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Nachrichten

Montag, 30. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag

JERUSALEM: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas aufgefordert, sich für die Fortsetzung des Friedensprozesses mit Israel einzusetzen. Abbas trage eine große Verantwortung, darauf hinzuwirken, dass die radikalislamische Hamas das Existenzrecht Israels anerkenne, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem israelischen Staatspräsidenten Mosche Katzav in Jerusalem. Beide betonten anschließend, die Islamisten müssten die bisherigen Vereinbarungen aus dem Friedensprozess anerkennen. Es sei undenkbar, den gesamten Friedensprozess von vorne zu beginnen. Das Treffen mit Abbas in Ramallah ist für den Nachmittag geplant.

KATTOWITZ: An der eingestürzten Messehalle nahe Kattowitz im Süden Polens haben die Rettungsmannschaften die Suche nach Verschütteten eingestellt. Nach Angaben der oberschlesischen Behörden sollten Spürhunde ein letztes Mal die Trümmer absuchen, anschließend werde mit dem Abbruch der Halle begonnen. Bei dem Einsturz des Hallendaches am Samstag waren nach jüngsten Berichten mindestens 67 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch zwei Deutsche. --- Die Katastrophe hatte sich während einer Brieftauben-Ausstellung ereignet. Nach Einschätzung polnischer Regierungsstellen brach das Hallendach unter einer zu großen Schneelast zusammen. Dagegen erklärten Vertreter der Messegesellschaft, die Unglücksursache sei noch völlig unklar.

PARIS: Der weltweit zweitgrößte Stahlkonzern Arcelor hat sich zuversichtlich gezeigt, eine feindliche Übernahme durch den Branchenersten Mittal Steel abwehren zu können. Arcelor-Chef Guy Dollé erklärte in Paris, man werde "die begonnene Schlacht" gewinnen. Mittal Steel will den Luxemburger Stahlriesen für 18,6 Milliarden Euro erwerben. Konzernführer Lakshmi Mittal sagte in Interviews zu, die künftige Firmenzentrale nach Luxemburg zu verlagern und die Sozialvereinbarungen bei Arcelor zu akzeptieren. Die deutsche ThyssenKrupp könnte von einer Fusion profitieren, da Mittal ihr den kanadischen Konkurrenten Dofasco überlassen würde.

MÜNCHEN: In den Streit um die Schließung des bestreikten AEG-Werks in Nürnberg kommt Bewegung. Bei einem Spitzengespräch mit der Gewerkschaft erklärte sich der schwedische Mutterkonzern Electrolux bereit, der Belegschaft ein neues Angebot zu unterbreiten. Dabei gehe es lediglich um die Bedingungen für die geplante Verlagerung der Produktion nach Polen, teilte die Konzernleitung anschließend mit. Die IG Metall stellte klar, dass sie bis zu einem Verhandlungsergebnis an dem Streik festhalten werde. Ziel bleibe es, den Standort zu erhalten. Das Werk in Nürnberg wird seit gut einer Woche bestreikt.

BERLIN: Vor einer Spitzenrunde zur Lage auf dem Arbeitsmarkt für Jugendliche hat der Deutsche Gewerkschaftsbund seine Kritik am Ausbildungspakt von Regierung und Wirtschaftsverbänden erneuert. Die designierte DGB-Vizevorsitzende Ingrid Sehrbrock sagte, bei den versprochenen 30.000 Ausbildungsplätzen handele es sich nicht um zusätzliche Lehrstellen, sondern um Ersatz für wegfallende. Vertreter von Wirtschaft und Politik wollen an diesem Montag Wege aus der Ausbildungsmisere besprechen.

BERLIN: Der Vorstoß von Bundesarbeitsminister Franz Müntefering, das Rentenalter schneller als geplant auf 67 Jahre anzuheben, ist auf teils harsche Kritik gestoßen. Vor allem Seniorenverbände und Sozialpolitiker sprachen sich gegen eine schnellere Anhebung aus. Der Sozialverband VdK erklärte, solange die Hälfte der Betriebe keine Arbeitnehmer mehr über 50 beschäftige, dürfe das Rentenalter nicht auf 67 Jahre angehoben werden. Laut Koalitionsvertrag von Union und SPD soll das Rentenalter von 67 Jahren erst ab 2012 in monatlichen Schritten eingeführt werden. Politiker von SPD und CDU warnten vor einer Rentendiskussion zur falschen Zeit.

HELSINKI: Finnlands Präsidentin Tarja Halonen bleibt für weitere sechs Jahre im Amt. In einer Stichwahl erhielt die von Sozialdemokraten und Linkspartei unterstützte Halonen 51,8 Prozent, ihr konservativer Herausforderer Sauli Niinistö errang 48,2 Prozent. Die 62 Jahre alte Staatschefin sprach von einem historischen Sieg.

LAGOS: Die vier in Nigeria entführten ausländischen Mitarbeiter des Öl-Konzerns Shell sind wieder auf freiem Fuß. Sie seien wohlauf und in Obhut der Behörden, teilten Regierungssprecher mit. Die Entführer von der "Bewegung für die Emanzipation des Niger-Deltas" stellten in einer Erklärung klar, die Freilassung bedeute keinesfalls ein Ende der Kämpfe oder einen Waffenstillstand. Die Separatisten hatten einen Briten, einen US-Bürger, einen Bulgaren und einen Honduraner vor drei Wochen bei einem Angriff auf eine Ölplattform verschleppt. Sie hatten mehr Kontrolle über die Ölreserven der Region gefordert.

MIAMI: Der als 'Vater der Videokunst' bekannte Künstler Nam June Paik ist 73-jährig in Miami gestorben. Paik, der lange Jahre in Deutschland arbeitete und seinen Berufsweg dort begann, gilt als Vorreiter der medialen Kunst im Zeitalter der Elektronik. Weltweit bekannt wurde er durch seine Multi-Video-Installationen. Dazu gehörte etwa die 384 Monitore umfassende Installation im Centre Pompidou.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden vielfach neblig-trüb und örtlich Nieselregen. Sonst meist sonnig. Temperaturen zwischen minus vier und plus vier Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 0 Grad, Nebel; Berlin: minus 5 Grad, leicht bewölkt; Dresden: minus 8 Grad, dunstig; Köln/Bonn: minus 9 Grad, wolkenlos; Frankfurt am Main: minus 5 Grad, fast wolkenlos und München: minus 8 Grad, dunstig.