1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 24. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BANGKOK: Mehrere tausend Regierungsgegner sind in der thailändischen Hauptstadt vor das Parlamentsgebäude gezogen. Sie versperren Zufahrten und Eingänge. Innerhalb des Parlamentsgeländes bezogen Bereitschaftspolizisten Stellung. Eine für Montag angesetzte Sitzung der Volksvertretung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Die oppositionelle Volksallianz für Demokratie (PAD) hatte zu der Großdemonstration gegen die Regierung aufgerufen und angekündigt, auch Regierungsgebäude und die Börse zu besetzen. Der Amtssitz von Ministerpräsident Somchai Wongsawat wird bereits seit August von Oppositionsanhängern besetzt. Sie werfen Somchai vor, eine Marionette seines vor zwei Jahren gestürzten Vorgängers und Schwagers Thaksin Shinawatra zu sein.

LIMA: Die USA, China, Japan und 18 weitere Staaten aus der Pazifik-Region wollen schnell gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise vorgehen. Das geht aus der Abschlusserklärung hervor, die die APEC-Staaten bei ihrem Gipfeltreffen in der peruanischen Hauptstadt Lima verabschiedeten. In dem Schluss-Dokument heißt es, freier Handel und eine Steigerung der staatlichen Ausgaben seien entscheidend zur Überwindung der Krise. Sie sprachen sich dafür aus, die stockenden "Doha"-Verhandlungen zur Liberalisierung des Welthandels doch noch zum Abschluss zu bringen. Mit dem Bekenntnis zur Liberalisierung und der Ablehnung protektionistischer Maßnahmen lehnen sich die APEC-Staaten an die Beschlüsse an, die beim jüngsten G-20-Gipfel in Washington gefasst worden waren. Die APEC steht für mehr als die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung.

WASHINGTON: Die US-Regierung greift der angeschlagenen Bank Citigroup unter die Arme. Sie übernimmt unter anderem für 20 Milliarden Dollar einen Anteil an der zweitgrößten Bank der Welt. Nach Angaben des Finanzministeriums und der Notenbank gewährt die US-Regierung zudem Garantien für bis zu 300 Milliarden Dollar an riskanten Krediten und Aktien. Investoren sind besorgt, dass die vielen unsicheren Kredite bei der Citigroup zu Verlusten werden könnten, wenn die wirtschaftliche Lage noch schlechter wird. Die Aktie der zweitgrößten Bank der Welt hatte zuvor innerhalb einer Woche 60 Prozent ihres Werts verloren. Als Folge der Krise will das Unternehmen 53.000 Arbeitsplätze abbauen. Derweil räumte US-Notenbankpräsident Ben Bernanke ein, die Auswirkungen der Hypothekenkrise auf die Finanzmärkte unterschätzt zu haben.

PARIS: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy haben in Paris den zehnten deutsch-französischen Ministerrat eröffnet. Die beiden Politiker wollen bei ihrem Treffen vor allem den EU-Gipfel im Dezember vorbereiten und über Wege aus der Krise der Finanzmärkte beraten. Im Mittelpunkt der Gespräche dürften dabei die Pläne für das europäische Konjunkturpaket stehen. Hier drängt Frankreich die Deutschen zu mehr Engagement zur Ankurbelung der Wirtschaft.

BERLIN: In der Großen Koalition ist ein Streit über den Kimaschutz entbrannt. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) kritisierte den Vorstoß von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) für eine Aufweichung der deutschen Klimaschutz-Ziele. Seehofer sei ein Populist und trete jetzt für das Gegenteil von dem ein, was er als Bundesminister selbst mit beschlossen habe, sagte Gabriel. Die Ziele der Europäischen Union zur Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes auszusetzen, würde bedeuten, dass weiter die falschen Autos produziert würden. Angesichts der Wirtschaftskrise hatte am Wochenende nach Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auch Bayern eine Aufweichung der deutschen Klimaschutz-Ziele gefordert. Seehofer will, dass die Minderung des Kohlendioxid-Ausstoßes ab 2012 in kleineren Stufen vorangebracht wird. Die Forderung stieß auch in den Reihen der CDU auf Kritik.

