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Nachrichten

Montag, 27. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TOKIO: Die sieben führenden Industrienationen haben ihren Schulterschluss im Kampf gegen zu starke Wechselkursschwankungen bekräftigt. In einer gemeinsamen Erklärung der G-7-Finanzminister und Notenbankchefs heißt es, die starken Schwankungen des japanischen Yen-Kurses hätten negative Folgen für die Stabilität von Wirtschaft und Finanzen. Der Nikkei-Aktienindex in Tokio verlor sechs Prozent und schloss auf dem tiefsten Stand seit 26 Jahren. Insgesamt schlossen die asiatischen Börsen mit zum Teil drastischen Kursverlusten und setzten die Talfahrt der vergangenen Woche fort. Auch die europäischen Börsen sind zu Beginn der Woche mit einem deutlichen Minus in den Handel gegangen.

WASHINGTON: Um die Auswirkungen der globalen Finanzkrise abzufedern, soll die Ukraine vom Internationalen Währungsfonds einen Beistandskredit über 16,5 Milliarden Dollar erhalten. Das Abkommen zwischen der Regierung in Kiew und dem IWF muss noch von den Gremien der Weltfinanzorganisation gebilligt werden. Die Wirtschaft der Ukraine leidet unter dem Preisverfall von Stahl, dem Hauptexportprodukt des Landes, sowie einem drastischen Kursverfall der Landeswährung Hryvna. - Auch die Regierung in Ungarn wird vom Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Union Finanzhilfen bekommen. Entsprechende Verträge sollen in Kürze unterzeichnet werden. Ungarn ist in Osteuropa bisher am stärksten von der Finanzkrise betroffen.

BONN: Die Deutsche Postbank ist durch die internationale Finanzkrise überraschend in größere Probleme geraten. Die Post-Tochterfirma fuhr nach eigenen Angaben im dritten Quartal ein Minus vor Steuern von 449 Millionen Euro ein. Allein die Belastungen aus dem Engagement bei der US-Investmentbank Lehman Brothers machten 364 Millionen Euro aus. Die Bank mit den meisten Privatkunden in Deutschland wird zudem ihr Kapital um bis zu eine Milliarde Euro erhöhen. Die Dividende für dieses Jahr wird gestrichen. Der Kurs der Aktie fiel um mehr als 15 Prozent auf ein Rekordtief.

MÜNCHEN: In Bayern wollen CSU und FDP an diesem Montag ihre Koalition besiegeln und den neuen CSU-Chef Horst Seehofer zum Ministerpräsidenten wählen. Seehofer wurde am Morgen in Berlin von Bundespräsident Horst Köhler aus dem Amt des Bundesverbraucherschutzministers entlassen. Sein Nachfolger als Bundesminister steht noch nicht fest. Sonderparteitage von CSU und FDP hatten das bayerische Regierungsbündnis am Wochenende einmütig gebilligt. Die FDP übernimmt das Wirtschafts- und Wissenschaftsressort. Seehofers neues Kabinett soll am Donnerstag vereidigt werden.

BERLIN: CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla hat sich für gezielte Steueranreize ausgesprochen, um die Konjunktur anzukurbeln. Pofalla sagte im ARD-Fernsehen, die Kfz-Steuer sollte so umgebaut werden, dass die Menschen mehr neue schadstoffarme Autos kauften. Er sei optimistisch, dies in der Föderalismuskommission mit den Bundesländern klären zu können. Die Länder nehmen die Kfz-Steuer ein. Der CDU-Politiker lehnte zugleich generelle Steuersenkungen ab. Dies würde in der Krise nur die Sparquote erhöhen, nicht aber die Investitionen. Das Bundeskabinett will am 5. November über das Konjunkturpaket entscheiden.

DAMASKUS: Vier US-Kampfhubschrauber haben ein Dorf im syrisch-irakischen Grenzgebiet angegriffen und dabei acht Menschen getötet. Die syrische Regierung protestierte scharf gegen den Vorfall und bestellte die Geschäftsträger der USA und des Iraks ein. Ein US-Offizier erklärte, der Angriff habe einem Netzwerk gegolten, das Kämpfer in den Irak schleuse. Es ist der erste Angriff von US-Soldaten aus dem Irak auf syrischem Boden. Die US-Regierung wirft der syrischen Führung unter Präsident Baschar al-Assad seit Jahren vor, sie erlaube Terroristen, über ihre Grenze in den Irak einzudringen. Nach Angaben der irakischen Regierung bemüht sich Syrien jedoch seit einigen Monaten, den Zustrom von Extremisten in das Nachbarland zu unterbinden.

