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Nachrichten

Montag, 25. Februar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

HAMBURG: Die CDU hat die Bürgerschaftswahl in Hamburg zwar gewonnen, ist aber nach dem Verlust der absoluten Mehrheit auf einen Koalitionspartner angewiesen. Nach dem vorläufigen amtlichen Zwischenergebnis kommt sie auf 42,6 Prozent, gefolgt von der SPD mit 34,1 Prozent und den Grünen mit 9,6 Prozent. Erstmals in der Bürgerschaft vertreten ist Die Linke mit 6,4 Prozent. Die FDP scheiterte erneut an der Fünf-Prozent-Klausel. Damit gibt es erstmals Chancen für eine schwarz-grüne Landesregierung auf Länderebene. Möglich ist auch eine große Koalition mit der SPD. CDU-Bürgermeister Ole von Beust kündigte Gespräche mit beiden Parteien an. Mehrere Bundespolitiker der CDU signalisierten ihre Zustimmung zu Schwarz-Grün. Rein rechnerisch wäre auch ein Senat aus SPD, Grünen und Linken möglich, allerdings hat SPD-Spitzenkandidat Michael Naumann auch nach der Wahl eine Zusammenarbeit mit Der Linken ausgeschlossen.

BERLIN: SPD-Fraktionschef Peter Struck hat sich offen für eine Zusammenarbeit der SPD mit der Partei Die Linke in allen westdeutschen Ländern gezeigt. Darüber müsse jeder Landesverband für sich alleine entscheiden, sagte Struck im Deutschlandfunk. In Ostdeutschland gebe es bereits realistische Zusammenarbeitsmöglichkeiten. Mit Blick auf Hessen sagte Struck, wenn eine Ampelkoalition mit FDP und Grünen nicht möglich sei, müsse Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti zügig mit ihrer Partei beraten, ob sie sich mit Hilfe der Linken zur Ministerpräsidentin wählen lassen wolle. Struck bestritt, dass es sich dabei um einen grundsätzlichen Kurswechsel der SPD gegenüber der Linkspartei handele. - SPD-Chef Kurt Beck hatte mit einem ähnlichen Vorschlag in der vergangenen Woche auch in der eigenen Partei einen heftigen Streit ausgelöst. Mit Finanzminister Peer Steinbrück und Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatten sich zwei seiner Stellvertreter mit Warnungen vor einem Wortbruch von dessen Kurs distanziert.

BRÜSSEL: Die EU hat dem neuen kubanischen Staats- und Regierungschef Raúl Castro einen -so wörtlich- konstruktiven politischen Dialog angeboten. Entwicklungskommissar Louis Michel erklärte, er betrachte seinen Mitte kommender Woche geplanten Besuch als Chance, den Dialog voranzubringen. Die EU sei zur Zusammenarbeit in Fragen gemeinsamen Interesses bereit. Dazu gehörten der Umwelt- und der Klimaschutz. In bestimmten Bereichen, darunter die Einhaltung der Grund- und Menschenrechte, habe sich die Position der Europäer gegenüber Kuba nicht geändert. Raúl Castro war am Sonntag vom Parlament als Nachfolger seines zurückgetretenen Bruders Fidel zum neuen Staats- und Regierungschef gewählt worden.

SEOUL: Südkoreas neuer Präsident, Lee Myung Bak, will die Wirtschaft des Landes weiter stärken. In seiner Antrittsrede forderte er zudem Nordkorea auf, das im vergangenen Jahr unterzeichnete Atomabkommen endgültig umzusetzen. Der 66-jährige Konservative war zuvor als Nachfolger von Präsident Roh Moo Hyun im Parlament vereidigt worden. Er traf direkt im Anschluss Japans Regierungschef Yasuo Fukuda. Beide vereinbarten die seit 2005 ausgesetzten regelmäßigen Gipfeltreffen wieder aufzunehmen. Im April will Lee nach Japan reisen. Im Tagesverlauf sind noch Treffen unter anderen mit dem russischen Regierungschef Victor Zubkow und US-Außenministerin Condoleezza Rice geplant.

JAKARTA: US-Verteidigungsminister Robert Gates ist in der indonesischen Hauptstadt Jakarta angekommen. Während seines eintägigen Besuch will er mit Präsident Susilo Bambang Yudhoyono und Verteidigungsminister Juwono Sudarsono zusammentreffen. Hauptthema dürfte ein möglicher Verkauf von US-Militär-Flugzeugen an Indonesien sein. Gates sagte kurz vor seiner Ankunft, es sei wichtig, die Beziehungen zu Indonesien als säkularisiertem islamischen Staat zu stärken. An diesem Montag bricht auch der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier zu einer mehrtägigen Südostasienreise auf. Seine erste Station ist Indonesien.

