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Nachrichten

Montag, 30. August 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Monstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Nach der Festlegung von Bundeskanzlerin Merkel auf zehn bis 15 Jahre längere Betriebszeiten für Atomkraftwerke hat die Opposition harten Widerstand angekündigt. Führende SPD-Politiker bekräftigten Verfassungsklagen gleich mehrerer Bundesländer, sollte aufgrund einer fehlenden Mehrheit der Bundesrat bei der Laufzeit-Entscheidung umgangen werden. Unterdessen plant Bundesumweltminister Röttgen nach Presseberichten die Energiekonzerne im Falle einer Laufzeitverlängerung mit Sicherheitsauflagen zu milliardenschweren Investitionen zu zwingen.

BERLIN: Nach seinen umstrittenen Äußerungen zu Einwanderern werden die Rufe nach einer Ablösung von Thilo Sarrazin als Vorstandsmitglied der Bundesbank immer lauter. Er sei zu einer Belastung für eine öffentliche Einrichtung und damit für das Ansehen der Bundesrepublik geworden, hieß es quer durch alle Parteien und Gewerkschaften. Die SPD prüft erneut Möglichkeiten eines Parteiausschlusses. Sarrazin stellt heute in Berlin sein Buch "Deutschland schafft sich ab" vor, in dem er vor allem Moslems fehlende Bereitschaft zur Integration vorwirft. Kritiker haben Proteste angekündigt.

HAMBURG: Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat für die kommenden Wochen Proteste gegen die Politik der Bundesregierung in ganz Deutschland angekündigt. Es werde Aktionen in den Betrieben, aber auch Kundgebungen auf Straßen und Plätzen größerer Städte wie Hannover, Stuttgart, Nürnberg oder Kiel geben, sagte der Vorsitzende Sommer dem "Hamburger Abendblatt". Ziel sei, den Unmut über eine ungerechte Politik mit finanzschwachen Gemeinden, der Rente mit 67, Leiharbeit, Hartz IV oder auch der Kopfpauschale im Gesundheitswesen deutlich zu machen.

JERUSALEM: Vor dem Nahost-Gipfel mit den Palästinensern hat sich Israel in der Siedlungspolitik unnachgiebig gezeigt. Der Baustopp für Siedlungen im Westjordanland werde vor dem Gipfeltreffen nicht verlängert, hieß es in Jerusalem. Es gebe keinerlei Vorschläge oder Zusagen an die USA, das entsprechende Moratorium fortzusetzen, erklärte ein israelischer Regierungssprecher. Die neuen direkten Verhandlungen sollen am 2. September beginnen, der zehnmonatige Baustopp in dem Palästinensergebiet würde am 26. September auslaufen. Palästinenserpräsident Abbas hatte im Fernsehen gedroht, die Gespräche würden sofort abgebrochen, sollten neue Siedlungen genehmigt werden. Israel trage dann die Verantwortung für das Scheitern.

SANTIAGO DE CHILE: In Chile soll an diesem Montag mit der Bohrung eines Rettungsschachtes für die seit dreieinhalb Wochen eingeschlossenen Bergarbeiter begonnen werden. Der tonnenschwere Bohrer muss sich drei bis vier Monate lang durch das Gestein fressen, bevor er bei den 33 Bergarbeitern in fast 700 Meter Tiefe ankommt. Die Eingeschlossenen werden derzeit durch eine enge Röhre mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt.

JAKARTA: Im Westen Indonesiens sind erneut tausende Menschen geflohen, nachdem der Vulkan Sinabung zum zweiten Mal ausgebrochen war. Der Katastrophenschutz auf der Insel Sumatra berichtete von einer zwei Kilometer hohen Rauch- und Aschewolke. Inzwischen wurden 21.000 Menschen in Notunterkünften untergebracht.

TOKIO: Die japanische Zentralbank stemmt sich mit einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik gegen den Höhenflug des Yen und die Deflation. Die Währungshüter in Tokio beschlossen, den Geschäftsbanken weitere zehn Billionen Yen zu einem sehr günstigen Zinssatz zur Verfügung zu stellen. Das Kreditprogramm wird damit auf insgesamt 30 Billionen Yen (umgerechnet 275 Milliarden Euro) aufgestockt. Der Yen hatte zuletzt ein 15-Jahres-Hoch zum Dollar erreicht und belastet damit zunehmend die exportorientierte Wirtschaft Japans.

MÜNCHEN: Nach monatelangen Verhandlungen verkauft der Chip-Hersteller Infineon seine komplette Handy-Sparte an den US-Branchenriesen Intel. Die Amerikaner zahlten dafür umgerechnet 1,1 Milliarden Euro in bar, teilte das Unternehmen in München mit. Infineon-Chef Bauer sagte, sein Haus werde sich künftig stärker auf Auto- und Industrielektronik sowie Chipkartentechnik konzentrieren.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viel Regen, insbesondere in den Mittelgebirgen und am Alpenrand. Höchstwerte in Bayern bei zehn Grad, am Niederrhein ist es mit 18 Grad milder.

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