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Nachrichten

Montag, 28. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BAGDAD: In der irakischen Hauptstadt sind bei mehreren, fast zeitgleich ausgeführten Anschlägen mindestens 25 Schiiten getötet worden. Mehr als 70 Menschen wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte. Danach sprengten sich drei Selbstmordattentäterinnen in der Nähe von Teilnehmern einer Pilgerwallfahrt in die Luft. In Bagdad gedenken derzeit zehntausende schiitische Pilger eines vor über zwölfhundert Jahren ermordeten Imams. Zu einem weiteren Selbstmordanschlag kam es in der nordirakischen Stadt Kirkuk. Dabei starben mindestens elf Menschen, mehr als 50 erlitten Verletzungen. Der Attentäter hatte seinen Sprengsatz inmitten einer Kundgebung gezündet, an der tausende Kurden teilnahmen.

ISTANBUL: Beim folgenschwersten Terroranschlag in Istanbul seit fünf Jahren sind am Sonntagabend mindestens 16 Menschen getötet worden, mehr als 150 erlitten Verletzungen. Nach Angaben der türkischen Behörden explodierten auf einem belebten Platz im europäischen Teil der Stadt zwei Bomben im Abstand von wenigen Minuten. Die Polizei vermutet Rebellen der kurdischen Separatistenorganisation PKK hinter der Bluttat. Die türkische Luftwaffe hatte erst in der Nacht zum Sonntag wieder PKK-Stellungen im Nordirak attackiert. Die Regierung in Ankara erklärte aber, noch sei unklar, wer das Attentat verübt habe. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Anschlag als blinden Akt des Terrors.

FRANKFURT AM MAIN: Bei der Lufthansa müssen sich mitten in der Ferienzeit zehntausende Kunden auf Behinderungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat das Boden- und Kabinenpersonal ab Mitternacht zu einem unbefristeten Streik aufgerufen. Schwerpunkte sind zunächst Frankfurt und Hamburg. Aktionen gibt es der Gewerkschaft zufolge aber auch in anderen Städten. Lufthansa erklärte am frühen Montagmorgen, der Flugbetrieb sei dank der getroffenen Vorsorgemaßnahmen regulär angelaufen. Bislang seien keine Flüge annulliert worden. Bei der größten deutschen Fluggesellschaft ist es der erste unbefristete Streik seit 13 Jahren. Verdi fordert für die rund 50.000 Beschäftigten 9,8 Prozent mehr Geld für ein Jahr. Die Lufthansa hatte zuletzt 7,7 Prozent für 21 Monate angeboten.

NÜRNBERG: Die anhaltend hohe Inflation und der drohende Konjunkturabschwung haben die Kauflaune der Deutschen gedämpft. Die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) prognostizierte für August einen Rückgang ihres Konsumklimaindex um 1,5 auf 2,1 Punkte. Das ist der niedrigste Stand seit Juni 2003. In der Studie des Instituts heißt es, neue Höchstwerte bei Energiepreisen, stärker werdende Rezessionsängste sowie das Wiederaufflammen der Finanzmarktkrise verunsicherten die Verbraucher. Sie wollten weniger Geld für große Anschaffungen ausgeben und sie befürchteten eine Verschlechterung ihrer finanziellen Situation.

MÜNCHEN: Im ersten Prozess um den Schmiergeldskandal bei Siemens hat das Landgericht München einen früheren Manager des Konzerns zu einer Strafe von zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Der Verurteilte muss außerdem eine Geldstrafe von 108.000 Euro zahlen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Manager in Absprache mit seinen Vorgesetzten rund 50 Millionen Euro in schwarze Kassen geschleust hatte. Daraus sollen Schmiergelder geflossen sein, um Aufträge für Siemens zu erlangen.

BERLIN: In den deutschen Betrieben sind die krankheitsbedingten Fehlzeiten auch im ersten Halbjahr 2008 niedrig geblieben. Wie die Tageszeitung 'Die Welt' unter Berufung auf das Bundesgesundheitsministerium berichtet, fehlten die Beschäftigten im Schnitt an 3,7 Arbeitstagen.

PHNOM PENH: Bei der Parlamentswahl in Kambodscha zeichnet sich ein klarer Sieg der Volkspartei des seit 23 Jahren regierenden Ministerpräsidenten Hun Sen ab. Nach von der Wahlkommission in Phnom Penh veröffentlichten Ergebnissen aus 20 der 24 Provinzen erhielt die Volkspartei mehr als 63 Prozent der Stimmen. Die Regierungspartei könne voraussichtlich mit mindestens 80 der 123 Parlamentssitze rechnen, hieß es. - Die oppositionelle Sam-Rainsy-Partei erklärte, es habe Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung gegeben, so seien etwa die Wählerlisten nicht vollständig gewesen.

ISLAMABAD: Bei einem Raketenangriff auf ein mutmaßliches Versteck der Taliban im Nordwesten Pakistans sind mindestens sechs Menschen getötet und drei weitere verletzt worden. Wie die Behörden mitteilten, wurde in der Stammesregion Süd-Waziristan eine Koranschule zerstört. Das Gebiet an der Grenze zu Afghanistan ist bekannt als Rückzugsraum für islamistische Kämpfer. Die Behörden gehen davon aus, dass die Raketen von US-Einheiten in Afghanistan abgefeuert wurden. Die US-geführten Koalitionstruppen haben in der Vergangenheit schon mehrfach Ziele in dem pakistanischen Stammesgebiet beschossen.

NEU DELHI: Nach der verheerenden Serie von Bombenanschlägen in der indischen Stadt Ahmedabad sind Polizei und Armee landesweit in Alarmbereitschaft versetzt worden. Indiens Staatspräsidentin Pratibha Patil und Premierminister Manmohan Singh riefen die Bürger auf, Ruhe zu bewahren. Bei der Suche nach den Tätern wurden mindestens 30 Menschen festgenommen. - Bei den Anschlägen in der Millionenstadt im indischen Unionsstaat Gujarat waren am Samstag mindestens 45 Menschen getötet und rund 160 verletzt worden. Die bislang wenig bekannte muslimische Gruppe 'Indische Mudschaheddin' erklärte, sie habe die Anschläge begangen. - Es handele sich um Vergeltung für muslimische Opfer bei Übergriffen von Hindus in Ahmedabad vor sechs Jahren. Damals waren bei gewalttätigen Auseinandersetzungen nach Angaben von Menschenrechtlern mehr als 2.500 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Moslems.

BERLIN: Außenminister Frank-Walter Steinmeier hofft auf "eine weitere Öffnung Chinas" durch die Olympischen Spiele. Das Land solle seiner "gewachsenen Verantwortung gerecht" werden, schreibt der SPD-Politiker in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Dazu gehöre unter anderem, dass Menschenrechte und Grundfreiheiten gewährt würden. Auch über die Lage in Tibet muss nach Einschätzung Steinmeiers weiterhin gesprochen werden. China werde künftig in der Welt eine zentrale Rolle spielen müssen. Bis dahin sei es aber noch langer Weg, heißt es in dem Beitrag weiter.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist sonnig und trocken. Im Westen und Süden allerdings zunehmende Schauerneigung. Es wird sommerlich warm mit Tageswerten zwischen 26 und 33 Grad.

Am Morgen meldeten bei zumeist wolkenlosem Himmel:

HAMBURG: 20 Grad;
DRESDEN: 19 Grad;
BERLIN: 22 Grad;
KÖLN/BONN: 18 Grad;
FRANKFURT AM MAIN: 22 Grad und
MÜNCHEN: 18 Grad.

Audio und Video zum Thema