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Nachrichten

Montag, 25. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MOSKAU: Das russische Oberhaus hat sich dafür ausgesprochen, die Unabhängigkeit der von Georgien abtrünnigen Gebiete Südossetien und Abchasien anzuerkennen. In einer Sondersitzung forderten die Parlamentarier Präsident Dmitri Medwedew einstimmig zu diesem Schritt auf. Ein ähnliches Votum wird auch vom Unterhaus erwartet, das ebenfalls heute zusammenkommt. Nach dem Zerfall der Sowjetunion hatten sich Abchasien und Südossetien Anfang der 1990er Jahre von Georgien abgespalten. International ist ihre Unabhängigkeit aber nicht anerkannt. Georgien unternahm Anfang August den Versuch, mit einer Militär-Offensive die Kontrolle über Südossetien zurückzugewinnen, wurde aber vom russischen Militär zurückgeschlagen. Seitdem befinden sich russische Soldaten im georgischen Kernland.

PARIS/TIFLIS: Angesichts des schleppenden Rückzugs russischer Truppen aus Georgien will die Europäische Union den Druck auf Russland verstärken. Der amtierende EU-Ratspräsident, Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy, berief für den 1. September einen Sondergipfel zur Kaukasus-Krise ein. Bei dem Treffen in Brüssel werde es um die "Zukunft der Beziehungen" zu Russland gehen, erklärte das Präsidialamt in Paris. Zuvor hatte auch die deutsche Regierung auf eine vollständige Umsetzung des kürzlich vereinbarten Waffenstillstandsabkommens gedrungen. Ungeachtet dessen halten russische Truppen in Georgien weiter strategisch wichtige Punkte besetzt. Hintergrund ist der Konflikt um die von Georgien abtrünnigen Provinzen Südossetien und Abchasien.

PEKING: Nach dem Ende der Olympischen Sommerspiele in Peking hat das Internationale Olympische Komitee eine positive Bilanz gezogen. Die Welt habe mehr über China erfahren und die Volksrepublik mehr über die Welt, sagte IOC-Präsident Jacques Rogge. Auch die deutsche Bundesregierung äußerte sich zufrieden. In der Menschenrechtsfrage hätten die Spiele zu einer positiven Entwicklung in China beigetragen, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Peter Danckert. Die oppositionellen Grünen kritisierten dagegen, die Erwartungen in dieser Hinsicht hätten sich nicht erfüllt. - Die 29. Olympischen Spiele waren am Sonntagabend mit einer spektakulären Abschlussfeier zu Ende gegangen. Die nächsten Sommerspiele finden in vier Jahren in London statt.

PEKING: Nach Abschluss der Olympischen Spiele hat China acht US-Amerikaner und einen Deutsch-Tibeter ausgewiesen, die in Peking gegen die Tibet-Politik der chinesischen Regierung protestiert hatten. Nach Angaben der US-Botschaft wurden die Amerikaner an Bord eines Flugzeuges mit dem Ziel Los Angeles gebracht. Abgeschoben wurde auch ein 30-Jähriger aus Stuttgart, wie der 'Verein Tibeter Jugend Europa' mitteilte. Der Deutsch-Tibeter war vergangene Woche festgenommen worden, nachdem er vor dem Pekinger Olympiagelände eine Tibet-Flagge enthüllt hatte.

BISCHKEK: Beim Absturz eines Passagierflugzeugs in Kirgisistan sind nach jüngsten Angaben mindestens 68 Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt befanden sich 90 Menschen an Bord. Unter den Opfer seien überwiegend Kirgisen und Iraner. Wie das kirgisische Zivilschutzministerium mitteilte, war die Boeing 737 am Sonntag kurz nach dem Start in der Hauptstadt Bischkek abgestürzt und ausgebrannt. Die Maschine der Gesellschaft 'Itek Air' sollte in die iranische Hauptstadt Teheran fliegen. Die Unglücksursache ist unklar.

ISLAMABAD: Bei einem Überfall auf das Haus eines Politikers in der pakistanischen Nordwestprovinz sind mindestens zehn Menschen getötet worden. Unter ihnen sind drei Familienmitglieder des Politikers sowie sieben Wachleute. Die Nordwestprovinz ist Hochburg islamischer Extremisten, die sich zum Teil mit Stammesführern gegen die Zentralregierung verbündet haben.

BAGDAD: Bei einem schweren Selbstmordanschlag im Irak sind am Sonntagabend mindestens 21 Menschen getötet worden. Wie die Polizei mitteilte, zündete ein Attentäter seinen am Körper befestigten Sprengsatz auf einem Fest in der Nähe von Bagdad. Das Fest im Vorort Abu Ghraib war von einer sunnitischen Gruppe veranstaltet worden, die gegen den irakischen Ableger des Terrornetzwerks El Kaida kämpft. Anlass der Feierlichkeiten war die Freilassung eines Irakers aus US-Gefangenschaft.

TEL AVIV: Als Geste des guten Willens setzt Israel rund 200 palästinensische Häftlinge auf freien Fuß. Die ersten von ihnen seien mit Bussen zu einem Kontrollpunkt nahe Ramallah im Westjordanland gefahren worden, meldet der israelische Rundfunk. Sie waren wegen Sicherheitsvergehen oder krimineller Straftaten inhaftiert. Ihre Freilassung fällt mit einem Besuch von US-Außenministerin Condoleezza Rice zusammen, die im Lauf des Tages in Israel erwartet wird. In Gesprächen mit der israelischen und der palästinensischen Führung will sie ein weiteres Mal versuchen, den Nahost-Friedensprozess voran zu bringen.

BERLIN: In der Debatte über den millionenfachen Datenmissbrauch hat sich der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Wolfgang Bosbach gegen ein Verbot des Datenhandels ausgesprochen. Er befürwortete dagegen die Einführung einer ausdrücklichen Einwilligung der Betroffenen mit der Weitergabe ihrer persönlicher Daten. Bosbach sagte im ZDF, künftig solle es nicht mehr ausreichen, wenn der Bürger der Datenweitergabe nicht widerspricht, sondern er sollte ausdrücklich zustimmen müssen. Das hatte bereits Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) vorgeschlagen. Sie regte zudem an, bei illegalem Datenhandel zusätzlich zum Bußgeld von bis zu 250.000 Euro auch Gewinne bei den Datenhändlern abzuschöpfen.

DÜSSELDORF: Die Finanzlage des Staates hat sich nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft im abgelaufenen ersten Halbjahr besser entwickelt als erwartet. Danach weisen Bund, Länder, Gemeinden und die Sozialversicherungen einen Überschuss von insgesamt 7,3 Milliarden Euro aus. Das Institut war vom "Handelsblatt" in Düsseldorf beauftragt worden, diese Berechnungen durchzuführen. Am Dienstag wird das Statistische Bundesamt in Wiesbaden die amtliche Zahl veröffentlichen.

FRANKFURT AM MAIN: Die Deutsche Lufthansa steigt nun offiziell in den Bieterwettstreit um die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines AUA ein. Dies teilte ein Lufthansa-Sprecher mit. Der österreichische Staat sucht einen Käufer für die AUA. Das Unternehmen ist wie viele andere Konkurrenten auch durch stark gestiegene Treibstoffkosten in Bedrängnis gekommen. Neben der Lufthansa werden unter anderen Air France-KLM und Turkish Airlines als weitere mögliche Bieter gehandelt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: An der Küste, in den Mittelgebirgen und im Südwesten vereinzelt Regen. Später Auflockerungen und vor allem im Süden auch Sonne. Höchsttemperaturen 18 bis 23 Grad.

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