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Nachrichten

Montag, 28. Mai 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag

BAGDAD: In der irakischen Hauptstadt haben hochrangige Gespräche zwischen den USA und dem Iran begonnen. Es sind die ersten dieser Art seit mehr als 27 Jahren. Sie finden in der Residenz des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al Maliki statt. An dem Treffen nehmen US-Botschafter Ryan Crocker und sein iranischer Amtskollege Hassan Kasemi-Komi teil. Es soll nur um die Lage im Irak gehen. US-Angaben zufolge wird Crocker die Iraner auffordern, schiitische Extremisten dort nicht weiter mit Geld und Waffen zu unterstützen. Teheran wiederum verlangt den raschen Abzug der US-Truppen aus dem Irak. Das iranische Atomprogramm steht nicht auf der Themenliste. Die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier begrüßten nach einem Treffen in Berlin die Gespräche in Bagdad.

KABUL: Neun Tage nach dem Anschlag auf Bundeswehr-Soldaten in Kundus hat sich in der nordafghanischen Stadt erneut ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Dabei riss er nach Polizeiangaben zwei afghanische Zivilisten mit in den Tod. Anschlagsziel war das Fahrzeug einer US-Sicherheitsfirma, die Insassen kamen nicht zu Schaden. Bei neuen Gefechten in der südlichen Provinz Helmand töteten die US-geführten Truppen rund 25 Taliban, wie Militärs mitteilten. Die zehnstündigen Kämpfe am Sonntag seien nach einem Taliban-Überfall auf einen Hilfskonvoi ausgebrochen. Dabei starb auch ein Lastwagenfahrer.

TOKIO: Der japanische Landwirtschaftminister Toshikatsu Matsuoka hat Selbstmord begangen. Der 62-Jährige hatte in einem Gebäude des Tokioter Parlaments versucht, sich zu erhängen, und wurde noch ins Krankenhaus gebracht. Dort erlag er wenig später seinen Verletzungen. Gegen Matsuoka waren Korruptionsvorwürfe erhoben worden. Dabei ging es nach japanischen Medienberichten um illegale Spenden im Gegenzug für Regierungsaufträge. Eine Aussage vor parlamentarischen Untersuchungsgremien hatte Matsuoka verweigert.

CARACAS: Venezuelas linksnationalistischer Staatschef Hugo Chavez hat die Kontrolle über die Medien des Landes verschärft. In der Nacht zum Montag musste der regierungskritische Fernseh-Sender RCTV seinen Betrieb einstellen, weil Chavez die Lizenz nicht mehr verlängert hatte. Vergeblich demonstrierten zuvor nochmals mehrere tausend Menschen in Caracas gegen die Schließung. RCTV war 53 Jahre lang auf Sendung gewesen. 2002 unterstützte der populäre Kanal offen einen - später gescheiterten - Putsch gegen Chavez. Kritiker werfen dem Präsidenten vor, mit der Schließung eine wichtige Stimme der Opposition in Venezuela zum Schweigen gebracht zu haben. Inzwischen wird auf der Frequenz von RCTV das Programm eines staatlichen Senders namens 'Soziales venezolanisches Fernsehen' ausgestrahlt.

MÜNCHEN: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty international hat anlässlich des EU-Asien-Außenministertreffens -ASEM - die schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen in vielen asiatischen Staaten verurteilt. In den Mitgliedsländern der ASEM mit Ausnahme von Kambodscha und den Philippinen werde die Todesstrafe verhängt und vollstreckt, erklärte die deutsche ai-Sektion auf ihrer Jahresversammlung in München. Der so genannte 'Krieg gegen den Terror' werde in vielen ASEM-Ländern zum Anlass genommen, die Opposition im eigenen Land mundtot zu machen, heißt es in dem Beschluss der gut 600 Teilnehmer der Jahresversammlung. Die ASEM tagt an diesem Montagabend in Hamburg.

MÜNCHEN: Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, hat eine Beschleunigung der Klimaschutzbemühungen gefordert. Beim bayerischen Kirchentag auf dem Hesselberg in Mittelfranken betonte Huber die Verantwortung der Christen für die Schöpfung Gottes. Der Kirchentag auf dem Hesselberg ist die größte regelmäßige Veranstaltung des bayerischen Protestantismus.

BERLIN: Der CDU-Bundestagsabgeordnete und frühere FIFA-Fußballschiedsrichter Bernd Heynemann hat angesichts des jüngsten Dopingskandals einen Fernsehboykott des Profi-Radsports gefordert. Man sollte ernsthaft darüber nachdenken, dem Straßenradrennsport einstweilen die Bühne im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu entziehen, sagt Heynemann in der Zeitschrift 'Super Illu'. Ohne Fernsehübertragung gebe es keine Sponsoren, und ohne Sponsoren kein Geld. Das könnte die vielbeschworene Umkehr und Selbstreinigung dieser Sportart eher beschleunigen als Moral-Appelle, sagte Heynemann weiter, der auch Mitglied des Sportausschusses im Bundestag ist.

CANNES: Die Goldene Palme des Filmfestivals in Cannes geht zum ersten Mal nach Rumänien. Der 39-jährige Cristian Mungiu erhielt den Hauptpreis der 60. Filmfestspiele für sein Abtreibungsdrama '4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage'. Der deutsch-türkische Regisseur Fatih Akin nahm für seinen Ensemblefilm 'Auf der anderen Seite' den Preis für das beste Drehbuch entgegen. Mit dem Großen Preis der Jury wurde die japanische Regisseurin Naomi Kawase für ihren Film 'Der Trauerwald' ausgezeichnet.

DÜSSELDORF: Der Maler und Kunstprofessor Jörg Immendorff ist im Alter von 61 Jahren in seinem Haus in Düsseldorf gestorben. Immendorff litt seit Jahren an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS. Zuletzt war im Winter 2005 eine international beachtete Ausstellung des Künstlers in Berlin gezeigt worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet regnerisch, östlich von Werra und Elbe sowie im östlichsten Bayern etwas Sonne. Höchsttemperaturen zwischen neun und 25 Grad Celsius.

Zuletzt meldeten bei zumeist bewölktem Himmel:

Hamburg und Dresden: 18°;
Berlin: 16°;
Köln/Bonn und München: 12° sowie
Frankfurt am Main: 11°.

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