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Nachrichten

Montag, 3. August 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MÜNCHEN: Der frühere Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber ist von Kanada nach Deutschland ausgeliefert worden. Nach der Landung in München wurde der 75-Jährige nach Auskunft der bayerischen Behörden in die Justizvollzugsanstalt Augsburg gebracht. Schreiber gilt als Schlüsselfigur in der CDU-Spendenaffäre der 90er Jahre und soll wegen Steuerhinterziehung und Bestechung vor Gericht gestellt werden. Er wird verdächtigt, über Tarnfirmen Millionen von Euro der Rüstungsindustrie an Industrielle und Politiker verteilt zu haben. Der ehemalige Waffenhändler, der seit 1982 auch die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt, hatte sich zehn Jahre lang gegen seine Auslieferung gewehrt.

BERLIN: SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hat im Wahlkampf eine grundlegende Erneuerung der deutschen Wirtschaft versprochen. Das Land müsse aus dem "Krisengerede" herauskommen, sagte Steinmeier bei der Vorstellung seines Papiers mit dem Titel "Die Arbeit von morgen" in Berlin. Bei Union, FDP, Grünen und Linken waren die SPD-Pläne mit dem Ziel einer Vollbeschäftigung bereits im Vorfeld auf Ablehnung gestoßen. Die Kritik wies Steinmeier zurück. Die angestrebte Schaffung von vier Millionen neuen Arbeitsplätzen bis 2020 sei realistisch und werde auch von vielen Wirtschaftswissenschaftlern für möglich gehalten, sagte er. In seinem Konzept wird zudem eine so genannte "Allianz für den Mittelstand" gefordert. Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen, so Steinmeier, müssten aus ihrer Kreditnot herauskommen.

WIESBADEN: Die Umsätze im deutschen Einzelhandel sind im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum überraschend um 2,1 Prozent gesunken. Das meldet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nach vorläufigen Berechnungen. Auch für das laufende Jahr erwartet der Einzelhandelsverband ein Umsatzminus von zwei Prozent. Damit bewege sich die Branche allerdings im Rahmen der seit Jahren üblichen Schwankungen, heißt es.

TEHERAN: Irans führender Geistlicher, Ajatollah Ali Chamenei, hat den Sieg von Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei den umstrittenen Wahlen am 12. Juni formell bestätigt. Damit ist der Weg frei für den Amtseid des ultrakonservativen Politikers am Mittwoch vor dem Parlament in Teheran. Die Opposition erkennt das Ergebnis nicht an. Die Wiederwahl Ahmadinedschads hatte Massenproteste in der Hauptstadt und in anderen iranischen Städten ausgelöst, die zum Teil gewaltsam niedergeschlagen wurden. Bis zu 30 Demonstranten sollen nach offiziellen Angaben dabei ums Leben gekommen sein. Außerdem gab es mehr als eintausend Festnahmen.

KABUL: Durch einen Bombenanschlag auf einen Polizeikonvoi sind im Westen Afghanistans mindestens zwölf Menschen getötet worden. Wie die Sicherheitsbehörden in Herat mitteilten, gab es zudem mehr als 20 Verletzte, als die Bombe zur Zeit des morgendlichen Berufsverkehrs explodierte. Die Hochburgen der radikal-islamischen Taliban-Milizen befinden sich im Süden Afghanistans. Allerdings nahmen wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl zuletzt auch Anschläge und Attacken in anderen Landesteilen zu.

GROSNY: In der russischen Konfliktregion Tschetschenien sind bei einem neuerlichen Überfall auf Sicherheitskräfte mindestens fünf Menschen getötet worden. Wie die Behörden in der Provinzhauptstadt Grosny mitteilten, beschossen Unbekannte eine Polizeikolonne in der Region Schatoi und verletzten dabei auch einige Beamte. Bereits am Vortag waren bei Anschlägen in den benachbarten Teilrepubliken Dagestan und Inguschetien fünf Angehörige der Sicherheitskräfte getötet worden. Im Nordkaukasus hat die Gewalt gegen die Staatsmacht aber auch gegen die Bevölkerung in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Fast täglich kommt es zu Entführungen, Schießereien oder Bombenanschlägen.

URUMQUI: In der nordchinesischen Provinz Xinjiang hat es knapp einen Monat nach schweren Unruhen erneut zahlreiche Festnahmen gegeben. Die mehr als 300 betroffenen Personen werden nach amtlichen Angaben verdächtigt, in die Auseinandersetzungen zwischen moslemischen Uiguren und Han-Chinesen verwickelt gewesen zu sein. Die Polizei in der Provinzhauptstadt Urumqi erklärte, die Festnahmen seien nach Hinweisen aus der Bevölkerung und eigenen Ermittlungen erfolgt. Unmittelbar nach den Straßenunruhen mit offiziell rund 200 Toten waren bereits mehr als 1.600 Menschen festgenommen worden.

BRÜSSEL: Der neue NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen wird an diesem Montag vor Journalisten seine Schwerpunkte für die kommenden vier Jahre erläutern. Nach Angaben eines Sprechers will er dem Bündnis eine transparentere Kommunikationspolitik verordnen. Geplant sei unter anderem die Einrichtung von Online-Diskussionsforen zum neuen strategischen Konzept der NATO. Größte Herausforderung für den 56-Jährigen ist der Afghanistan-Einsatz mit 65.000 Soldaten. Die Bundeswehr ist mit mehr als 4.000 Soldaten drittgrößter Truppensteller am Hindukusch.

NIAMEY: Im westafrikanischen Niger hat die Opposition zum Widerstand gegen eine Volksabstimmung aufgerufen, mit der sich Präsident Mamadou Tandja eine dritte Amtszeit sichern will. Die "Vereinigung der Demokratischen Kräfte", in der sich mehrere Oppositionsparteien zusammengeschlossen haben, spricht von einem "de facto" herrschenden Ausnahmezustand im Land und beklagt die täglichen Festnahmen von Oppositionsanhängern. In dem Referendum am Dienstag soll die Bevölkerung einer Verfassungsänderung zustimmen, nach der Tandja sich nicht wie bislang vorgesehen nach zwei Amtszeiten zurückziehen müsste. Im Mai hatte der Präsident das Parlament aufgelöst, bevor die Abgeordneten über die geplante Abstimmung entscheiden konnten.

ZUM FUßBALL: Als zweiter Bundesligist nach Mainz 05 hat sich Hannover 96 in der ersten Runde des DFB-Pokals blamiert. Die Hannoveraner verloren beim Regionalligisten Eintracht Trier 1:3. Die übrigen Erstliga-Vereine schafften den Einzug in die zweite Runde. Bayern München gewann 3:1 gegen den Sechstligisten Neckarelz. Eintracht Frankfurt rang den Drittligisten Kickers Offenbach mit 3:0 nieder. Bochum siegte bei den viertklassigen Sportfreunden Lotte mit 1:0. Zudem spielten: Werder Bremen - Union Berlin 5:0 und FC Oberneuland - Hoffenheim 0:2.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Schleswig-Holstein bis zum Oberrhein Aufheiterungen und kaum noch Schauer. Sonst mehr Wolken und gebietsweise schauerartiger Regen. Höchstwerte 16 bis 24 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 16°, wolkig;

Berlin: 18°, leichter Regen;

Dresden: 17°, etwas Regen;

Köln/Bonn und

Frankfurt am Main: 16°, stark bewölkt

München: 16°, wolkig.

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