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Nachrichten

Montag, 3. März 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MOSKAU: Der neue Präsident Russlands heißt Dmitri Medwedew. Wie die Wahlkommission in Moskau mitteilte, erhielt Medwedew bei der Präsidentenwahl am Sonntag nach vorläufigem amtlichen Endergebnis 70,23 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,61 Prozent. Der Nachfolger des scheidenden Präsidenten Wladimir Putin soll sein neues Amt am 7. Mai antreten. Medwedew kündigte an, die Politik seines Vorgängers fortzusetzen. Er wolle die Chance nutzen, um Russland auf Kurs zu halten und die Stabilität zu festigen. Putin selbst will den Posten des Regierungschefs übernehmen. Die russische Opposition warf dem Kreml massive Wahlmanipulationen vor. Kommunistenchef Gennadi Sjuganow und der Ultra-Nationalist Wladimir Schirinowski belegten weit abgeschlagen die Plätze zwei und drei.

MOSKAU: Der russische Gazprom-Konzern hat wie angekündigt seine Gaslieferungen an die Ukraine um ein Viertel reduziert. Das teilte ein Sprecher in Moskau mit. Die Kunden in der Europäischen Union seien von der Maßnahme nicht betroffen, hieß es. - Gazprom fordert vom ukrainischen Energieunternehmen Naftogaz, Schulden in Höhe von umgerechnet fast 400 Millionen Euro zu begleichen. Bereits vor rund zwei Jahren hatte Russland der Ukraine vorübergehend den Gashahn zugedreht.

TEL AVIV: Israel hat die international kritisierte Militäroffensive im Gazastreifen beendet. Ein Armeesprecher sagte, fast alle Bodentruppen seien inzwischen wieder aus dem Palästinensergebiet abgezogen. Die Luftangriffe werden aber weiter auf Raketenangriffe militanter Palästinenser reagieren. Bei den Gefechten im Gazastreifen waren allein am Wochenende mehr als 70 Palästinenser getötet worden. - Die USA forderten Israelis und Palästinenser zum Dialog auf. Die auf Eis gelegten Friedensgespräche müssten wieder aufgenommen werden, sagte ein Regierungssprecher in Washington. US-Außenministerin Condoleezza Rice soll noch an diesem Montag zu einer neuen Vermittlungsmission in den Nahen Osten aufbrechen.

BAGDAD: Bei der Explosion einer Autobombe sind in der irakischen Hauptstadt mindestens 12 Menschen getötet worden. 38 Menschen wurden nach Angaben von Polizei und aus Krankenhäusern verletzt. Die in einem abgestellten Auto deponierte Bombe explodierte in der Bagdader Innenstadt im Viertel Bab al Mudham.

QUITO: Ecuador und Venezuela haben ihre Truppen an den Grenzen zu Kolumbien verstärkt. Hintergrund ist das Eingeständnis des kolumbianischen Militärs, bei einem Einsatz gegen linksgerichtete Rebellen bis auf das Territorium Ecuadors vorgedrungen zu sein. Bei dem Einsatz waren am Samstag fast 20 Rebellen der sogenannten 'Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens' getötet worden, darunter einer ihrer Anführer. Aus Protest gegen die Militäraktion riefen Ecuador und Venezuela auch ihre Botschafter aus Bogota zurück. Die kolumbianischen Botschafter in Quito und Caracas wurden ausgewiesen.

BERLIN: Präsidium und Parteirat der SPD befassen sich an diesem Montag in Berlin mit dem anhaltenden Streit über eine Öffnung zur Linkspartei. Für den grippekranken Parteichef Kurt Beck wird sein Stellvertreter, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, die Sitzungen leiten. Steinmeier hatte am Wochenende einen Pressebericht über seine angeblich verabredete Kanzler-Kandidatur als Unsinn zurückgewiesen. Die stellvertretende SPD-Chefin Andrea Nahles sagte im ARD-Fernsehen, sie rechne mit einer breiten Rückendeckung für den Vorsitzenden Beck. Zugleich rief sie die führenden Sozialdemokraten auf, wieder näher zusammenzurücken. Vor einer Woche hatte der Parteivorstand den Landesverbänden auch im Westen freie Hand gegeben, über eine Zusammenarbeit mit der Linken zu entscheiden.

MÜNCHEN: Bei den Kommunalwahlen in Bayern hat die CSU vor allem in den großen Städten deutliche Verluste hinnehmen müssen. In München und Nürnberg konnten die Oberbürgermeister Christian Ude und Ulrich Maly von der SPD ihre Mehrheit noch ausbauen. In den Kreisen liegt die CSU allerdings vorn. Die Wahlen galten als erste Bewährungsprobe für CSU-Chef Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein. Im September finden in Bayern Landtagswahlen statt.

WOLFSBURG: Volkswagen übernimmt die Mehrheit der Stimmrechte am schwedischen Lastwagenbauer Scania. Der Autokonzern kaufe die Anteile der schwedischen Familie Wallenberg, teilte das Unternehmen in Wolfsburg mit. Mit dem Zukauf von rund 30,6 Prozent der Stimmrechte steige der Stimmrechts-Anteil von Volkswagen an Scania auf 68,6 Prozent. Der Preis pro Scania-Aktie betrage 200 schwedische Kronen. Der Lastwagenbauer MAN hat die Übernahme des schwedischen Konkurrenten Scania durch Volkswagen begrüßt. MAN war vor gut einem Jahr mit einem Übernahmeangebot für Scania gescheitert und bemühte sich seither erfolglos um eine einvernehmliche Lösung.

HAMBURG: Die Deutschen haben im Jahr 2007 rund drei Milliarden Überstunden geleistet. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Berechnungen des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Laut der Erhebung ist die Zahl der bezahlten Überstunden um rund fünf Prozent auf etwa 1,48 Milliarden gestiegen. Dazu kommen den Arbeitsmarkt-Experten zufolge unbezahlte Zusatzstunden in mindestens der gleichen Größenordnung. Rechnerisch leiste damit jeder Vollzeitbeschäftigte zwei Überstunden pro Woche.

LEIPZIG: Die frühere Bundestagspräsidentin und SPD-Politikerin Annemarie Renger ist tot. Sie starb im Alter von 88 Jahren in einem Pflegeheim. Das bestätigten SPD-Kreise in Berlin. Die gebürtige Leipzigerin gehörte zum konservativen Flügel der Sozialdemokraten, arbeitete bis zum Tod des SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher als dessen Privatsekretärin und war von 1953 bis 1990 Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie war die erste Bundestagspräsidentin und 1979 auch Kandidatin der SPD für das Amt der Bundespräsidentin.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wolkenreich und vor allem im Süden zeitweise Regen. Im Norden auch kurze Auflockerungen. Tageshöchsttemperaturen im Norden fünf bis zehn, im Süden neun bis 14 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 6 Grad, nach Schauer;
Berlin: 6 Grad, leichter Regen;
Dresden: 7 Grad, stark bewölkt;
Köln/Bonn: 7 Grad, nach Regen;
Frankfurt am Main: 9 Grad, nach Regen und
München: 11 Grad, stark bewölkt.

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