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Nachrichten

Montag, 27. März 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag.

MAINZ/STUTTGART/MAGDEBURG: Aus den drei Landtagswahlen vom Sonntag sind die Ministerpräsidenten jeweils gestärkt hervorgegangen. Damit kann in Berlin die große Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel die Reformen mit noch größerer Machtfülle vorantreiben. Deutlicher Verlierer beim ersten Stimmungstest nach der Bundestagswahl vor einem halben Jahr ist die FDP. An diesem Montag beraten die Parteigremien über die insgesamt sehr niedrige Wahlbeteiligung und die Ergebnisse in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Zu den einzelnen Bundesländern:

MAINZ: In Rheinland-Pfalz hat die SPD klar gewonnen. Nach dem vorläufigen Endergebnis kann Ministerpräsident Kurt Beck allein regieren. Seine Partei hat die absolute Mehrheit im Mainzer Landtag. Der unterlegene CDU-Chef Christoph Böhr kündigte seinen Rückzug als Fraktions- und Landespartei-Chef an. Das vorläufige Endergebnis in Rheinland-Pfalz: SPD 45,6 Prozent, CDU 32,8 Prozent, FDP 8,0 Prozent. Die Grünen scheiterten in Rheinland-Pfalz mit 4,6 an der Fünf-Prozent-Hürde.

STUTTGART: In Baden-Württemberg hat CDU-Ministerpräsident Günther Oettinger trotz seines Wahlsiegs die absolute Mehrheit knapp verfehlt. Die Christdemokraten sind weiter auf die FDP als Koalitionspartner angewiesen. Die SPD musste dort eine schwere Schlappe einstecken. Die Ergebnisse in Baden-Württemberg: CDU 44,2 Prozent, SPD 25,2 Prozent, Grüne 11,7 und FDP 10,7 Prozent.

MAGDEBURG: In Sachsen-Anhalt hat die CDU trotz leichter Verluste erwartungsgemäß die Wahl gewonnen. Allerdings musste die FDP herbe Verluste hinnehmen, deshalb muss sich CDU-Ministerpräsident Wolfgang Böhmer einen neuen Partner suchen. Die SPD in Magdeburg hat sich bereits angeboten. Die Ergebnisse in Sachsen-Anhalt: CDU 36,2 Prozent, Linkspartei 24,1 Prozent und SPD 21,4 Prozent. Die FDP erreicht nur noch 6,7 Prozent.

BERLIN: SPD-Fraktionschef Peter Struck sieht die große Koalition in Berlin durch die Ergebnisse der Landtagswahlen gestärkt. Für die SPD habe es dagegen gute und schlechte Ergebnisse gegeben, erklärte Struck im Zweiten Deutschen Fernsehen. Auch der Unionsfraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU) sprach von einer Stärkung der großen Koalition und ihrer Reformvorhaben. Zu den Gesprächen über eine Reform der Gesundheits- und Arbeitsmarktpolitik, die in dieser Woche beginnen sollen, sagte Kauder, er sei sich sicher, dass diese bald zu einem Ergebnis führen würden.

FRANKFURT AM MAIN: Bei den hessischen Kommunalwahlen zeichnet sich ein knapper Sieg der CDU ab. Bei extrem schwacher Wahlbeteiligung konnte die Union vor allem im bevölkerungsstarken Süden hinzugewinnen. Die SPD gewann dagegen im Norden. In Frankfurt/Main verloren nach ersten Berechnungen beide großen Parteien. Wegen des komplizierten Wahlsystems wird das Ergebnis erst in einigen Tagen vorliegen.

BERLIN: Steuerexperten erwarten für dieses Jahr Mehreinnahmen für den Bund. Die 'Berliner Zeitung' berichtet, das Kieler Institut für Weltwirtschaft rechne für Bund, Länder und Kommunen mit rund fünf Milliarden Mehreinnahmen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung erwartet sogar ein Plus von bis zu sechs Milliarden Euro.

MANILA: Bei einem Bombenanschlag im Süden der Philippinen sind mindestens neun Menschen getötet worden. 20 Menschen seien verletzt worden, als der Sprengsatz in einem Geschäft auf der Insel Jolo explodierte, teilte die Polizei mit. Die Hintergründe des Anschlages sind bislang nicht bekannt. Die Insel Jolo ist eine Hochburg der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf, die in der Vergangenheit immer wieder mit Entführungen, Anschlägen und Erpressungen von sich Reden machte. Im Jahr 2000 hatte sie weltweit für Schlagzeilen gesorgt, als sie eine Gruppe westlicher Touristen monatelang auf Jolo in ihrer Gewalt hielt, darunter auch drei Mitglieder einer deutschen Familie aus Göttingen.

KABUL: In Afghanistan haben hunderte Menschen gegen die Entscheidung der Justiz protestiert, den zum Christentum übergetretenen Abdul Rahman freizulassen. An einer Kundgebung in Masar-e-Scharif nahmen nach Polizeiangaben rund 700 Demonstranten teil, darunter islamische Geistliche. Ein Gericht hatte nach Justizangaben vom Sonntag angeordnet, den 41 Jahre alten Rahman wegen mangelnder Beweise bald freizulassen. Er hatte viele Jahre in Deutschland gelebt und war vor 16 Jahren vom Islam zum Christentum übergetreten. Das kann nach dem in Afghanistan gültigen islamischen Recht mit dem Tode bestraft werden.

KIEW: Bei der ukrainischen Parlamentswahl ist die prorussische Opposition nach ersten Ergebnissen knapp in Führung. Nach Auszählung von einem Zehntel der Stimmen entfielen auf die Partei der Regionen von Ex-Ministerpräsident Viktor Janukowitsch 25 Prozent. Dahinter folgt der Wahlblock von Julia Timoschenko mit 24 Prozent sowie das Regierungsbündnis Unsere Ukraine von Präsident Viktor Juschtschenko mit 17 Prozent. Timoschenko und Juschtschenko hatten bereits in der Wahlnacht angekündigt, wie bei der so genannten orangefarbenen Revolution Ende 2004, eine Koalition eingehen zu wollen.

BONN: Auf einer dreitägigen internationalen Konferenz in Bonn beraten mehr als tausend Experten aus rund 140 Ländern über die Frühwarnung bei Naturkatastrophen. Die Konferenz steht unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen und wird zur Stunde von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier eröffnet. Der frühere US-Präsident Bill Clinton wird in seiner Eigenschaft als UN-Sonderbeauftragter für den Wiederaufbau der Tsunami-Regionen in Asien erwartet. Die Konferenz auf Einladung der Bundesregierung soll Politikern und Entscheidungsträgern nützliche Instrumente für eine möglichst wirkungsvolle Frühwarnung an die Hand geben und auf Lücken aufmerksam machen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Am Alpenrand trocken, sonst verbreitet regnerisch, örtlich Gewitter. Mild mit Höchsttemperaturen zwischen zwölf und 18 Grad, im Süden bis zu 22 Grad.