JERUSALEM: Die Kadima-Partei der israelischen Außenministerin Zipi Livni hat im Parlament einen Antrag auf Neuwahlen binnen 90 Tagen eingebracht. Das teilte ein Parteisprecher mit. Angesichts der schwerwiegenden politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen und der Sicherheitslage sei es wichtig, die Wahlen möglichst schnell stattfinden zu lassen. Livni hatte am Sonntag Staatspräsident Schimon Peres über das Scheitern ihrer Bemühungen zur Regierungsbildung informiert. Peres hatte die 50-Jährige vor fünf Wochen mit der Regierungsbildung beauftragt, nachdem sie den unter Korruptionsverdacht stehenden Ministerpräsidenten Ehud Olmert als Parteivorsitzende abgelöst hatte.

ISLAMABAD: In Pakistan sind bei einem mutmaßlichen US-Raketenangriff nahe der afghanischen Grenze nach Geheimdienstangaben bis zu 20 Menschen getötet worden. Der Angriff in Süd-Waziristan habe sich gegen ein von Anhängern der radikalislamischen Taliban genutztes Haus gerichtet, erklärten die pakistanischen Geheimdienstmitarbeiter. Unter den Toten soll auch ein führendes Mitglied der Taliban sein. Die halbautonomen Stammesgebiete nahe der Grenze zu Afghanistan gelten als Rückzugsgebiet für Extremisten der Al Kaida und der Taliban.

KABUL: Eine Woche nach dem Mord an zwei deutschen Soldaten in Kundus ist bei einem Selbstmordanschlag in Nordafghanistan ein US-Soldat getötet worden. Zwei weitere amerikanische Soldaten, vier afghanische Polizisten und ein Kind seien verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Attentäter habe versucht, in das Büro des Polizeichefs der Provinz Baghlan vorzudringen. Dieser habe sich gerade mit amerikanischen Beratern getroffen. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Baghlan gehört zum deutsch geführten Regionalkommando Nord der Internationalen Schutztruppe ISAF.

SANTIAGO: Die konservative Opposition in Chile hat bei den Kommunalwahlen eine Reihe von Überraschungssiegen errungen und die Mitte-Links-Koalition von Präsidentin Michelle Bachelet auf den zweiten Platz verwiesen. Die Konservativen kamen nach Auszählung fast aller Stimmen bei den Bürgermeisterwahlen landesweit auf 40 Prozent, Bachelets Koalition auf 38 Prozent. Damit scheint ein Machtwechsel auch bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr nicht ausgeschlossen.

BOGOTA: Nach mehr als acht Jahren in der Gewalt kolumbianischer FARC-Rebellen ist dem früheren Abgeordneten Oscar Tulio Lizcano die Flucht mit Hilfe eines seiner Aufpasser gelungen. Sie seien schon vor drei Tagen im Westen des Landes in den Dschungel geflüchtet und am Sonntag auf eine Einheit des Militärs gestoßen, teilte Kolumbiens Verteidigungsminister Juan Manuel Santos mit. Der 62-Jährige Lizcano sei in relativ guter gesundheitlicher Verfassung, allerdings leide er an Unterernährung. Die Rebellenorganisation FARC, die den Staat seit fast 45 Jahren bekämpft, hält noch schätzungsweise 750 Menschen in ihrer Gewalt. Lizcano gehörte zu einer kleinen Gruppe von nur 29 Politikern, Polizisten und Militärs, die die FARC gegen alle inhaftierten Rebellen eintauschen möchte.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Bewölkt und etwas Regen. Richtung Süden noch Auflockerungen, später auch dort Schauer. Höchstwerte zehn bis 17 Grad Celsius.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 10 Grad, wolkig;
Berlin: 10 Grad, Regen;
Dresden: 8 Grad; Regen
Köln/Bonn: 10 Grad, leichter Regen und
Frankfurt am Main: 10 Grad, Regen
und München: 10 Grad, stark bewölkt.

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