommen. Der britische Premierminister Gordon Brown hatte mitgeteilt, man wolle gemeinsam eine Sondereinheit der Polizei zur Terrorabwehr im Jemen finanzieren und zudem die dortige Küstenwache ausrüsten. Man habe es mit einem "schwachen und schwierigen Staat" zu tun.

SEOUL: Südkoreas Präsident Lee Myung Bak hat vorgeschlagen, mit einem speziellen "Forum für ständigen Dialog" die Beziehungen zum kommunistischen Norden zu verbessern. Es sei Zeit für einen "Wendepunkt" zwischen den beiden Staaten, sagte Lee in einer Fernsehansprache zum neuen Jahr. --- An die Führung in Pjöngjang appellierte er, im Atomkonflikt an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

KAIRO: Ägypten hat der in Großbritannien ansässigen Hilfsorganisation "Viva Palästina" nach langen Verhandlungen gestattet, hunderte Tonnen Hilfsgüter mit einem Fahrzeugkonvoi in den Gaza-Streifen zu bringen. Dies meldete die staatliche Nachrichtenagentur MENA. - Am Sonntag hatte Ägypten Studenten und Kranken aus dem Gaza-Streifen die Einreise gestattet. - Der Küstenstreifen, in dem 1,5 Millionen Menschen leben, wird von Israel und Ägypten weitgehend abgeriegelt, seitdem dort 2007 die radikal-islamische Hamas die Macht übernommen hatte.

KOPENHAGEN: Bei dem Mordversuch an dem dänischen Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard hat der mutmaßliche Täter offenbar auf eigene Faust gehandelt. Der dänische Geheimdienstchef Jakob Scharf erklärte, der 28-jährige Somalier habe vermutlich enge Verbindungen zu einer radikal-islamischen Miliz in seinem Heimatland und zu El-Kaida-Führern in Ostafrika. Es deute aber alles daraufhin, dass er bei dem Angriff auf Westergaard alleine gehandelt habe. Der 74-jährige war dem Anschlag am Freitag mit knapper Not entgangen. - Westergaard, war einer der Zeichner der im September 2005 in einer dänischen Zeitung veröffentlichten Karikaturen des Propheten Mohammed, die in der islamischen Welt zu wütenden Protesten geführt hatten.

BERLIN: Mit verbissenem Streit ist die schwarz-gelbe Regierungskoalition auch ins neue Jahr gestartet. Wie zuvor eine Reihe von CSU-Politikern warnte jetzt der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach die FDP vor überzogenen Versprechen für Steuerentlastungen. "Sprüche" könnten nicht weiterhelfen, sagte er dem "Hamburger Abendblatt". FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger beharrte hingegen auf einem massiven Steuerabbau vom kommenden Jahr an. In einem zweiten Schritt müssten weitere Impulse für Wachstum und Beschäftigung folgen, forderte sie in der "Berliner Zeitung". --- Auch in der Afghanistan-Politik waren Union und Liberale in den vergangenen Tagen heftig aneinandergeraten.

MÜNCHEN: Angesichts des Verdachts von Insidergeschäften erwägt Bayern, den Kauf der maroden österreichischen Bank Hypo Group Alpe Adria rückgängig zu machen. Finanzminister Georg Fahrenschon sagte der "Süddeutschen Zeitung", sollte der Verkauf der Bank an die BayernLB "auf Lug und Trug aufgebaut" gewesen sein, wäre nachträglich die Geschäftsgrundlage entzogen. Dann werde der Freistaat "alle Möglichkeiten der Rückabwicklung nutzen" und Schadenersatz geltend machen. Das gescheiterte Engagement in Österreich kostet die bayerischen Steuerzahler mindestens 3,7 Milliarden Euro. Die BayernLB hatte die Kärntner Landesbank 2007 übernommen und im Dezember 2009 nach hohen Verlusten an die Republik Österreich verschenkt.

WIESBADEN: Die Erwerbstätigkeit ist in Deutschland im vergangenen Jahr erstmals seit 2005 wieder zurückgegangen. Im Jahresdurchschnitt waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 40,15 Millionen Menschen erwerbstätig. Das sind 72.000 Personen oder 0,2 Prozent weniger als 2008. Damals hatte die Erwerbstätigenzahl mit 40,22 Millionen noch einen Höchststand seit der deutschen Einheit erreicht. Angesichts der Wirtschaftskrise fiel der Rückgang damit schwächer aus als vielfach befürchtet. Als Hauptgründe nannte das Amt die Ausweitung der Kurzarbeit und den Abbau von Überstunden.

WASHINGTON: Freya Gräfin von Moltke, die Witwe des von den Nationalsozialisten 1945 hingerichteten Widerstandskämpfers Helmuth James Graf von Moltke, ist im Alter von 98 Jahren im US-Bundesstaat Vermont gestorben. Dies teilte ihr Sohn einer dortigen Zeitung mit. Graf von Moltke war Gründer der Widerstandsgruppe "Kreisauer Kreis", der auch seine Frau angehörte. Gräfin von Moltke lebte seit 1960 in den USA.

PEKING/ SEOUL: Schneestürme und eisige Temperaturen haben das öffentliche Leben in weiten Teilen Nordchinas und in der Hauptstadt Peking fast zum Erliegen gebracht. Die Schulen wurden geschlossen. In Peking wurden die Bewohner aufgerufen, beim Räumen der Schneemassen von den Straßen zu helfen. Nach Berichten chinesischer Medien werden minus 16 Grad erwartet - die tiefsten Temperaturen in der Hauptstadt seit 50 Jahren. --- Auch Teile Südkoreas und die Hauptstadt Seoul sind fest im Griff des Winters. Die stärksten Schneefälle seit über 70 Jahren haben den Straßen- und Luftverkehr weitgehend lahmgelegt.

DUBAI: Im Golfstaat Dubai wird an diesem Montag das höchste Gebäude der Welt, der Burj Dubai, feierlich eröffnet. Der Turm ist mehr als 800 Meter hoch und hat umgerechnet rund drei Milliarden Euro gekostet. Die genaue Höhe wird bis zur Eröffnung durch Dubai-Herrscher Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum geheim gehalten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: An den Küsten etwas Schnee. Sonst wechselnd bewölkt und meist trocken. Höchstwerte zwischen minus sieben und plus zwei Grad.

Audio und Video zum Thema