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Nachrichten

Montag, 27. April 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag- als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MEXIKO-STADT: Die zunächst in Mexiko aufgetretene Schweinegrippe hat sich zu einer internationalen Bedrohung entwickelt. In den USA erklärte die Regierung den Gesundheits-Alarmzustand, damit Behörden zusätzliche Bundesmittel für Vorsorgemaßnahmen wie Grippetests und Medikamente anfordern können. Mindestens 20 Infektionen mit dem neuartigen Virus, das von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, wurden in den USA bestätigt. Auch Kanada meldet sechs bestätigte Fälle. Zahlreiche Länder trafen Vorkehrungen an Flughäfen und Bahnhöfen, um ein Einschleppen der Krankheit zu verhindern. Die Europäische Union will eine Dringlichkeitssitzung der Gesundheitsminister ihrer Mitgliedsländer einberufen, auf der das weitere Vorgehen besprochen werden soll. In mehreren EU-Ländern waren am Wochenende erste Verdachtsfälle der gefährlichen Krankheit gemeldet worden. In Mexiko stieg die Zahl der Grippetoten auf über 100. Die Weltbank sagte dem Land Hilfskredite in Höhe von 205 Millionen Dollar zu.

QUITO: Bei der Präsidentschaftswahl in Ecuador hat sich der linksgerichtete Amtsinhaber Rafael Correa zum Sieger erklärt. Laut Wählerbefragungen erhielt der 46-jährige über 50 Prozent der Stimmen. Der frühere Staatschef Lucio Gutiérrez kam demnach auf 28 Prozent, der rechtspopulistische Milliardär Alvaro Noboa auf nur 10,2 Prozent. Sollten sich die Zahlen bestätigen, hätte Correa bereits im ersten Anlauf gewonnen. Vor Anhängern sprach er von einem "Tag der Freude" und kündigte weitere soziale Reformen an.

COLOMBO: Im Norden von Sri Lanka sind die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und tamilischen Rebellen wieder entfacht. Eine von den Rebellen angebotene Waffenruhe hatte die Regierung in Colombo am Vortag zurückgewiesen. Unter wachsendem internationalem Druck wies sie die Armee an, den Einsatz von großkalibrigen Geschützen sowie Kampfflugzeugen zu beenden, die zu zivilen Opfern im Kampfgebiet führen könnten. Die Lage der schätzungsweise 50.000 Zivilisten, die wegen der Gefechte kaum noch mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werden können, hatte international größte Besorgnis ausgelöst. Der UN-Koordinator John Holmes bemüht sich derzeit in Gesprächen mit Regierungsvertretern darum, den Hilfsorganisationen Zugang zu den Zivilisten zu verschaffen. Großbritannien, Frankreich und Schweden kündigten an, in dem Konflikt vermitteln zu wollen.

DETROIT: Der schwer angeschlagene US-Autobauer Chrysler hat eine weitere Hürde im Kampf um seine Rettung genommen. Die Gewerkschaft UAW stimmte einer vorläufigen Vereinbarung mit Chrysler, dem italienischen Hersteller Fiat und der Regierung zu. Die US-Regierung hatte dem Unternehmen eine Frist bis Ende April gesetzt, sich mit Fiat zusammenzuschließen, da Chrysler allein nicht überlebensfähig sei. Im Gespräch ist die Übernahme eines Anteils von 20 Prozent. Der ebenfalls ums Überleben kämpfende Opel-Mutterkonzern General Motors will an diesem Montag Einzelheiten eines neuen Sanierungsplanes vorlegen.

WASHINGTON: Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat eine Abkehr von seinem bisherigen harten Kurs in der Nahost-Politik angedeutet. In einem Interview des US-Fernsehsenders ABC sagte er, der Iran könnte eine Zwei-Staaten-Lösung im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern akzeptieren. Ob der Iran dann auch Israel anerkennen werde, ließ er offen. Auf der Genfer Anti-Rassismus-Konferenz am letzten Montag hatte Ahmadinedschad die israelische Regierung als barbarisch und rassistisch bezeichnet.

WASHINGTON: Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat vor dramatischen sozialen Auswirkungen der globalen Krise gewarnt. Die ärmsten Länder seien am heftigsten davon betroffen, dass sich die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise zu einer humanitären und entwicklungspolitischen Katastrophe auswachse, sagte die SPD-Politikerin in Washington im Entwicklungsausschuss der Weltbank. Die Weltbank müsse daher eine Führungsrolle übernehmen, die vom Welt-Finanzgipfel angekündigte Mittelaufstockung für bedrohte Länder umzusetzen. Zuvor hatte die Weltbank zwei neue Hilfsprogramme mit einem Finanzvolumen von 55 Milliarden Dollar aufgelegt. Damit sollen Infrastrukturprojekte in den Entwicklungsländern, vor allem in Afrika, abgesichert werden.

NÜRNBERG: Die Stimmung der deutschen Verbraucher bleibt inmitten der weltweiten Wirtschaftskrise weiter gut. Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg führten sinkende Inflation, niedrige Energiepreise und die für Juli angekündigte Rentenerhöhung sogar dazu, dass die deutschen Haushalte ihre künftige finanzielle Lage besser bewerteten als in den Vormonaten. Etwas zurückhaltender seien die Menschen dagegen hinsichtlich ihrer Bereitschaft zu größeren Anschaffungen.

BERLIN: Für Schüler in der deutschen Hauptstadt bleibt Ethik Pflicht und Religion nur freiwilliges Zusatzfach. Der Volksentscheid gegen dieses vor drei Jahren eingeführte "Berliner Modell" ist klar gescheitert, wie der Landeswahlleiter mitteilte. Nur rund 14 Prozent der Wahlberechtigten stimmten für die Bürgerinitiative "Pro Reli", die unterstützt von Kirchen und der CDU eine Aufwertung des Religionsunterrichts zum gleichberechtigten Pflichtfach durchsetzen wollte. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sieht den rot-roten Senat mit der Einführung des Fachs Ethik bestätigt, das die Integration der vielen Kinder aus Einwandererfamilien fördern soll.

MOSKAU: Bei der Bürgermeisterwahl in der russischen Olympia-Stadt Sotschi hat der Kreml-treue Amtsinhaber Anatoli Pachomow nach vorläufigen Angaben gewonnen. Nach dem bisherigen Ergebnis erhielt er 77 Prozent der Stimmen. Der liberale Oppositionskandidat Boris Nemzow, der auf lediglich 13 Prozent kam, protestierte gegen Unregelmäßigkeiten und kündigte juristische Schritte an. Die Wahl in dem Schwarzmeer-Kurort war mit Spannung verfolgt worden, da die Olympischen Winterspiele 2014 als Prestige-Projekt der russischen Führung gelten. Dem Wahlsieger fällt eine Schlüsselrolle bei der Verwendung von zehn Milliarden Euro zu, die die Regierung für die Spiele dort investieren will.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nur im Osten noch freundlich. Sonst meist Wolken und Schauer. Im Westen maximal 13 bis 20 Grad, im Osten bis 25 Grad.

Hamburg: 17 Grad, leicht bewölkt;

Berlin: 19 Grad, leicht bewölkt;

Dresden: 16 Grad, wolkig;

Frankfurt am Main und München: 14 Grad, wolkig und

Köln/Bonn: 12 Grad, bewölkt.

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