MÜNCHEN: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich den sechsten Monat in Folge verschlechtert. Wie das Münchener Ifo-Institut mitteilte, sank der Geschäftsklimaindex im November auf 85,8 Punkte. Im Oktober hatte er noch bei 90,2 Punkten gelegen. Ifo-Experte Klaus Abberger sagte, die Eintrübung betreffe alle Branchen. Die Realwirtschaft stecke jetzt in der Rezession. Der Ifo-Geschäftsklima-Index gilt als wichtigster Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Befragt werden dafür in jedem Monat rund 7.000 Unternehmen. Nach einem Bericht der 'Bild-Zeitung' plant jedes zweite Unternehmen in Deutschland im kommenden Jahr den Abbau von Arbeitsplätzen. Unter Berufung auf die aktuelle Herbst-Konjunkturumfrage des Kölner Instituts für Wirtschaft schreibt das Blatt, die Zahl der Erwerbstätigen werde 2009 im Durchschnitt um 230.000 auf unter 40 Millionen zurückgehen.

CARACAS: Bei den Bürgermeister- und Gouverneurswahlen in Venezuela haben die Anhänger von Präsident Hugo Chávez ihre Mehrheit behauptet. Die Opposition konnte allerdings Gewinne verzeichnen und einige wichtige Posten erobern. So wird sie künftig den Bürgermeister in der Hauptstadt Caracas stellen. Auch in den zwei bevölkerungsreichsten Staaten war die Opposition erfolgreich. Linksnationalist Chávez, der sich im Wahlkampf stark engagiert hatte, hatte das Ziel ausgegeben, alle Gouverneurs- Posten für seine Vereinte Sozialistische Partei zu gewinnen. Die Opposition kritisierte den Ablauf der Wahl und sprach teilweise von Betrug, weil zahlreiche Wahllokale wegen hohen Andrangs länger geöffnet blieben. Gewählt wurden 22 Gouverneure und mehr als 300 Bürgermeister. Insgesamt waren rund 17 Millionen Bürger zum ersten Urnengang seit der Niederlage von Chávez beim Verfassungsreferendum Ende 2007 aufgerufen.

BAGDAD: Eine Selbstmordattentäterin hat sich am Eingang zur so genannten grünen Zone der irakischen Hauptstadt in die Luft gesprengt. Nach Angaben des Nachrichtensenders Al- Arabija riss die Frau sieben Menschen mit in den Tod. In der "Grünen Zone" Bagdads liegen unter anderem das irakische Parlamentsgebäude und die US-Botschaft. Bei einem Anschlag im Osten der irakischen Hauptstadt wurden mindestens 13 Menschen getötet und sieben weitere verletzt, als eine Straßenbombe neben einem Bus mit Angestellten des Handelsministeriums explodierte, wie die Polizei mitteilte.

WASHINGTON: Anfang Dezember wird es nach US-Angaben neue Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm geben. US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte, die Abrüstungsschritte Nordkoreas sollten überprüft werden. 2005 hatte Nordkorea zugestimmt, sein Atomprogramm als Gegenleistung für Hilfslieferungen einzustellen. Zuletzt hatte das bitterarme und kommunistisch regierte Land jedoch wieder einen härteren Kurs eingeschlagen und sich stärker von der Außenwelt abgeschottet. Auch der grenzüberschreitende Bahnverkehr nach Südkorea soll ab Dezember ausgesetzt werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden freundlich. Sonst stark bewölkt mit etwas Schnee, in den Niederungen Regen. Höchstwerte zwischen minus einem und plus sechs Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: -2, wolkenlos;

Berlin: -1°, wolkenlos;

Dresden: -2°, Schneefall;

Köln/Bonn: 3°, Regen;

Frankfurt am Main: 2°, wolkig und

München:1°, leicht bewölkt.

Audio und Video zum Thema