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Nachrichten

Montag, 3. Dezember 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MOSKAU: Nach dem Sieg der Kremlpartei 'Geeintes Russland' mit Präsident Wladimir Putin an der Spitze verzögert sich das vorläufige Endergebnis der Parlamentswahl. Die Partei kam nach Auszählung von knapp 98 Prozent der Stimmen auf rund 64 Prozent der Stimmen. Damit erreichte die Partei eine verfassungsgebende Zweidrittelmehrheit. Die Kommunisten liegen als zweitstärkste Kraft bei etwa 12 Prozent. Die nationalistische 'Liberaldemokratische Partei' des Populisten Wladimir Schirinowski erreichte 8 Prozent, ebenso die Partei 'Gerechtes Russland'. Die Kommunisten erklärten, sie würden die Parlamentswahl vor Gericht anfechten. Es habe massive Manipulationen gegeben. Die Wahlkommission räumte Unregelmäßigkeiten ein. Diese seien aber unbedeutsam gewesen. Die Wahlbeteiligung war mit etwa 60 Prozent deutlich höher als 2003.

BERLIN: Die Europäische Union hat den Verlauf der Wahl in Russland kritisiert. EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner sagte in Berlin, die Europäische Kommission betrachte dabei nicht nur den Wahltag selbst, sondern auch den Vorlauf. Da habe es zum Teil Verletzungen der Grundrechte gegeben. Sie bekräftigte ihr Bedauern, dass die Fachleute der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) nicht eingesetzt werden konnten. Der Bundestagsabgeordnete Christian Kleiminger (SPD), der als Wahlbeobachter in Russland war, bezeichnete die Abstimmung als "unfair". Putin habe alle Weichen gestellt, sagte er. So sei der Opposition die Möglichkeit verwehrt worden, ihre Botschaft in den Medien zu verbreiten. In den Wahllokalen selbst habe er keine Manipulation festgestellt, sagte Kleiminger.

HANNOVER: Die CDU-Vorsitzende, Kanzlerin Angela Merkel, hat in Hannover den 21. Bundesparteitag ihrer Partei eröffnet. Unter dem Motto 'Die Mitte' wollen sich die Christdemokraten dabei scharf vom Koalitionspartner SPD abgrenzen. Darüber hinaus stimmen die rund 1.000 Delegierten über das neue Grundsatzprogramm der Partei ab. In dem Papier werden eine Lockerung des Kündigungsschutzes, ein Ausbau der Kinderbetreuung und mittelfristig das in der CDU umstrittene Betreuungsgeld für die Erziehung zu Hause verlangt. Zu den weiteren Forderungen zählen der Einsatz der Bundeswehr im Innern, die Beibehaltung der Atomkraft auf absehbare Zeit sowie die Verweigerung eines EU-Beitritts der Türkei.

CARACAS: Venezuelas Präsident Hugo Chávez ist mit seiner Verfassungsreform knapp gescheitert. Wie der Wahlleiter mitteilte, sprachen sich 51 Prozent der Wähler in einem Referendum gegen die Änderungen aus. Chávez wollte mit 69 Verfassungsänderungen den von ihm proklamierten Sozialismus des 21. Jahrhunderts festigen. Unter anderem wollte er die begrenzte Zahl von Amtszeiten eines Präsidenten und die Unabhängigkeit der Notenbank abschaffen. Die Regierung will nach eigenen Angaben das Ergebnis des Referendums akzeptieren.

BERLIN/ DENPASAR: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat sich vor seiner Reise zur UN-Klimakonferenz auf Bali pessimistisch über einen Erfolg gezeigt. Im deutschen Fernsehen sagte er, er erwarte keine verbindlichen Zusagen der USA vor der Präsidentschaftswahl im November kommenden Jahres. Auch große Schwellenländer wie China und Indien seien bisher nicht dazu bereit, einen Nachfolgevertrag für das Kyoto-Klimaschutzprotokoll mitzutragen. In der EU müsse, so Gabriel, ebenfalls noch viel getan werden, um die Vorgaben des 2012 auslaufenden Protokolls zu erfüllen. Die zweiwöchige Weltklimakonferenz wurde von Indonesiens Umweltminister Rachmet Witoelar mit dem Appell eröffnet, den politischen Willen aufzubringen, geeignete Maßnahmen im Kampf gegen die Erderwärmung zu ergreifen. Ziel der Konferenz, ist einen Fahrplan für Verhandlungen über ein Kyoto-II-Abkommen festzulegen.

CANBERRA: In Australien hat der neue Premierminister Kevin Rudd nur Stunden nach seiner Vereidigung das Kyoto-Protokoll der Weltklimakonferenz unterzeichnet. Damit sind die USA der einzige Industriestaat, der dem Abkommen noch nicht beigetreten ist. Rudd sagte, seine erste Amtshandlung zeige das Engagement, mit dem die Regierung gegen den Klimawandel kämpfen wolle. Der sozialdemokratische Politiker hatte auch angekündigt, die australischen Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Der Wahlsieg von Labour beendete die elfjährige Regierungszeit des konservativen Ministerpräsidenten John Howard.

PJÖNGJANG: Der amerikanische Unterhändler in den Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms, Christopher Hill, ist zu einem Besuch in Pjöngjang eingetroffen. Im Mittelpunkt steht eine Inspektion des Atomkomplexes in Yongbyon, der bis zum Jahresende unbrauchbar gemacht werden soll. Der US-Unterhändler will auch über die vereinbarte Auflistung der Atomanlagen und der nuklearen Materialien sprechen, die Pjöngjang möglicherweise diese Woche vorlegen wird. Eine neue Runde der Sechs-Parteien-Gespräche mit Nordkorea, den USA, China, Südkorea, Japan und Russland soll noch in dieser oder in der nächsten Woche in Peking stattfinden.

JERUSALEM: Israel hat fast 430 palästinensische Gefangene freigelassen. Die Männer wurden mit neun Bussen vom Ketziot-Gefängnis in der Negev-Wüste zu den Übergangsstellen zum Westjordanland und zum Gazastreifen gefahren. Israel hatte die Freilassung der Palästinenser als Geste des guten Willens vor der Nahost-Konferenz vom vergangenen Dienstag in Annapolis angekündigt. Es handelt sich zumeist um Anhänger der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Sympathisanten der radikal-islamischen Hamas kamen dagegen nicht frei.

KHARTUM: Eine im Sudan wegen Beleidigung des Islam zu 15-tägiger Haft verurteilte britische Lehrerin wird vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Staatspräsident Omar al Baschir begnadigte Gillian Gibbons nach einem Treffen mit zwei britischen muslimischen Abgeordnete, die sich für ihre Freilassung eingesetzt hatten. Die 54-Jährige war am Donnerstag verurteilt worden, weil sie es zugelassen hatte, dass ihre Schüler einem Teddybären den Namen des Propheten Mohammed gaben.

STUTTGART: Der Lotto-Jackpot ist am Samstag wieder nicht geknackt worden. Die Gewinnsumme steigt damit für die Ziehung am Mittwoch auf 43 Millionen. Immerhin zehn Personen konnten sich über sechs Richtige freuen; keiner hatte jedoch die richtige Superzahl auf seinem Los. Die bisherige Rekordsumme führte am Wochenende zu Anstürmen auf die Lotto-Annahmestellen. Sollte bis zur Ziehung am 12. Dezember kein Gewinner da sei, muss der Jackpot danach laut den Regeln an die Gewinner mit sechs Richtigen auch ohne richtige Superzahl zwangsausgeschüttet werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Regnerisch, ab 700 Meter auch Schnee. Tageswerte zwischen vier und zehn Grad.

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