JAKARTA: Die indonesische Insel Sumatra ist erneut von einem Beben erschüttert worden. Die Erdstöße hatten eine Stärke von 7,2 auf der Richterskala und waren auch in der Hauptstadt Jakarta zu spüren. Das Epizentrum lag 165 Kilometer nordwestlich der Stadt Mukomuko in zehn Kilometern Tiefe. Die Behörden gaben eine Tsunami-Warnung heraus, die aber wenig später wieder aufgehoben wurde. Berichte über Schäden liegen noch nicht vor. Erst am Mittwoch war eine Insel vor der West-Küste Sumatras von einem schweren Beben erschüttert worden. Dabei kamen drei Menschen ums Leben.

BEIRUT: Der Präsident der Arabischen Liga, Amr Mussa, vermittelt im Libanon erneut wegen des Streits um die Wahl eines neuen Staatsoberhaupts. Am Sonntag traf Mussa bereits mit pro- sowie anti-syrischen Vertretern zusammen, unter ihnen Parlamentspräsident Nabih Berri sowie dem Führer der anti-syrischen Parlamentsmehrheit, Saad Hariri. An diesem Montag will er seine Gespräche fortsetzen. Ursprünglich sollte bereits im September 2007 der Nachfolger für Präsident Emile Lahoud gewählt werden. Seitdem scheiterten mehrere Wahlanläufe. Lahoud schied Ende November aus dem Amt. Die oppositionelle pro-syrische Hisbollah macht die Wahl eines Kompromisskandidaten davon abhängig, dass sie mehr Regierungsmacht bekommt. Für Dienstag ist eine neue Wahlrunde angesetzt.

ANKARA: Türkische Truppen rücken nach Presseberichten im Nord-Irak auf das mutmaßliche Hauptquartier der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK vor. Es soll in den Kandil-Bergen liegen, einem Gebirgszug entlang der irakisch-iranischen Grenze. Mehrere türkische Zeitungen berichten, Spezialeinheiten hätten den Befehl erhalten, die siebenköpfige Führungsriege der Partei festzunehmen. Derweil setzten türkische Truppen ihren Artilleriebeschuß mutmaßlicher Rebellenstellungen hinter der Grenze fort. Nach türkischen Militärangaben sind seit Beginn der Offensive gegen die PKK am Donnerstag 112 Kämpfer getötet worden. Die eigenen Verluste wurden mit 15 Getöteten angegeben.

NIKOSIA: Der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, hat den neuen Präsidenten des griechischen Teils Zyperns, Demetris Christofias, dazu aufgefordert, ohne Verzögerung die Verhandlungen mit dem türkischen Norden der Insel aufzunehmen. Christofias hatte bereits kurz nach seinem Wahlsieg am Sonntag ein Treffen mit dem Führer der türkisch-zyprischen Volksgruppe Mehmet Talat vereinbart. Ein Termin wurde noch nicht bekannt. Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt hatte der Kommunistenchef mit rund 53 Prozent der Stimmen gesiegt. Die Mittelmeerinsel ist seit 1974 in einen griechischen und einen türkischen Teil geteilt. Der überwiegend von Griechen bewohnte Südteil ist seit 2004 EU-Mitglied.

LOS ANGELES: Die Oscars, die Preise der amerikanischen Film-Akademie, sind vergeben. Großer Gewinner ist 'No country for old men', der insgesamt vier der begehrten Auszeichnungen erhielt, darunter für den besten Film und die beste Regie. Als beste Hauptdarstellerin wurde erstmals nach mehr als 40 Jahren wieder eine Französin geehrt: Marion Cotillard erhielt einen Oscar für ihre Rolle als Edith Piaf in 'La vie en rose'. Einen Oscar als bester Hauptdarsteller bekam Daniel Day-Lewis für seine Rolle in 'There will be blood'. Der mit acht Nominierungen ins Rennen gegangene Streifen erhielt nur zwei Auszeichnungen. Zum besten ausländischen Film wurde das österreichische KZ-Drama 'Die Fälscher' gewählt, zum besten Animationsfilm 'Ratatouille'.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Westen wechselnde Bewölkung und zeitweise trocken. Auch vom Oberrhein bis zum Bayerischen Wald heiter und trocken. Sonst dichtere Wolkenfelder und gelegentlich etwas Regen. Höchstwerte sieben bis 16 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 5°, stark bewölkt;
Berlin: 8°, leichter Regen;
Dresden: 10°, Regen ;
Köln/Bonn: 6°, wolkig;
Frankfurt am Main: 9°, bedeckt und
München 11°, leicht bewölkt:

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