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Nachrichten

Montag, 27. Februar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

BERLIN: Mit Blick auf die Vogelgrippe hat Bundesagrarminister Horst Seehofer mehr Kompetenzen für den Bund bei der Seuchenbekämpfung gefordert. Er frage sich, ob man noch auf der Höhe der Zeit sei, wenn Landkreise oder kreisfreie Städte globale Infektionen bekämpften, sagte Seehofer in der ARD. Die Zahl der toten Wildvögel, die in Deutschland positiv auf das aggressiven "H5N1"-Virus getestet wurden, ist inzwischen auf mehr als 120 gestiegen. Beim ersten Vogelgrippe-Fall in der Schweiz handelt es sich nach ersten Untersuchungen ebenfalls um den auch für Menschen gefährlichen Erreger. - Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner sagte im ZDF, für die Verbraucher bestehe durch die Vogelgrippe keine Gefahr, da in Deutschland noch keine Nutztiere von der Tierseuche befallen seien.

BERLIN: Die Streiks im öffentlichen Dienst gehen am heutigen Montag in die vierte Woche. Es wird erwartet, dass erneut tausende Arbeitnehmer die Arbeit niederlegen, um gegen die geplante Erhöhung der Wochenarbeitszeit zu protestieren. Am Mittag kommen Arbeitgeber und Gewerkschaften in Stuttgart zu einer Verhandlungsrunde für die Kommunen in Baden-Württemberg zusammen. Die Gewerkschaft Verdi kündigte an die Streiks auszuweiten, falls es dabei zu keiner Einigung kommt. Am Wochenende hatten Verdi-Chef Frank Bsirske und der Verhandlungsführer der Länder, Hartmut Möllring, einen möglichen Kompromiss angedeutet. Demnach könnten jüngere Beschäftigte künftig länger arbeiten als ältere.

BERLIN: Die FDP hat von der Bundesregierung eine Stellungnahme zu einem Zeitungsbericht verlangt, wonach der Bundesnachrichtendienst die USA im Irakkrieg umfangreicher unterstützt hat als bisher bekannt. Der FDP-Rechtspolitiker Max Stadler sagte, wenn sich die Informationen bestätigten, sei dies eine dramatische Wendung. Die "New York Times" hatte in ihrer Internetausgabe berichtet, die beiden im Irak stationierten BND-Agenten hätten einen Verteidigungsplan des irakischen Ex-Diktators Saddam Hussein an das US-Militär weitergegeben. - Von den Stimmen der FDP hängt es ab, ob im Bundestag ein Untersuchungsausschuss zur Rolle des BND im Irak-Krieg zustandekommt. Die Grünen und die Linkspartei haben sich bereits für ein solches Gremium ausgesprochen.

BRÜSSEL: Die Außenminister der Europäischen Union wollen den Druck auf Serbien weiter erhöhen, den beim UN-Kriegsverbrechertribunal angeklagten Ex-General Ratko Mladic nach Den Haag auszuliefern. Es wird erwartet, dass die Außenminister bei ihrem Treffen an diesem Montag die Warnung der EU-Kommission unterstützen werden, die Verhandlungen über eine Annäherung an die Europäische Union auszusetzen. Beraten wird zudem über die militärische Unterstützung der Vereinten Nationen in der Demokratischen Republik Kongo. Eine Entscheidung steht dazu aber ebenso noch nicht an wie zur Debatte über die künftige Unterstützung einer Hamas-Regierung in den palästinensischen Autonomiegebieten.

RIAD: Drei Tage nach einem versuchten Selbstmordanschlag auf eine Erdölraffinerie in Saudi-Arabien geht die Polizei gegen mögliche Drahtzieher vor. Dabei wurden in einem Vorort von Riad mindestens fünf Verdächtige getötet. Bei dem versuchten Anschlag auf die Erdölraffinerie in Abkaik am Freitag waren nach offiziellen Angaben die beiden Angreifer getötet worden. Zwei Wachmänner erlagen später ihren Verletzungen. Das Terrornetzwerk El Kaida bekannte sich im Internet zu dem Anschlag.

TOKIO: Der iranische Außenminister Manutscher Mottaki ist zu Gesprächen über das umstrittene Atomprogramm seines Landes nach Japan gereist. Sein japanischer Kollege, Taro Aso, sagte, er wolle zunächst Einzelheiten zu den Absprachen Irans mit Russland erfahren. Die beiden Länder hatten sich im Grundsatz auf ein Paket zur Lösung des Streits über das iranische Atomprogramm geeinigt. Demnach erklärte sich die Führung in Teheran bereit, die Uran-Anreicherung auf russisches Territorium zu verlegen. Über weitere Details soll in Moskau weiter verhandelt werden. Anfang März will die Internationale Atomenergie-Behörde in Wien über das weitere Vorgehen beraten.

JERUSALEM: In Israel soll der Wehrdienst für junge Männer von derzeit drei Jahren in mehreren Schritten auf zwei Jahre verkürzt werden. Das Kabinett billigte eine entsprechende Empfehlung des Verteidigungsausschusses. Eine zweijährige Dienstpflicht gilt bereits für israelische Frauen.

MANILA: Auf den Philippinen ist gegen 16 Personen ein Verfahren wegen Putschversuchs eingeleitet worden. Unter ihnen seien mehrere Soldaten und linksgerichtete Kongressabgeordnete, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo hatte am Freitag nach einem angeblichen Umsturzversuch den Ausnahmezustand über das Land verhängt. Sie machte eine Verschwörung von Oppositionspolitikern, kommunistischen Gruppen und einigen Militärs verantwortlich.

DÜSSELDORF: Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, hat die Krankenkassen zu umfangreichen Fusionen aufgefordert. Hoppe sagte der "Rheinischen Post", die Niederlande hätten für 16 Millionen Einwohner sechs Kassen. In Deutschland sollten daher 50 statt wie bisher 250 Kassen reichen. Zugleich kritisierte der Ärztepräsident die Verwaltungsausgaben der Krankenkassen. Die Millionen-Beträge, die sie in fragwürdige Werbemaßnahmen und zweifelhafte Kurse steckten, sollten sie besser in die Versorgung der Kranken investieren.

KÖLN: Mit den traditionellen Rosenmontagsumzügen erreicht die so genannte "Fünfte Jahreszeit" heute ihren Höhepunkt. In den Karnevals-Hochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz werden wieder hunderttausende Schaulustige erwartet. Auf phantasievoll geschmückten Motivwagen werden vor allem die Bundespolitik und die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft aufs Korn genommen.


DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich der Donau und im Nordwesten wechselnd bewölkt und häufig Schnee- oder Graupelschauer. Sonst freundlicher mit zeitweiligen Aufheiterungen. Tagestemperaturen zwischen minus 3 und plus 4 Grad.