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Nachrichten

Montag, 30. Oktober 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag.

BERLIN: Die in Bosnien stationierten Bundeswehr-Soldaten sollen etappenweise abgezogen werden. Verteidigungsminister Franz Josef Jung sagte im deutschen Fernsehen, die Wahlen dort Anfang Oktober seien sehr gut verlaufen. Deshalb könne im Dezember mit dem Rückzug begonnen werden. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, begrüßte die Pläne des Ministers. Die Bundeswehr sei seit 1995 in Bosnien; der zivile Aufbau sei beendet. Es blieben höchstens noch Polizeiaufgaben übrig. Gertz plädierte zudem dafür, falls die Statusfrage des Kosovo geklärt sei, auch die dort stationierten Bundeswehr-Soldaten abzuziehen. In Bosnien ist Deutschland im Rahmen der EU-Mission mit 850 Soldaten vertreten, im Kosovo mit rund 3.000 Soldaten.

BERLIN: Israels Botschafter in Deutschland, Schimon Stein, hat davor gewarnt, die Militärzwischenfälle vor der libanesischen Küste zu sehr zu dramatisieren. Im deutschen Fernsehen sagte er, man sei noch in der Phase der Anpassung zwischen dem israelischen und dem deutschen Militär. Zuvor hatte Israels Regierungschef Ehud Olmert Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Telefonat zugesichert, man werde sich künftig enger mit der UN-Friedenstruppe für den Libanon UNIFIL abstimmen, um Militärzwischenfälle vor der libanesischen Küste zu vermeiden. Zuletzt war ein Marine-Hubschrauber von israelischen Kampfjets bedrängt worden.

ISLAMABAD: Bei einem pakistanischen Luftangriff auf ein mutmaßliches Trainingszentrum militanter Islamisten an der Grenze zu Afghanistan sind nach Militärangaben fast 80 Menschen getötet worden. In der Koranschule eines Anhängers der radikal-islamischen Taliban sei jedoch kein führender Extremist gestorben, sagte ein hochrangiger Militär. Die Region liegt 200 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Islamabad.

SOFIA: Der bulgarische Staatspräsident Georgi Parwanow hat die zweite Runde der Präsidentenwahl mit rund 75 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Das teilte die Zentrale Wahlkommission in Sofia mit. Parwanows Herausforderer in der Stichwahl, der Vorsitzende der nationalistischen Ataka-Partei, Wolen Siderow, erhielt lediglich knapp 25 Prozent. Ihm waren im Wahlkampf fremdenfeindliche Tendenzen und eine undemokratische Politik vorgeworfen worden. Der Sozialist Parwanow gilt als Wegbereiter für den EU-Beitritt Bulgariens zum 1. Januar 2007.

BELGRAD: In Serbien haben die Bürger eine neue Landesverfassung gebilligt. In einem Referendum stimmten nach offiziellen Angaben knapp 52 Prozent der Wahlberechtigten für den Entwurf. Die neue Verfassung definiert Serbien erstmals nach dem Zerfall Jugoslawiens als eigenen Staat. Zudem wird die Provinz Kosovo zum festen Bestandteil Serbiens erklärt, ungeachtet der noch laufenden Verhandlungen über den künftigen Status des Gebiets. Die Vereinten Nationen dürften sich in naher Zukunft für die Unabhängigkeit des Kosovo aussprechen.

WARSCHAU: Der polnische Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski hat die Energiepolitik als zentrales Thema seines Deutschland-Aufenthalts bezeichnet. Polen sieht sich durch das geplante deutsch-russische Erdgas-Pipeline-Projekt ausgegrenzt. Kaczynski wird an diesem Montag zu seinem ersten offiziellen Besuch als Regierungschef in Berlin erwartet. Vor seinem Abflug widersprach er dem Eindruck, die Beziehungen zwischen beiden Ländern hätten sich seit seinem Amtsantritt verschlechtert. Was manche als Irritationen beschrieben, nenne er Missverständnisse, sagte Kaczynski.

BERLIN: Innenminister Wolfgang Schäuble hat von den Muslimen in Deutschland mehr Anstrengungen gefordert, sich zu integrieren. Der Zeitung 'Die Welt' sagte Schäuble, Muslime müssten etwa Karikaturen ertragen sowie die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Das mache die offene deutsche Gesellschaft aus. Diese müsse aber im Gegenzug die Vielfalt als Chance sehen und nicht als Bedrohung. Schäuble plädierte außerdem erneut dafür, dass alle langjährig geduldeten Ausländer arbeiten dürfen, um nicht von der Sozialhilfe abhängig zu werden. Arbeitsminister Franz Müntefering ist allerdings wegen der hohen Arbeitslosenzahlen in Deutschland gegen eine solche Bleiberechtsregelung.

BRASILIA: In Brasilien ist Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva trotz zahlreicher Korruptionsaffären für eine zweite Amtszeit wiedergewählt worden. Der frühere Gewerkschaftsführer von der sozialistischen Partei der Arbeiter erhielt bei der Stichwahl nach Auszählung fast aller Stimmen knapp 61 Prozent. Lulas sozialdemokratischer Herausforderer Geraldo Alckmin kam demnach auf rund 39 Prozent. Lula betonte in Sao Paulo, die Regierung werde sich weiterhin für die Bekämpfung der Armut einsetzen.

MEXIKO-STADT: Die mexikanische Polizei hat mit gepanzerten Fahrzeugen, Wasserwerfern und Tränengas die seit Mai von Demonstranten besetzte Stadt Oaxaca gestürmt und die Innenstadt unter ihre Kontrolle gebracht. Bei Straßenschlachten mit Aufständischen wurde dabei ein 15-jähriger Junge getötet. Rund 50 Menschen wurden nach Angaben der Demonstranten festgenommen. Die Aufständischen kündigten an, ihren Protest gegen Gouverneur Ulises Ruiz trotz des massiven Einsatzes der Sicherheitskräfte fortzusetzen. Sie werfen ihm Wahlbetrug und Einschüchterung von Gegnern vor.

ABUJA: Den Flugzeugabsturz nahe der nigerianischen Hauptstadt haben nach Angaben der betroffenen Fluggesellschaft ADC neun Menschen überlebt. 96 Insassen, darunter auch der geistliche Führer der nigerianischen Moslems, Sultan Muhammad Maccido, seien ums Leben gekommen. Zudem sei einer der Flugschreiber gefunden worden. Die Boeing 737 der nigerianischen Gesellschaft war am Sonntag kurz nach dem Start in Abuja bei schlechtem Wetter abgestürzt. Die Behörden verhängten eine dreitägige Staatstrauer.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, Richtung Nordsee auch Regen. Kühler bei Tageswerten zwischen neun und 16 Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 30.10.2006
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