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Nachrichten

Montag, 25. Dezember 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag

ROM: Papst Benedikt XVI. hat anlässlich des Weihnachtsfestes dazu aufgerufen, leidenden und missbrauchten Kindern zu helfen. Bei der Mitternachtsmesse im Petersdom erinnerte Benedikt an Kindersoldaten, die eine Welt der Gewalt erlebten. Millionen Kinder vor allem in armen Ländern müssten betteln oder hungern, beklagte der Papst. Es war die zweite Christmette des deutschen Papstes seit seiner Wahl im April 2005. Als Höhepunkt der Feierlichkeiten wird Benedikt an diesem Montag wieder den traditionellen Segen 'urbi et orbi' spenden.

MAINZ: Auch die deutschen Bischöfe haben sich in ihrer Weihnachtsbotschaft für Frieden und Menschlichkeit ausgesprochen. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, rief die Christen in seiner Ansprache im Mainzer Dom dazu auf, mehr Hilfe für Bedürftige zu leisten und sich für eine friedlichere Welt einzusetzen. Lehmann sagte, die Gesellschaft müsse außerdem weg von reinem Nutzdenken. Wichtig seien menschliche Erfahrungen wie die Geburt eines Kindes oder Freundschaft. - Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, forderte die Konfliktparteien im Nahen Osten auf, den ersten Schritt zu mehr Menschlichkeit zu machen und nicht darauf zu warten, dass der andere dies tue.

JERUSALEM: In den lange Zeit festgefahrenen Nahost-Friedensprozess kommt allmählich wieder Bewegung. Israels Regierungschef Ehud Olmert erklärte in Jerusalem, es sei nun an der Zeit, 'Flexibilität und Großzügigkeit' zu zeigen. Zugleich stellte er weitere Treffen mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas in Aussicht, dem er bereits am Samstagabend eine Reihe von Zugeständnissen gemacht hatte. Die Europäische Union begrüßte insbesondere die Zusage Israels, 100 Millionen Dollar eingefrorener palästinensischer Gelder für humanitäre Zwecke freizugeben.

BASRA: Britische Soldaten haben im südirakischen Basra eine Polizeiwache gestürmt und zahlreiche Beamte festgenommen. Nach Angaben eines Militärsprechers sollen einige der Polizisten mitverantwortlich sein für den Tod von Dolmetschern, die für die britischen Truppen arbeiteten. In anderen Berichten hieß es, die Polizisten hätten die Hinrichtung von zahlreichen Gefangenen geplant. In der Wache in Basra waren rund 200 Untersuchungshäftlinge untergebracht. Sie wurden inzwischen in andere Einrichtungen verlegt. Die Polizei in der südirakischen Stadt soll von schiitischen Milizionären unterwandert sein.

MOGADISCHU: Die äthiopische Luftwaffe hat den Flughafen der somalischen Hauptstadt Mogadischu bombardiert. Dabei wurde nach Angaben der Flughafen-Leitung ein Mensch getötet. Zudem seien die Landebahn und ein Gebäude beschädigt worden. Am Sonntag hatte Äthiopien den islamistischen Rebellen in Somalia den Krieg erklärt. Äthiopien steht auf Seiten der international anerkannten Regierung Somalias, die von den Rebellen bekämpft wird. Äthiopiens Erzfeind Eritrea wiederum unterstützt die Islamisten. Diese haben inzwischen Mogadischu und weite Teile Somalias unter Kontrolle. - Beobachter befürchten, dass sich der Konflikt zu einem regelrechten Krieg am Horn von Afrika ausweiten könnte.

PEKING: Nach den Sanktionen des Weltsicherheitsrats gegen den Iran hat China im Atomstreit zu neuen Gesprächen mit Teheran aufgerufen. Strafmaßnahmen seien langfristig nicht die Lösung des Problems, erklärte das Pekinger Außenministerium. Nur in Verhandlungen könne der Atomkonflikt mit dem Iran dauerhaft beendet werden. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen am Samstag beschlossen. Die Resolution untersagt unter anderem die Lieferung von Nukleartechnologie an den Iran und fordert eine Einstellung der Uran-Anreicherung des Landes.

JAKARTA: Nach den schweren Überschwemmungen im Nordosten der indonesischen Provinz Aceh steigt die Opferzahl weiter an. Im Bezirk Tamiang wurde ein ganzes Dorf von den Wassermassen zerstört, von den rund 300 Einwohnern fehlt jede Spur. Die Behörden befürchten, dass die meisten Dorfbewohner ums Leben gekommen sind. Offiziell bestätigt wurde in Aceh bisher der Tod von mindestens 70 Menschen, mehr als 140.000 flüchteten in Notlager. Die selbst für die Regenzeit ungewöhnlich heftigen Niederschläge werden nach Prognosen indonesischer Meteorologen noch mehrere Tage anhalten.

BERLIN: Im Streit um Vorgaben für den Klimaschutz hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die Europäische Kommission erneut kritisiert. In einem Interview bemängelte Gabriel die fehlende Transparenz beim System des Emissionshandels. Es gebe keine EU-weite Richtlinie für die Pläne in den Mitgliedsländern. Die EU-Kommission fordert von der Bundesregierung bis zum Jahresende einen überarbeiteten Plan für die Zuteilung von Verschmutzungsrechten. Gabriel sagte, seiner Meinung nach könne der Streit mit der EU-Kommission aber erst Anfang nächsten Jahres beigelegt werden. Der Umweltminister will bis 2012 einen Jahresausstoß von 465 Millionen Tonnen an klimaschädlichem Kohlendioxid zulassen. Die EU-Kommission verlangt jedoch eine Höchstgrenze von 453 Millionen Tonnen.

ATLANTA: Im Alter von 73 Jahren ist der amerikanische Soul-Sänger James Brown gestorben. Er erlag in einem Krankenhaus in Atlanta den Folgen einer Lungenentzündung. Brown gilt als 'Godfather of Soul' und prägte maßgeblich die Musik der vergangenen 50 Jahre. Zu seinen bekanntesten Hits zählen unter anderen 'Sex Machine', 'It's A Man's World' und 'I Got You (I Feel Good)'.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet Nebel, stellenweise Sprühregen oder Schneegriesel. In höheren Lagen auch sonnig. Höchstwerte minus zwei bis plus acht Grad.

Am Vormittag meldeten:
Hamburg: sieben Grad, bedeckt;
Berlin: sechs Grad, leichtes Nieseln;
Dresden: ein Grad, leichtes Nieseln;
Köln/Bonn: minus ein Grad, bedeckt;
Frankfurt am Main: null Grad, bedeckt und
München: minus drei Grad, Nebel.

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