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Nachrichten

Montag, 28. Dezember 2009-28-12

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TEHERAN: Bei den gewaltsamen Demonstrationen im Iran sind nach Angaben des staatlichen Fernsehens acht Menschen getötet worden. Auch auf Webseiten der Opposition wurde diese Zahl genannt. In einem anderen Bericht der Staatsmedien war sogar von 15 Opfern die Rede. Die Polizei hatte bislang offiziell von fünf Toten gesprochen. Unter den Opfern soll auch ein Neffe von Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi sein. Die Zusammenstöße in Teheran und in anderen iranischen Städten waren die schwersten seit den Protesten nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Juni. Unterdessen wurden nach Oppositionsangaben zwei weitere prominente Regierungskritiker verhaftet. Danach handelt es sich um den früheren Außenminister Ibrahim Jasdi und den Menschenrechtsaktivisten Emad Baghi. Jasdi leitet heute die Freiheitsbewegung des Irans -eine verbotene, aber stillschweigend tolerierte Oppositionspartei.

BERLIN: Nach dem Anschlagsversuch auf ein US-Flugzeug haben sich deutsche Politiker in Koalition und Opposition überwiegend gegen schärfere Sicherheitsgesetze gewandt. Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach verwies darauf, dass gegen menschliches Versagen auch strengere Gesetze nichts nutzten. Es sei Aufgabe technischer Forschung, Durchsuchungsgeräte zu entwickeln, ohne dabei die Intimsphäre der Passagiere zu verletzen. Die so genannten Nackt-Scanner, so Bosbach, erfüllten diese Voraussetzungen nicht. Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele sagte, es sei wichtig, vorhandene Informationen zusammenzuführen. Dies hätten die US-Behörden offenbar versäumt. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, verlangte mehr Personal für die Kontrolle von Fluggästen.

DETROIT: Zwei Tage nach dem vereitelten Sprengstoffanschlag ist es wieder in einem US-Flugzeug auf dem Weg von Amsterdam nach Detroit zu einem Zwischenfall gekommen. Auf der gleichen Delta-Airlines-Verbindung war erneut ein Mann aus Nigeria aufgefallen, der sich zunächst auf der Bordtoilette eingeschlossen und sich dann dem Personal widersetzt hatte. Die Bundespolizei FBI gab später aber Entwarnung. Offensichtlich mache sich bei manchen Besatzungen Nervosität breit. Auch andere Maschinen hätten geringfügige Zwischenfälle gemeldet. Die Sicherheitskontrollen sind international massiv ausgeweitet worden, insbesondere bei Flügen in die USA. Die US-Justiz erhob Anklage gegen den Nigerianer, der am Freitag versucht hatte, in dem mit fast 300 Menschen vollbesetzten Airbus kurz vor der Ankunft in Detroit eine Explosion auszulösen.

NEW YORK: Die USA haben nach einem Bericht der "New York Times" eine neue Front im Anti-Terror-Kampf im Jemen eröffnet. Danach haben die Vereinigten Staaten in aller Stille eine verdeckte Operation gegen El Kaida im Jemen begonnen. Unter anderem seien schon seit etwa einem Jahr einige der besten im Anti-Terrorkampf geschulten CIA-Agenten in dem arabischen Land im Einsatz, zum anderen hätten Spezialkommandos mit der Schulung jemenitischer Sicherheitskräfte begonnen. Zudem habe das Pentagon seine Militärhilfe massiv aufgestockt. - Nach dem vereitelten Flugzeuganschlag beim Anflug auf Detroit war berichtet worden, dass der Täter, der Nigerianer Umar Faruk Abdulmutallab, im Jemen von dem dortigen El-Kaida-Ableger ausgebildet worden war und auch dort den Sprengstoff erhalten hatte. Als eine der Schlüsselfiguren gilt der im Jemen lebende fanatische Prediger Anwar al-Awlaki, der in Kontakt zu dem Nigerianer gestanden haben soll.

ZAGREB: Bei der Präsidentenwahl in Kroatien muss der als Favorit geltende Sozialdemokrat Ivo Josipovic in zwei Wochen in die Stichwahl. Laut staatlicher Wahlkommission kam der Oppositionskandidat in der ersten Runde vom Sonntag auf rund 32 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer wird demnach der parteilose Bürgermeister von Zagreb, Milan Bandic, der mit weniger als halb so viel Stimmen auf Platz zwei folgte. Die Regierungspartei HDZ musste eine schwere Niederlage hinnehmen. Ihr Bewerber war mit zwölf Prozent noch weiter abgeschlagen. --- Dominierende Themen des Wahlkampfs waren der wirtschaftliche Niedergang Kroatiens sowie die grassierende Korruption.

ATHEN: Nahe dem Zentrum von Athen ist am Sonntagabend ein Sprengsatz explodiert. Der Anschlag ereignete sich vor einem Versicherungsgebäude und richtete große Schäden an. Es wurde jedoch niemand verletzt. Vor der Explosion ging ein anonymer Warnanruf bei einer Zeitung ein. In Griechenland werden immer wieder Anschläge von so genannten autonomen Gruppen verübt. Nach dem Tod eines Jugendlichen durch eine Polizeikugel im Dezember vor einem Jahr nahmen die Gewalttaten zu.

OSNABRÜCK: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag -DIHK- wirft den Banken in Deutschland vor, durch Zurückhaltung bei der Kreditvergabe viele Existenzgründungen zu behindern. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Verbandspräsident Hans Heinrich Driftmann in einer entsprechenden Umfrage stießen zwei Drittel der Unternehmensgründer bei der Finanzierung ihrer Firma auf Schwierigkeiten. Damit, so Driftmann, würden wertvolle Wachstumsimpulse verschenkt. Neben puren Zahlen seien auch Geschäftsidee und Unternehmerpersönlichkeit zu berücksichtigen.

BREMEN. Der Krankenstand in deutschen Betrieben war im zu Ende gehenden Jahr so niedrig wie selten zuvor. Wie die Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf neue Statistiken des Bundesgesundheitsministeriums berichtet, meldeten sich Arbeitnehmer 2009 an durchschnittlich sieben Arbeitstagen krank. Der Wert liegt auf Vorjahres-Niveau und gehört zu den niedrigsten seit Einführung der Statistik im Jahr 1970. Die Statistik erfasst die Krankenstände aller gesetzlich versicherten Arbeitnehmer. Fachleute machen für den niedrigen Krankenstand vor allem die Angst vor Jobverlust verantwortlich.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich des Mains wolkig, aber meist trocken. Nach Norden hin Regen oder Schnee. Höchstwerte zwischen null und sechs Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 4 Grad, regnerisch;

Berlin: 2 Grad, regnerisch;

Dresden: 3 Grad, bedeckt;

Köln/Bonn: 4 Grad, stark bewölkt;

Frankfurt am Main: 3 Grad, wolkig und

München: 2 Grad, fast wolkenlos.

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