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Nachrichten

Montag, 28. Januar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WIESBADEN / HANNOVER: Nach dem äußerst knappen Ausgang der Landtagswahl in Hessen beraten die Gremien der Bundestagsparteien über ihr weiteres Vorgehen. Die SPD unter Andrea Ypsilanti kam auf 36,7 Prozent und liegt nur hauchdünn hinter Rolands Kochs bislang alleinregierender CDU, die nach starken Verlusten 36,8 Prozent erzielte. Damit zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab: Da die Linkspartei den Sprung in den Landtag schaffte, haben dort weder Rot-Grün noch Schwarz-Gelb eine Mehrheit. Die CDU besteht als stärkste Partei auf der Regierungsbildung. Die SPD-Spitze schließt bislang sowohl eine große Koalition als auch eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei aus. Sie appellierte an die FDP, ihre Position zu überdenken. Die Liberalen lehnen die rechnerisch mögliche Ampelkoalition mit Grünen und SPD allerdings ab. In Niedersachsen kann dagegen CDU-Ministerpräsident Christian Wulff trotz Verlusten mit der FDP weiterregieren.

BRÜSSEL: Die EU-Außenminister sind in der belgischen Hauptstadt zusammengekommen. Auf der Agenda stehen Serbien, das Kosovo und die Afrika-Friedenstruppe EUFOR. EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn stellte Serbien wenige Tage vor der Präsidenten-Stichwahl die rasche Unterzeichnung des Stabilisierungs- und Assoziationsabkommens in Aussicht. Es sei bei der Auslieferung mutmaßlicher Kriegsverbrecher einer Zusammenarbeit mit dem UN-Tribunal in Den Haag sehr nahe. Die Niederlande bekräftigten ihre Forderung, vor der Unterzeichnung müsse der angeklagte bosnisch-serbische General Ratko Mladic an das Tribunal ausgeliefert werden. Die 27 Minister wollen bei dem Treffen auch die Entsendung der EUFOR-Truppe in den Tschad und die Zentralafrikanische Republik bestätigen.

NAIROBI: In Kenia halten die Unruhen an. Aus den Städten Kisumu und Naivasha, Bastionen der Anhänger von Oppositionschef Raila Odinga, wurden neue Gewaltakte gemeldet. In Kisumu errichteten nach Augenzeugenberichten Gegner von Präsident Mwai Kibaki Straßenblockaden und zündeten Geschäfte an. Die Polizei reagierte mit Warnschüssen. Ähnlich verhielt sie sich in Naivasha, wo hunderte Mitglieder rivalisierender Stämme mit Macheten, Steinen und Knüppeln aufeinander losgingen. Bereits am Sonntag waren bei Gewaltakten in beiden Städten mindestens 19 Menschen getötet worden. Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan, der in dem Konflikt um den Ausgang der Präsidentenwahl vermittelt, rief die rivalisierenden Kräfte auf, Vertreter für weitere Verhandlungen zu ernennen.

BANGKOK: Thailand hat mehr als ein Jahr nach dem Militärputsch wieder einen demokratisch gewählten Regierungschef. Das Parlament stimmte mit der notwendigen Mehrheit für den Vorsitzenden der Partei der Volksmacht (PPP), Samak Sundaravej. Die PPP, die den gestürzten früheren Regierungschef Thaksin Shinawatra unterstützt, führt eine Sechs-Parteien-Koalition an. Thaksin, der im Exil in Großbritannien lebt, war im September 2006 vom Militär gestürzt worden. Es hatte ihm Korruption und Machtmissbrauch vorgeworfen. Er will nach eigenen Angaben bald in sein Heimatland zurückkehren und sich wie seine bereits heimgekehrte Ehefrau der Justiz stellen.

JAKARTA: Der frühere indonesische Staatspräsident Suharto ist mit einem Staatsbegräbnis beigesetzt worden. An der Feier nahe der zentral-javanischen Stadt Solo nahmen zehntausende seiner Anhänger teil. Der frühere Militärmachthaber war am Sonntag im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit an Organversagen gestorben. Trotz zahlloser Menschenrechtsvergehen war Suharto von vielen Indonesiern verehrt worden, weil er dem Land Stabilität und einen wirtschaftlichen Aufschwung gebracht hatte. Er war 1998 nach Massenprotesten zurückgetreten.

BEIRUT: Libanons Regierungschef Fuad Siniora hat für diesen Montag Staatstrauer für das ganze Land ausgerufen. Schulen und Universitäten bleiben geschlossen. Grund ist der Tod von mindestens sieben Demonstranten bei Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften am Sonntag. Die Demonstranten hatten gegen die ständigen Stromabschaltungen in der Hauptstadt Beirut protestiert. Die Außenminister der Arabischen Liga riefen indessen die streitenden Parteien auf, am 11. Februar endlich einen neuen Präsidenten zu wählen. Es ist dann der 14. Anlauf, einen Nachfolger für Präsident Emile Lahoud zu bestimmen, dessen Amtszeit Ende November endete. Die pro-syrische Hisbollah-Partei will dem Kompromisskandidaten Michel Suleiman nur zustimmen, wenn sie mehr Macht in der Regierung bekommt.

MÜNCHEN: Gut zwei Jahre nach dem Einsturz der Eishalle von Bad Reichenhall stehen drei mutmaßliche Verantwortliche für das verheerende Unglück erstmals vor Gericht. In dem Verfahren in Traunstein wirft die Staatsanwaltschaft den angeklagten Bauingenieuren und Architekten fahrlässige Tötung und Körperverletzung vor. Die Halle war Anfang Januar 2006 unter der Last einer schweren Schneedecke eingestürzt und hatte zahlreiche Schlittschuhläufer unter sich begraben. 15 Menschen starben, unter diesen zwölf Kinder und Jugendliche. Weitere 34 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

BRÜSSEL: Nach jahrelangen Vorbereitungen starten die europäischen Banken an diesem Montag den gemeinsamen Euro-Zahlungsverkehrsraum. Das bargeldlose Bezahlen über die Grenzen hinweg soll damit in Europa einfacher und schneller werden. Die Neuerungen sollen schrittweise bis 2011 eingeführt werden. Am Ende sollen Überweisungen, Kartenzahlungen und Lastschriften in Euro genauso kostengünstig und sicher sein wie innerhalb eines Landes. 31 europäische Länder nehmen teil - die 27 EU-Staaten sowie Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Südwesten und am Alpenrand freundlich, sonst weiterhin viele Wolken. Im Osten kann es örtlich regnen. Höchstwerte zwischen vier und zehn Grad Celsius.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 8 Grad, regnerisch,

Berlin: 3 Grad, dunstig,

Dresden: 4 Grad, stark bewölkt,

Köln/Bonn: 7 Grad, bedeckt,

Frankfurt am Main: 6 Grad, stark bewölkt und

München: 5 Grad, wolkig.

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