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Nachrichten

Montag, 31. Dezember 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NAIROBI: In Kenia halten die Unruhen nach der umstrittenen Präsidentenwahl an. In einem Slumviertel der Hauptstadt Nairobi ging die Polizei mit Tränengas und Warnschüssen gegen protestierende Anhänger von Oppositionschef Raila Odinga vor. Aus der Stadt Kisumu im Westen des Landes, einer Hochburg Odingas, werden fast 50 Tote gemeldet. Der Oppositionschef will sich an diesem Montag in Nairobi vom Volk zum Gegenpräsidenten ausrufen lassen. Die Behörden drohten ihm und seinen Anhängern für diesen Fall mit Festnahme und verhängten eine Nachrichtensperre. Nach dem offiziellen Wahlergebnis siegte Amtsinhaber Mwai Kibaki mit rund 230.000 Stimmen über Odinga. EU-Wahlbeobachter bezweifeln, dass das Ergebnis korrekt ist. Kibaki ließ sich bereits für eine zweite Amtszeit vereidigen.

ISLAMABAD: Die Wahlkommission in Pakistan will am Dienstag bekanntgeben, ob die für den 8. Januar angesetzte Parlamentswahl verschoben wird. Ein Sprecher sagte, man habe nach dem Mord an Oppositionsführerin Benazir Bhutto Lageberichte von den Provinzregierungen angefordert. In den vergangenen Tagen war es vor allem in Bhuttos Heimatprovinz Sindh zu massiven Ausschreitungen ihrer Anhänger gekommen. Autos und Regierungsgebäude wurden angezündet, mehr als 40 Wahlbüros zerstört. Die Unsicherheit im Land führte zu einem Kurssturz von 4,5 Prozent an der nationalen Börse. Bhuttos Volkspartei hatte am Sonntag deren 19-jährigen Sohn Bilawal Bhutto Zardari zum neuen Parteichef bestimmt. Bis zum Ende seines Studiums vertritt ihn sein Vater.

BERLIN: Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat sich gegen einen Aufschub der Parlamentswahl in Pakistan ausgesprochen. In einem Rundfunkinterview sagte er, der frühe Wahltermin sei sinnvoll, da das Land eine stabile Regierung auf demokratischer Grundlage brauche. Entscheidend sei, dass es nicht zu einer instabilen Lage komme, die weitere Terrorgefahren im Grenzbereich zu Afghanistan nach sich ziehen würde. Trotz besorgniserregender terroristischer Aktivitäten dort halte er, so Jung, eine weitere Aufstockung des Bundeswehrkontingents nicht für notwendig. Die 3.500 Bundeswehrsoldaten reichten aus, um die Aufgaben im Rahmen der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF zu erfüllen.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den weiteren Kampf gegen die Arbeitslosigkeit als eines der politischen Ziele für 2008 benannt. In ihrer vorab veröffentlichten Neujahrsansprache warnte die Kanzlerin davor, in den Reformbemühungen nachzulassen. Die Risiken für die Konjunktur und das Wirtschaftswachstum seien zu groß, erklärte die CDU-Vorsitzende. In ihrer Erklärung geht die Kanzlerin auch auf die jüngsten Fälle von Kindesmisshandlungen und -tötungen in Deutschland ein. Notwendig sei eine Kultur des Hinsehens, nicht des Wegschauens. Wo Eltern ganz eindeutig mit der Erziehung überfordert seien, müsse der Staat sich einmischen. Dies wolle die Regierung etwa durch zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen erreichen.

BERLIN: Die Bundesregierung lehnt den von Unionspolitikern geforderten härteren Umgang mit jugendlichen Straftätern ab. Justizministerin Brigitte Zypries sprach sich etwa gegen die Einrichtung so genannter Erziehungscamps aus. In solchen Lagern würden Jugendliche gedemütigt und gedrillt, dies sei ein Verstoß gegen die Menschenrechte, so die SPD-Politikerin. Der Fraktionschef der Union, Volker Kauder, hatte Erziehungscamps nach amerikanischem Vorbild ins Gespräch gebracht. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff, ebenfalls CDU, rief inzwischen zu Besonnenheit in der Debatte auf. Integration und Vorbeugung blieben die Schlüsselthemen, sagte Wulff. Nach Ansicht des Kriminologen Christian Pfeiffer sind härtere Strafen und Erziehungscamps keine geeigneten Mittel im Kampf gegen die Jugendkriminalität.

KARLSRUHE: Gegen das neue Gesetz zur Speicherung von Telefon- und Internetverbindungen wollen Kritiker an diesem Montag Klage beim Bundesverfassungsgericht einreichen. Die Beschwerde geht von der Initiative 'Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung' aus. Deren Angaben zufolge haben sich 25.000 Bundesbürger der Klage angeschlossen. Das Gesetz zur Telekomunikationsüberwachung und Vorratsdatenspeicherung sieht vor, dass alle Verbindungsdaten für sechs Monate gespeichert werden, um so gegen Terrorverdächtige besser ermitteln zu können. Das Gesetz soll zum 1. Januar in Kraft treten. Kritiker sprechen von einer verfassungswidrigen Überwachung.

BAGDAD: Bei ihrem Einsatz im Irak sind in diesem Jahr nach Militär-Angaben fast 900 US-Soldaten getötet worden. Damit war 2007 für die amerikanischen Truppen das verlustreichste Jahr seit Beginn des Irak-Krieges 2003. In den vergangenen Monaten ist die Opferzahl allerdings stark zurückgegangen. Während im Mai noch 126 US-Soldaten im Irak getötet wurden, waren es in diesem Monat lediglich 21.

KATHMANDU: In Nepal ist die Regierungskrise beendet. Vier von fünf am Sonntag ernannten Ministern der ehemaligen maoistischen Rebellen wurden vereidigt; der fünfte nahm an der Zeremonie nicht teil. Premierminister Girija Prasad Koirala sagte, nun könne man sich auf die Parlamentswahl konzentrieren. Die Maoisten hatten sich nach dreimonatiger Abwesenheit bereiterklärt, wieder in der Regierung mitzuarbeiten, nachdem das Parlament ihre Forderung nach Abschaffung der Monarchie erfüllt hatte. Nepal soll nach der Wahl im April offiziell zur Republik erklärt werden.

SEOUL: Südkoreas Regierung hat anlässlich des Neujahrsfestes 75 Häftlinge begnadigt. Unter ihnen ist auch der im Mai 2006 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilte frühere Chef des Daewoo-Konzerns, Kim Woo Choong. Er wurde damals des Betrugs, der Bilanzfälschung und anderer Vergehen für schuldig befunden. Die Haftstrafe Kims wurde in einem Berufungsverfahren Ende 2006 auf achteinhalb Jahre reduziert. In den Genuss der Straffreiheit kommen zudem weitere Geschätfsleute sowie ehemalige Politiker und Staatsbeamte, darunter zwei frühere Geheimdienstchefs.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Es ist zumeist stark bewölkt, vor allem im Südosten des Landes fällt Regen oder Schnee. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen einem und fünf Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg, 1 Grad, wolkenlos;

Dresden, 1 Grad, bewölkt;

Berlin und Köln/Bonn, 3 Grad, bedeckt;

Frankfurt am Main, 2 Grad, leicht bewölkt und

München, 1 Grad, leichter Schneefall.

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