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Nachrichten

Montag, 29. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

GAZA-STADT: Israel hat seine gegen die radikal-islamische Hamas gerichtete Militäroffensive im Gazastreifen ausgeweitet. Korrespondenten berichteten von einer Vielzahl von Luftangriffen. Kampfflugzeuge nahmen zuletzt unter anderem Regierungsgebäude, die Universität von Gaza-Stadt und ein Waffenlager unter Beschuss. An der Grenze zum Gazastreifen wurden weitere israelische Panzer stationiert, während die Einberufung tausender Reservisten für eine mögliche Bodenoffensive umgesetzt wurde. Seit Beginn des Einsatzes am Samstag wurden nach palästinensischer Darstellung mehr als 300 Menschen getötet, unter ihnen nach UN-Angaben mindestens 50 Zivilisten. Die Militäraktion werde fortgesetzt, bis es keine Raketenangriffe radikaler Palästinenser mehr auf israelisches Gebiet gebe, erklärte Verteidigungsminister Ehud Barak. Laut Agentur-Berichten wurde am Montagmorgen ein Israeli getötet, als eine Rakete in der Stadt Aschkelon einschlug.

DAKAR: Die Hamas soll sich nach Angaben der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) zu einer neuen Waffenruhe mit Israel bereit erklärt haben. Voraussetzung sei, dass Israel seine Luftangriffe stoppe und die Blockade des Gazastreifens beende, teilte der Senegal mit, der derzeit den Vorsitz der OIC-Staaten inne hat. Eine Stellungnahme der Hamas selbst liegt bisher nicht vor. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief Israel nochmals auf, die Militäraktionen im Gazastreifen zu stoppen. Um Möglichkeiten für ein Ende der Gewalt auszuloten, führte Ban Telefonate mit Vertretern des Nahost-Quartetts, Israels Regierungschef Ehud Olmert, Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und anderen regionalen Spitzenpolitikern.

ADDIS ABEBA: Die Afrikanische Union hat wegen des Militärputsches in Guinea die Mitgliedschaft des Landes in der Staatengemeinschaft suspendiert. Dies gelte solange, bis Guinea zur verfassungsmäßigen Ordnung zurückgekehrt sei, erklärte die AU nach einer Sitzung ihres Sicherheits- und Friedensrates in Addis Abeba. - In Guinea hatte das Militär die Macht vor einer Woche nach dem Tod des langjährigen Präsidenten Lansana Conte übernommen. Die Putschisten kündigten Wahlen für Dezember 2010 an.

MOGADISCHU: Der Präsident Somalias, Abdullahi Yusuf, hat als Konsequenz aus der Regierungskrise in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen ostafrikanischen Land seinen Rücktritt eingereicht. Es sei ihm nicht gelungen, für Somalia Frieden und Stabilität zu erreichen, sagte Yusuf auf einer Sitzung des Übergangsparlaments in Baidoa. Die Stadt ist einige der wenigen, die Kräfte der Regierung noch gegen die stärker werdenden islamischen Milizen halten. - Vor zwei Wochen hatte Yusuf gegen den Willen des Parlaments einen Ministerpräsidenten eingesetzt. Dieser war nach einer Woche im Amt zurückgetreten.

BANGKOK: In Thailand haben Proteste von tausenden Anhängern des früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra den Amtsantritt der neuen Regierung verzögert. Die Demonstranten blockierten in Bangkok die Zugänge zum Parlamentsgebäude. Die Antrittsrede von Regierungschef Abhisit Vejjajiva wurde deshalb um einige Stunden verschoben. - Die Demonstranten verlangen die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen. - Abhisit war Mitte Dezember vom Parlament zum Regierungschef gewählt worden. Sein zum Thaksin-Lager zählender Vorgänger Somchoi Wongsawat war von Massenprotesten und dem Verfassungsgericht aus dem Amt gezwungen worden.

DHAKA: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ist in Bangladesch erstmals seit 2001 ein neues Parlament gewählt worden. Das seit knapp zwei Jahren herrschende Militär hatte 650.000 Polizisten und Soldaten mobilisiert, um einen reibungslosen Ablauf der Abstimmung zu gewährleisten. Größere Zwischenfälle wurden bislang nicht bekannt. Korrespondenten berichten von einer hohen Beteiligung der rund 81 Millionen Stimmberechtigten. Mit ersten Ergebnissen wird noch an diesem Montag gerechnet.

ISLAMABAD: Radikal-islamische Extremisten haben die Verantwortung für den verheerenden Selbstmordanschlag vom Sonntag in einem Wahllokal im Nordwesten Pakistans übernommen. Nach Medienberichten erklärte eine im Swat-Tal agierende Gruppe, die Tat sei eine Vergeltungsaktion für die Tötung von sechs ihrer Kämpfer durch eine regierungsnahe Miliz. Die Zahl der Todesopfer des Anschlags erhöhte sich nach Angaben eines Polizeisprechers auf 40. Mehrere Schwerverletzte seien in Krankenhäusern gestorben.

BERLIN: Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat gefordert, trotz der Wirtschaftskrise an dem Ziel festzuhalten, die deutsche Hilfe für Entwicklungsländer bis 2010 aufzustocken. In einem Interview sagte die SPD-Politikerin, wenn dreistellige Milliardensummen bewegt würden, um das Finanzsystem zu retten, müsse es auch möglich sein, weitaus geringere Beiträge zu mobilisieren, um die Welt vor Armut und Hunger zu retten.

BERLIN: Finanzminister Peer Steinbrück rechnet nach eigenen Worten nicht mit einer schnellen Einigung auf ein zweites Konjunkturpaket der Bundesregierung. Es werde beim Treffen der Koalitionsspitzen am 5. Januar keine Beschlüsse geben, sagte der SPD-Politiker in Zeitungsinterviews. Zentraler Bestandteil des Konjunkturprogramms seien Investitionen in die Infrastruktur. Forderungen nach Steuersenkungen wies Steinbrück zurück.

BERLIN: Die vier großen Stromkonzerne in Deutschland haben ihre Gewinne in den vergangenen fünf Jahren nach einer Studie für die Bundestagsfraktion der Grünen mehr als verdreifacht. Im selben Zeitraum seien die Strompreise um mehr als die Hälfte gestiegen, zitiert die 'Berliner Zeitung' aus dem Papier. Auch in diesem Jahr hätten E-ON, RWE, Vattenfall und EnBW voraussichtlich Rekordgewinne erzielt.

BRÜSSEL: In Belgien soll der derzeitige Parlamentspräsident Herman Van Rompuy eine neue Regierung bilden und das Land aus der seit Monaten schwelenden innenpolitischen Krise führen. König Albert II. erteilte dem flämischen Christdemokraten dafür jetzt offiziell den Auftrag. Der 61-jährige Van Rompuy dürfte damit Nachfolger des kürzlich zurückgetretenen Ministerpräsidenten Yves Leterme werden. Ihm war unerlaubte Einflussnahme auf die Justiz vorgeworfen worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Durchweg sonnig und trocken. Richtung Ostsee noch stark bewölkt und neblig-trüb. Tagestemperaturen zwischen minus drei und plus zwei Grad Celsius.

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