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Nachrichten

Montag, 4. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PEKING: Vier Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking sind bei einem Angriff auf eine Station der Grenzpolizei in der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang 16 Polizisten getötet worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua weiter meldete, wurden zudem 16 Polizisten verletzt. Zwei Angreifer seien mit einem Fahrzeug auf das Gelände der Polizeiwache vorgedrungen und hätten Granaten geworfen. Die beiden Angreifer seien festgenommen worden, so Xinhua weiter. Die Polizei vermute einen terroristischen Tathintergrund. - In Xinjiang leben rund acht Millionen muslimische Uiguren, von denen viele eine kulturelle und politische Unterdrückung durch die Chinesen beklagen. Die Volksrepublik verdächtigt militante Uiguren der Zusammenarbeit mit dem Terrornetzwerk El Kaida. - In Peking erklärte das Internationale Olympische Komitee nach dem Anschlag, es befürchte kein Sicherheitsproblem für die am 8. August beginnenden Spiele. Das IOC vertraue darauf, dass die Behörden alles tun würden, um eine sichere Veranstaltung zu gewährleisten, sagte Sprecherin Giselle Davies.

PRETORIA: In Südafrika hat der Prozess gegen den Präsidenten des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC), Jacob Zuma, begonnen. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn der Korruption, des Betruges und der Geldwäsche. Zuma soll unter anderem im Zusammenhang mit einem Waffengeschäft der Regierung in den 90er Jahren versucht haben, sich Bestechungsgelder zu beschaffen. Der 66-Jährige forderte vor dem Gericht in Pietermaritzburg die Einstellung des Verfahrens. Er sehe für sich keine Chance auf eine faire Behandlung. - Zuma gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Präsidentschaft in Südafrika, wenn das Mandat von Amtsinhaber Thabo Mbeki im nächsten Jahr abläuft.

MEXIKO-STADT: In der mexikanischen Hauptstadt ist die 17. internationale Aids-Konferenz eröffnet worden. An dem bis Freitag dauernden Treffen nehmen rund 25.000 Ärzte, Wissenschaftler, Politiker und Aktivisten teil. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte an die reichen Staaten, ihre Zusagen einzuhalten, und bis 2010 einen allgemeinen Zugang zu Medikamenten zu ermöglichen. Generell müssten die Mittel zur Bekämpfung der Krankheit deutlich erhöht werden. - Es ist die erste Konferenz dieser Art in Lateinamerika. Die Aufmerksamkeit soll vor allem auf die Situation in den Entwicklungsländern gelenkt werden, wo 90 Prozent der weltweit rund 33 Millionen Aids-Kranken leben.

JERUSALEM: Die nach Kämpfen mit der radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen nach Israel geflohenen Mitglieder der rivalisierenden Palästinenser-Organisation Fatah werden nun doch ins Westjordanland gebracht. Die israelische Armee teilte mit, sie bereite den Transport der rund 150 Männer nach Ramallah vor. Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums hatte Palästinenser-Präsident und Fatah-Chef Mahmud Abbas am Sonntag gefordert, die Flüchtlinge in den Gaza-Streifen zurückzuschicken. Gut 30 Rückkehrer waren jedoch umgehend von der Hamas festgenommen worden. Die Männer müssten um ihr Leben fürchten, hieß es aus dem Verteidigungsministerium.

WIEN: In einem Labor der Internationalen Atomenergiebehörde hat es einen Zwischenfall gegeben. Wie die UN-Behörde mitteilte, wurde eine kleine Menge hochgiftiges Plutonium freigesetzt, als eine Probe in einem Labor bei Wien infolge von Überdruck platzte. Zu diesem Zeitpunkt habe sich niemand in dem Labor aufgehalten. Nach Angaben des österreichischen Umweltministeriums bestand für die Bevölkerung keine Gefahr, da die Strahlung innerhalb des Sicherheitsbereichs der Anlage geblieben sei.

FRANKFURT AM MAIN: Nach der Tarifeinigung für Bodenpersonal der Lufthansa drohen nun die Piloten mit neuen Streiks: Bis Mitte der Woche entscheide sich, ob es weitere Ausstände bei den Lufthansa-Töchtern Eurowings und Cityline geben werde, teilte die Pilotenvereinigung 'Cockpit' mit. Eurowings- und Cityline-Piloten verdienen derzeit deutlich weniger als ihre Kollegen bei der Konzernmutter. Sollte sich die Lufthansa-Führung zudem weigern, eine übergeordnete Personalvertretung für alle ihre Piloten zu akzeptieren, will die Vereinigung 'Cockpit' bis zu 3.500 weitere Piloten zu Warnstreiks aufrufen.

MÜNCHEN: Im Streit um seinen möglichen Ausschluss aus der SPD hat der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement einen Kompromissvorschlag seiner Kritiker zurückgewiesen. Er lasse sich nicht darauf festlegen, wann, wie und wo er künftig seine Meinung äußern werde, sagte Clement der 'Süddeutschen Zeitung'. Nach Informationen des Blattes hatten sich fünf SPD-Ortsvereine, die das Ausschlussverfahren initiiert hatten, damit einverstanden erklärt, dass Clement in der Partei bleiben kann. Dieser sollte dafür im Gegenzug versichern, künftig -so wörtlich- 'parteischädigende Aufrufe zur Nichtwahl der SPD' zu unterlassen. - Die letzte Entscheidung über einen Parteiausschluss Clements liegt bei der Bundesschiedskommission der SPD.

MOSKAU: Der russische Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Wie seine Familie mitteilte, erlag der Schriftsteller und frühere Dissident in seiner Moskauer Wohnung einem Herzversagen. - Weltberühmt wurde Solschenizyn durch sein literarisch-dokumentarisches Werk 'Archipel Gulag' über den stalinistischen Terror und das Lagersystem in der Sowjetunion. 1970 wurde er mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Die sowjetischen Behörden verweigerten ihm die Reise zur Preisverleihung nach Stockholm. Vier Jahre später wurde Solschenizyn verhaftet, ausgebürgert und in die Bundesrepublik abgeschoben. Später lebte der Schriftsteller in der Schweiz und den USA. Mitte der 90er Jahre kehrte er nach Russland zurück.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und Nordwesten örtliche Auflockerungen, nach Südosten hin viele Wolken und teils kräftiger Regen. Höchsttemperaturen 19 bis 25 Grad.

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