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Nachrichten

Montag, 26. Oktober 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

DEN HAAG: Der frühere bosnisch-serbische Führer Radovan Karadzic hat den Beginn seines Kriegsverbrecherprozesses boykottiert. Der 64-Jährige hatte dies bereits vorher angekündigt und damit begründet, er habe nicht genug Zeit zur Vorbereitung erhalten. Das Haager Tribunal konnte sein Erscheinen nicht durchsetzen. Der Prozess wurde nach einigen Minuten vertagt und soll am Dienstag mit der Verlesung der Anklagepunkte fortgesetzt werden. Karadzic will sich in dem Verfahren selbst verteidigen, einen Anwalt hat er nicht genommen. Er muss sich in elf Anklagepunkten wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges verantworten. Zu den Gräueltaten, die ihm zur Last gelegt werden, zählt das Massaker von Srebrenica im Jahr 1995. - Die deutsche Staatsanwältin Hildegard Uertz-Retzlaff beantragte im Namen der Anklage, Karadzic das Recht zu entziehen, sich selbst zu verteidigen. Das Gericht müsse stattdessen einen Pflichtverteidiger für ihn bestellen.

BERLIN: Union und FDP werden an diesem Montag ihren Koalitionsvertrag unterzeichnen. Zuvor muss die Vereinbarung noch von kleinen Parteitagen von CDU und CSU gebilligt werden. Die Zustimmung der Delegierten gilt als sicher. Gestern hatte bereits die FDP auf ihrem Parteitag grünes Licht für den Vertrag gegeben. Die Opposition hat die Vereinbarung in den vergangenen Tagen bereits deutlich kritisiert. Die Wiederwahl von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist für den Mittwoch vorgesehen. Danach soll auch das neue Bundeskabinett vereidigt werden.

NÜRNBERG: Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich erstmals seit einem Jahr wieder verschlechtert. Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung beurteilen die Verbraucher die Konjunkturaussichten zwar weiterhin optimistisch, ihre eigene wirtschaftliche Perspektive sehen sie aber nicht mehr so günstig. Grund seien unter anderem zunehmende Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt und steigende Energiepreise.

BERLIN: An diesem Montag beginnt in Deutschland die seit Monaten geplante Impfaktion gegen die sogenannte "Schweinegrippe". Der Plan sieht vor, dass zunächst Ärzte, Krankenschwestern, Feuerwehrleute und Polizisten die Grippeimpfung bekommen. Der Rest der deutschen Bevölkerung wird sich vermutlich ab Ende November impfen lassen können. Bisher wurden in Deutschland rund 23.000 Schweinegrippe-Erkrankungen festgestellt. Drei Menschen starben an der Krankheit.

DRESDEN: Vor dem Landgericht in Dresden hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der Ägypterin Marwa El-Sherbini begonnen. Er steht unter besonders strengen Sicherheitsvorkehrungen. Einem 29-jährigen Russlanddeutschen wird vorgeworfen, die Frau im Juli während eines Verfahrens am selben Gericht mit mindestens 16 Messerstichen getötet zu haben. Der Ehemann des Opfers wurde lebensgefährlich verletzt, als er seine schwangere Frau schützen wollte. Tatmotiv war nach Ansicht der Ermittler fanatischer Hass auf Muslime. Die Anklage geht von versuchtem Mord aus. Das Verbrechen löste in der islamischen Welt heftige Proteste aus.

BAGDAD: Die Zahl der Todesopfer der beiden Bombenanschläge in Bagdad ist auf mehr als 150 gestiegen. Zudem wurden nach Polizeiangaben mehr als 500 Menschen bei dem schwersten Anschlag in der irakischen Hauptstadt seit mehr als zwei Jahren verletzt. Am Sonntag hatten zwei Selbstmordattentäter binnen weniger Minuten zwei Bomben vor dem Justizministerium sowie einem Verwaltungsgebäude gezündet. Zu der Tat bekannte sich bislang niemand. Die Regierung vermutet Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein hinter der Tat. Die Anschläge sei gegen die Parlamentswahl im Januar gerichtet. - Die Anschläge wurden weltweit verurteilt.

SEOUL: Nach fast zweijähriger Unterbrechung will Südkorea wieder Nahrungsmittel nach Nordkorea liefern. Die Regierung in Seoul hat angeboten, über das Rote Kreuz 10.000 Tonnen Getreide sowie 20 Tonnen Milchpulver und Medikamente in den Norden zu schicken. Mit der Hilfslieferung könne der Nahrungsmittel-Engpass in Nordkorea nicht behoben werden, betonte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Es gehe lediglich um humanitäre Hilfe. Ob es weitere Lieferungen gebe, hänge davon ab, wie sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern entwickelten.

SEOUL: Der südkoreanische Genforscher Hwang Woo Suk ist von einem Gericht in Seoul des Betrugs schuldig gesprochen worden. Der 56-Jährige war angeklagt, für seine Stammzellenforschung unter Vortäuschung falscher Tatsachen Geld angenommen und illegal menschliche Eizellen gekauft zu haben. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine vierjährige Haftstrafe. Das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet. Hwangs 2004 und 2005 veröffentlichte Forschungsberichte galten zunächst als Durchbruch in der Stammzellenforschung und gaben Hoffnungen Auftrieb, genetisch bedingte Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson heilen zu können. Hwang hatte zudem behauptet, erstmals Stammzellen von geklonten menschlichen Embryonen gewonnen zu haben. Später stellten sich seine Angaben jedoch als falsch heraus.

MONTEVIDEO: Der frühere Guerillakämpfer José Mujica ist aus der Präsidentenwahl in Uruguay als Sieger hervorgegangen, muss jedoch in die Stichwahl. Laut Hochrechnungen verfehlte der Kandidat des regierenden Linksbündnisses "Breite Front - Frente Amplio" mit etwa 48 Prozent der Stimmen die erforderliche absolute Mehrheit. Der 74-Jährige trifft damit Ende November auf den zweitplatzierten der Wahl, den konservativen Ex-Präsidenten Luis Alberto Lacalle. Dieser erhielt am Sonntag etwa 30 Prozent. Mujica versprach im Wahlkampf eine Fortsetzung der Politik des populären, gemäßigt linken Präsidenten Tabaré Vázquez, der laut Verfassung nicht wieder kandidieren durfte.

TUNIS: Der tunesische Staatschef Zine El Abidine Ben Ali ist bei der Präsidentenwahl erwartungsgemäß im Amt bestätigt worden. Nach Angaben des Innenministeriums bekam er rund 90 Prozent der Stimmen. Es ist für den 73-jährigen Ben Ali die fünfte und letzte Amtszeit, da die Verfassung für gewählte Politiker eine Altershöchstgrenze von 75 Jahren vorsieht. Der autoritär regierende Präsident war vor 22 Jahren in einem unblutigen Putsch an die Macht gekommen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Es regnet vor allem im Norden. Im Süden und in Richtung der Lausitz ist es stellenweise freundlich. Die Tagestemperaturen liegen zwischen 9 und 17 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 12 Grad, stark bewölkt;

Berlin: 9 Grad, stark bewölkt;

Dresden: 9 Grad, wolkig;

Köln/Bonn: 12 Grad, nach Regen;

Frankfurt am Main: 8 Grad, dunstig und

München: 10 Grad, bedeckt.

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