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Nachrichten

Montag, 26. Mai 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Die SPD will an diesem Montag darüber entscheiden, ob sie die Professorin Gesine Schwan im Mai 2009 gegen Bundespräsident Horst Köhler als eigene Kandidatin aufstellt. Einige Politiker von CDU und CSU forderten deshalb bereits einen vorzeitigen Bruch der großen Koalition. Schwan könnte in der Bundesversammlung derzeit nur dann gewählt werden, wenn sie die Unterstützung von den Grünen und der Linken bekäme. Der Fraktionschef der Linken, Gregor Gysi, sowie der Grünen-Bundesvorsitzende Reinhard Bütikofer sagten, sie wollten erst einmal abwarten. Im September könnte nach der Landtagswahl in Bayern die hauchdünne Mehrheit von CDU/CSU und FDP in der Bundesversammlung kippen. Bei der Bundespräsidentenwahl 2004 war Schwan Köhler knapp unterlegen.

BRÜSSEL: Die Europäische Union hat sich nach fast zweijährigem Streit auf Verhandlungen mit Russland über ein neues Partnerschaftsabkommen geeinigt. Die EU-Außenminister stimmten in Brüssel einem Mandat für die Gespräche zu, die bereits im Juni beginnen sollen. Das Mandat war von Polen und Litauen bisher verhindert worden. Deutschland verspricht sich von einem neuen Abkommen vor allem mehr Zuverlässigkeit bei russischen Öl- und Gaslieferungen. Bei den Beratungen in Brüssel wollen Schweden und Polen auch für eine verstärkte Partnerschaft der EU mit Ländern wie Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien und der Ukraine werben. Angestrebt werden dabei vor allem Reiseerleichterungen sowie eine Freihandelszone.

BRÜSSEL: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung will sich für eine Aufstockung der Zahl der Polizeiausbilder in Afghanistan einsetzen. Zum Auftakt eines Treffens mit seinen EU-Amskollegen in Brüssel sagte er, die Bundesregierung wolle wie angekündigt die Zahl von derzeit 60 auf 120 Ausbilder verdoppeln. Er hoffe, dass auch die übrigen EU-Staaten ihren Beitrag leisteten. Die Europäische Polizeimision EUPOL soll von derzeit 230 auf 400 Beamte aufgestockt werden. Ziel sei, so Jung, Afghanistan in die Lage zu versetzen, künftig selbst für seine Sicherheit sorgen zu können.

TOKIO: Die Umweltminister der G-8-Staaten haben ihre Regierungen dazu aufgerufen, den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen bis 2050 zu halbieren. Darauf verständigten sich die Minister aus den acht größten Industriestaaten zum Abschluss einer Konferenz im japanischen Kobe. Die Vereinbarung ist allerdings nicht bindend. Zuvor hatte es Bemühungen der Minister aus EU-Ländern gegeben, die G-8-Staaten auf eine CO2-Reduzierung um 20 Prozent bis zum Jahr 2020 verbindlich festzulegen. Dies scheiterte jedoch am Widerstand Japans und der USA. Japan, das derzeit den Vorsitz der G-8 innehat, wollte mit den Beratungen in Kobe die Arbeit an einem Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz vorantreiben. An der Konferenz nahmen auch China und weitere Schwellenländer teil.

BERLIN: Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, hofft auf einen langfristigen politischen Wandel in Birma. In einem Interview des Rundfunks-Berlin-Brandenburg RBB sagte er, das Land sei bisher weitgehend isoliert gewesen. Nun kämen die Menschen durch die zugesagte ausländische Hilfe für die Zyklon-Opfer in Kontakt mit Ausländern und erhielten von ihnen Informationen. Erler hatte für Deutschland an der internationalen Geberkonferenz für Birma am Sonntag in Rangun teilgenommen. Konkrete Finanzzusagen wurden dabei nicht gemacht. Die Militärjunta wurde aufgefordert, ihre Zusage einzuhalten und ausländische Helfer ins Land zu lassen. Deutschland schickte nach Erlers Angaben bisher Hilfsgüter im Wert von vier Millionen Euro.

LONDON: Der Dalai Lama hat China vor einer Eskalation des Tibet-Konflikts gewarnt. Immer mehr seiner Anhänger würden den Glauben an eine friedliche Lösung verlieren, sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter in einem Interview der 'Financial Times'. Viele seiner Glaubensbrüder seien frustriert, dass die bisherige Strategie des friedlichen Dialogs mit China keine Früchte trage. Er selbst verliere bei den Tibetern entsprechend an Einfluss, so der Dalai Lama weiter. Auch wisse er nicht, ob es Peking bei den jüngsten Gesprächen mit seinen Gesandten wirklich um Tibet oder nur um die Olympischen Spiele gehe.

TOKIO: Ein japanisches Gericht hat einen Mann des Mordes am Bürgermeister von Nagasaki für schuldig befunden und ihn zum Tode verurteilt. Bürgermeister Iccho Ito wurde im April 2007 während einer Wahlkampfveranstaltung vor dem Bahnhof der Stadt von zwei Kugeln im Rücken getroffen und starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Der Todesschütze ist nach den Erkenntnissen des Bezirksgerichts von Nagasaki das führende Mitglied eines Verbrechersyndikats. Der Fall hatte in Japan für Entsetzen gesorgt, weil es dort ein striktes Verbot für Handfeuerwaffen gibt.

KIEL: In Schleswig-Holstein beraten die Gremien von SPD und CDU über den Ausgang der Kommunalwahl vom Sonntag. Beide Parteien hatten schwere Einbußen verbucht. Die CDU stürzte von 50,8 auf 38,6 Prozent ab, die SPD unterbot ihr Ergebnis von 2003 noch einmal. Sie fiel von rund 29 Prozent auf 26,6 Prozent. Hinzugewinnen konnten die Grünen und die FDP. Die Linken, die erstmals angetreten waren, kamen auf Anhieb auf 6,9 Prozent. Schleswig-Holstein wird von einer großen Koalition regiert.

WASHINGTON: Die US-Raumsonde "Phoenix" ist planmäßig auf dem Mars gelandet. Nach einer knapp zehnmonatigen und 680 Millionen Kilometer langen Reise durch das Weltall setzte sie in der Nähe des Nordpols des Roten Planeten auf, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. Erste von 'Phoenix' gesendete Videobilder zeigten, dass die Sonde die zur Stromversorgung nötigen Sonnensegel ausgefahren habe. - 'Phoenix' soll auf dem Mars drei Monate lang nach möglichen Spuren organischen Lebens suchen.

CANNES: Der französische Film 'Entre Les Murs - Zwischen den Mauern' ist mit der Goldenen Palme von Cannes ausgezeichnet worden. Regisseur Laurent Cantet dokumentiert darin ein Schuljahr einer Pariser Schulklasse mit vielen Einwandererkindern. Als bester Schauspieler wurde Benicio del Toro für seine Hauptrolle in 'Che' ausgezeichnet; beste Schauspielerin wurde Sandra Corveloni, die in 'Linha de Passe' eine schwangere, alleinerziehende Mutter spielt. Insgesamt 21 Filme hatten um die Preise konkurriert. Wim Wenders ging mit seinem Werk 'Palermo Shooting' leer aus.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Osten Aufheiterungen, sonst viele Wolken und gebietsweise schauerartiger Regen. Tagestemperaturen zwischen 13 Grad an der Küste und bis zu 29 Grad im Süden.

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