1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 30. November 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MÜNCHEN: Einer der letzten Nazi-Kriegsverbrecherprozesse beginnt zur Stunde vor dem Landgericht München. Die Staatsanwaltschaft wirft dem mutmaßlichen KZ-Wachmann John Demjanjuk Beihilfe zum Mord an 27.900 Juden 1943 im Vernichtungslager Sobibor in Polen vor. Der gebürtige Ukrainer Demjanjuk lebte nach dem Zweiten Weltkrieg mehrere Jahrzehnte unbehelligt in den USA. Die Ärzte haben den 89-Jährigen für eingeschränkt verhandlungsfähig erklärt.

BERLIN: Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat eine neue und umfassende Prüfung des Luftangriffs auf zwei Tanklastzüge Anfang September im Norden Afghanistan angekündigt. Klar sei, dass vor Ort Fehler gemacht worden seien, "sowohl vor wie nach dem Luftschlag", sagte Guttenberg der "Bild"-Zeitung. Zurzeit würden vor allem auch die zunächst zurückgehaltenen Dokumente "fieberhaft und mit großem Nachdruck" bewertet, so der Minister im 1. Deutschen Fernsehen. Nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeigers" hat das für Verteidigungspolitik zuständige Referat des Kanzleramts den Befehl zu dem Angriff in Kundus bereits vor der Bundestagswahl als militärisch unangemessen eingestuft.

BERLIN: Bundespräsident Horst Köhler hat die neuen Ministerinnen für die beiden Ressorts Arbeit und Familie, Ursula von der Leyen und Kristina Köhler (beide CDU), offiziell in ihre Ämter eingeführt. Der am Freitag zurückgetretene Arbeitsminister Franz Josef Jung (CDU) erhielt seine Entlassungsurkunde. Jung hatte mit seinem Rücktritt die Konsequenzen aus der Affäre um die Vertuschung eines Bundeswehr-Berichts zu dem verheerenden Luftangriff in Afghanistan in seiner Zeit als Verteidigungsminister gezogen. Dies hatte die Kabinettsumbildung ausgelöst.

TEGUCIGALPA: Nach der Präsidentenwahl in Honduras hat sich der konservative Oppositionskandidat Porfirio Lobo zum Sieger der Wahl erklärt. Der Unternehmer kündigte an, er werde eine Regierung der nationalen Einheit bilden. Damit wolle er die durch einen Staatsstreich entstandene Krise in dem mittelamerikanischen Land überwinden. Laut ersten offiziellen Ergebnissen kam Lobo auf fast 56 Prozent der Stimmen. Auf dem zweiten Platz folgt mit etwa 34 Prozent der Kandidat der noch regierenden Liberalen Partei, Elvin Santos. Der vor fünf Monaten abgesetzte Präsident Manuel Zelaya und Putschpräsident Roberto Micheletti hatten nicht zur Wahl gestanden.

NANGKING: Im chinesischen Nangking hat ein Gipfeltreffen der Europäischen Union mit China begonnen. Eine Woche vor Beginn der Weltklimakonferenz in Dänemark soll vor allem darüber beraten werden, wie die Treibhausgas-Emissionen verringert werden können. China ist neben den USA das Land mit dem größten CO2-Ausstoß. Vergangene Woche hatte die Volksrepublik erstmals konkrete Klimaschutzziele angekündigt. Die EU forderte auf dem Gipfel China, die USA, Japan und andere Länder auf, größere Anstrengungen zur Verringerung der Treibhausgase zu unternehmen. Die bisherigen Zusagen seien nicht ausreichend.

TEHERAN: Der Iran verschärft im Atomkonflikt mit dem Westen seinen Kurs und will zehn neue Anlagen zur Uran-Anreicherung bauen. Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte, der Iran müsse 500.000 Zentrifugen zur Urananreicherung bauen, um jährlich bis zu 300 Tonnen atomaren Brennstoff produzieren zu können. Diesen brauche die Islamische Republik zum Betrieb ihrer Atomkraftwerke. Die jüngste Entscheidung des Iran ist ein offener Affront auch gegenüber der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA. Die UN-Behörde hatte die Regierung in Teheran erst vor wenigen Tagen aufgefordert, alle Arbeiten an der neuen Urananlage nahe der Stadt Ghom zu stoppen.

KAIRO: Der ägyptische Großmufti Ali Gomaa hat das Bauverbot für Minarette in der Schweiz als "Beleidigung" für alle Muslime kritisiert. Gomaa nannte das in einer Volksabstimmung durchgesetzte Verbot zudem einen Angriff auf die Religionsfreiheit. Der Großmufti, einer der höchsten islamischen Würdenträger, rief die Muslime in der Schweiz dazu auf, mit legalen Mitteln gegen das Verbot zu demonstrieren und sich im gesellschaftlichen Dialog zu engagieren. - In der Schweiz leben etwa 400.000 Muslime. Am Sonntag hatte sich bei einer Volksabstimmung eine überraschend klare Mehrheit von fast 58 Prozent dafür ausgesprochen, den Bau neuer Minarette zu verbieten.

DUBAI: Die Börse in Dubai hat am ersten Handelstag nach der Bitte des Landes um Zahlungsaufschub für die beiden Staatskonzerne Dubai World und Nakheel kräftige Verluste erlitten. Der Leitindex brach im frühen Handel um knapp sieben Prozent ein. Dubai World-Papiere stürzten knapp 15 Prozent ab. Der Leitindex am Handelsplatz im benachbarten Abu Dhabi verlor acht Prozent. Dubai hatte letzte Woche unter anderem die Gläubiger von Dubai World - dem staatseigenen Firmenkonglomerat, das unter anderem auch die Insel in Palmenform gebaut hat - um Aufschub gebeten. Der Konzern hat fast 60 Milliarden Dollar Schulden, das entspricht drei Viertel der Verbindlichkeiten des Landes.

STUTTGART: Die Belegschaft des Daimler-Konzerns will eine Produktionsverlagerung der Mercedes-C-Klasse in die USA nicht kampflos hinnehmen. Daimler setze bei einem Abzug der Montage aus dem Werk Sindelfingen 5.000 Arbeitsplätze bei Mercedes und bei Zulieferern aufs Spiel, erklärte die IG Metall vor der Betriebsversammlung an diesem Montag. Vor der Bekanntgabe der Vorstandsbeschlüsse sind weitere Protestaktionen angekündigt. Der Autobauer will mit einer Verlagerung nach Tuscaloosa in den USA auch negative Wechselkurseffekte infolge des schwachen Dollar-Kurses ausgleichen. - Die C-Klasse wird auch noch in Bremen, Südafrika und China gebaut.

ZUR FUSSBALL-BUNDESLIGA: Spitzenreiter Leverkusen schlug Stuttgart klar mit 4:0 und marschiert Richtung Herbstmeisterschaft. Im zweiten Sonntagsspiel gelang Bayern München in Hannover ein souveräner 3:0-Sieg und der Sprung auf Platz vier. --- Stuttgart rangiert auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der Druck auf Trainer Markus Babbel wird nach der längsten Negativserie der Schwaben seit zehn Jahren immer größer.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND - Die Vorhersage für Montag: Regen breitet sich auch Richtung Osten aus. Maximal drei bis elf Grad. --- Im Nordwesten später teils heiter.

Audio und Video zum Thema