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Nachrichten

Montag, 29. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MÜNCHEN: Nach dem Desaster für die Christsozialen bei der Landtagswahl in Bayern beraten die Gremien über mögliche Konsequenzen. CSU-Parteichef Erwin Huber schloss einen Rücktritt nochmals aus. Eine personelle Entscheidung stehe nicht auf der Tagesordung, sagte er vor der Vorstandssitzung seiner Partei in München. Zuvor hatten führende CSU-Kollegen erklärt, Huber sei wohl kaum noch zu halten. Als möglicher Nachfolger wurde bereits der CSU-Vize und Bundesverbraucherminister Horst Seehofer gehandelt. - Die CSU verlor bei der Wahl erstmals seit 46 Jahren ihre absolute Mehrheit und stürzte nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf 43,4 Prozent. Die konservative Protestpartei Freie Wähler zieht mit 10,2 Prozent der Stimmen erstmals in den Landtag ein. Die SPD verzeichnet mit 18,6 Prozent ihr schlechtestes Nachkriegsergebnis in Bayern. Die Grünen verbessern sich auf 9,4 Prozent, die FDP legt auf 8,0 Prozent zu.

WIEN: Bei der Parlamentswahl in Österreich ist es zu einem Rechtsruck gekommen. Die beiden rechtspopulistischen Parteien FPÖ und BZÖ kamen gemeinsam auf fast 30 Prozent der Stimmen. Stärkste Partei im Parlament wurden abermals die Sozialdemokraten. Die SPÖ erhielt nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis 29,7 Prozent der Stimmen. Die konservative Volkspartei -ÖVP- stürzte auf 25,6 Prozent. Die Grünen kamen auf knapp zehn Prozent. Für SPÖ und ÖVP ist es das schlechteste Ergebnis in der Geschichte der Parteien. Ihre große Koalition war im Juli gescheitert. Dennoch sprachen sich Vertreter beider Parteien für eine Neuauflage des schwarz-roten Bündnisses aus und bekräftigten, nicht mit den rechtspopulistischen Parteien koalieren zu wollen.

MÜNCHEN: Mit milliardenschweren Unterstützungsaktionen sind weitere Bankenzusammenbrüche wegen der internationalen Finanzkrise erst einmal verhindert worden. Eine Gruppe deutscher Geldinstitute rettete die Münchner Immobilienbank Hypo Real Estate mit Krediten in Milliarden-Höhe vor dem Aus. Mit dem Immobilienfinanzierer ist erstmals ein DAX-Konzern in großen Schwierigkeiten. Das Unternehmen stand wegen Spekulationen seiner irischen Tocher Depfa vor der Pleite. Die britische Regierung verstaatlicht die angeschlagene Hypothekenbank Bradford ßamp; Bingley. Während Filialnetz und Sparkonten an die spanische Gruppe Santander verkauft werden, übernimmt der Staat nach Angaben der Regierung die mit großen Risiken behafteten Geschäfte der Bank. Teilweise verstaatlicht wird auch der angeschlagene Finanzkonzern Fortis. Mit einer Finanzspritze von insgesamt 11,2 Milliarden Euro greifen die Regierungen Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs der Großbank unter die Arme.

ESSEN: Der schwer angeschlagene Handels- und Touristikkonzern Arcandor verkauft Aktien zur Stärkung seines Eigenkapitals und verzichtet auf einen Verkauf seiner Reisetochter Thomas Cook. Das britische Unternehmen ist die einzige florierende Sparte des Essener Konzerns. Nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung teilte ein Arcandor-Sprecher weiter mit, über die Zukunft der Warenhaustochter Karstadt sei noch keine Entscheidung gefallen.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat die Einigung des Kongresses auf den Rettungsplan für den angeschlagenen Finanzsektor begrüßt. Am Sonntag hatten sich Demokraten und Republikaner darauf geeinigt, mit staatlichen Geldern faule Kredite von angeschlagenen Banken aufzukaufen. Anders als von Bush und Finanzminister Henry Paulson vorgeschlagen, sollen die 700 Milliarden Dollar aber nur schrittweise zur Verfügung gestellt werden. Im Gegenzug soll der Staat an künftigen Banken-Gewinnen beteiligt werden.

BEIRUT: Bei einem neuerlichen Anschlag auf einen Armeebus sind in der nordlibanesischen Stadt Tripoli mindestens fünf Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Wie ein Sicherheitsbeamter weiter mitteilte, waren unter den Opfern Soldaten und Zivilisten. Die Explosion ereignete sich den Angaben zufolge während des morgendlichen Berufsverkehrs.

QUITO: Die Wähler in Ecuador haben nach ersten Ergebnissen mit großer Mehrheit eine neue Verfassung gebilligt, die dem linksgerichteten Präsidenten Rafael Correa mehr Machtbefugnisse einräumt. In einer ersten Stellungnahme sagte Correa, die Volksabstimmung sei Ausgangspunkt für den Aufbau eines neuen Landes. Die Opposition warf ihm dagegen vor, seine Macht zementieren zu wollen. Nach Venezuela und Bolivien ist Ecuador das dritte Land in Südamerika, in dem linksgerichtete Präsidenten eine Änderung des politischen und wirtschaftlichen Systems über eine Verfassungsreform anstreben.

MINSK: Bei der Parlamentswahl im autokratisch geführten Weißrussland hat die Opposition nach Angaben der zentralen Wahlkommission kein einziges Mandat bekommen. Den Sprung ins Parlament schafften danach vor allem Vertreter regionaler Verwaltungen und großer Unternehmen. Der Chef der oppositionellen Vereinigten Bürgerpartei, Anatoli Lebedko, sprach von einer Farce.

KHARTUM: Zwischen den Entführern der in der Sahara verschleppten europäischen Touristen und dem sudanesischen Militär ist es zu einem Schusswechsel gekommen. Nach Angaben der sudanesischen Armee wurden sechs der Kidnapper erschossen und zwei festgenommen. Es sei aber nicht gelungen, die Geiseln zu befreien. Die Kidnapper haben seit mehr als einer Woche 19 Touristen in ihrer Gewalt. Unter ihnen sind fünf Deutsche.

MOGADISCHU: Somalische Piraten haben einen Ende August gekaperten malaysischen Öltanker und seine 41-köpfige Besatzung freigegeben. Dies teilte der malaysische Ministerpräsident Abdullah Ahmad Badawi mit. Medien berichten, dass ein Lösegeld von zwei Millionen Dollar gezahlt worden sei.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nördlich des Mains stark bewölkt und gelegentlich Regen. Im Süden nach Nebelauflösung längere Zeit heiter und trocken. Höchstwerte 13 bis 19 Grad.

Am Morgen meldeten:
Hamburg: 10 Grad, leicht bewölkt;
Berlin und Dresden: 11 Grad, stark bewölkt;
Köln/Bonn: sieben Grad, dunstig;
Frankfurt am Main: acht Grad, dunstig und
München: acht Grad, fast wolkenlos.

Audio und Video zum Thema