1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 24. Juli 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag.

SHANNON: Die USA haben sich der vielfach geäußerten Forderung nach einem Waffenstillstand im israelisch-libanesischen Konflikt bedingt angeschlossen. Die Ausrufung einer Feuerpause sei allerdings nur eine vorübergehende Lösung, sagte Außenministerin Condoleeza Rice auf einer Reise in die Krisenregion. Auf politischer Ebene müssten auch die Wurzeln des Konfliktes gelöst werden. Am heutigen Montag wird Rice in Jerusalem mit dem israelischen Regierungschef Ehud Olmert und am Dienstag im Westjordanland mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas zusammenkommen. Für Olmert ist die Stationierung einer internationalen Truppe im Südlibanon zur Lösung des Konfliktes inzwischen vorstellbar. Diese müsse jedoch von Staaten der Europäischen Union gestellt werden, sagte er bei einem Treffen mit dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

BEIRUT: Die israelische Armee rückt im Südlibanon weiter vor. Nach Berichten örtlicher Medien bewegen sich die Bodentruppen langsam auf Ortschaften südlich der Hafenstadt Tyrus zu. Aktuelle Berichte sprechen von teils heftigen Kämpfen und der erfolgreichen Zerstörung von Raketen-Abschussrampen. In einem Dorf an der Grenze waren zuvor zwei Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz gefasst und nach Israel gebracht worden. Es soll sich um die ersten Gefangenen seit Beginn der Kampfhandlungen vor zwölf Tagen handeln. Auch im Gazastreifen gab es vereinzelte Angriffe auf vermutete Waffenlager radikaler Palästinenser. Auf der Mittelmeerinsel Zypern wird im Laufe des Tages mit der Ankunft von 15 Schiffen mit vielen weiteren Flüchtlingen aus dem Libanon gerechnet. In den vergangenen Tagen kamen bereits mehr als 30.000 Menschen.

BERLIN: Der Fraktionschef der Linkspartei, Gregor Gysi, ist gegen die Beteiligung deutscher Soldaten an einer möglichen UN-Friedenstruppe im Nahen Osten. Einer deutschen Zeitschrift sagte Gysi, nach der millionenfachen Ermordung von Juden durch Deutsche dürften deutsche Soldaten Israel weder zur Kontrolle eines fragilen Waffenstillstands noch zur Friedenserzwingung gegenüberstehen. Zuvor hatte sich auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zurückhaltend geäußert. Die Aufgabe der möglichen Friedensmission sei noch nicht definiert. Er begrüße es, dass die Diskussion über eine deutsche Beteiligung mit großer Sensibilität geführt werde.

WIEN: Zum ersten Mal seit den NATO-Luftangriffen von 1999 kommen heute in der österreichischen Hauptstadt die Staats- und Regierungschefs von Serben und Kosovo-Albanern zu direkten Gesprächen über die Zukunft der Provinz zusammen. Auf serbischer Seite werden Staatschef Boris Tadic und Ministerpräsident Vojislav Kostunica teilnehmen. Die albanische Seite ist durch Präsident Fatmir Sejdiu und Regierungschef Agim Ceku vertreten. Bei dem eintägigen Treffen in Wien unter Leitung des UN-Sonderbeauftragten Martti Ahtisaari soll es erstmals um zukünftige Kernfragen in der Region gehen. Das Kosovo gehört völkerrechtlich bis heute zu Serbien, steht aber seit 1999 unter UN-Verwaltung. Die mehrheitlich albanischstämmige Bevölkerung will die Unabhängigkeit.

BRÜSSEL: Die Justiz- und Innenminister der Europäischen Union beraten über eine engere Zusammenarbeit gegen illegale Einwanderung. Pläne der EU-Kommission sehen unter anderem vor, dass gemeinsame Gruppen von Fachbeamten jene Länder unterstützen, die sich einem großen Andrang von Flüchtlingen gegenüber sehen. Dies ist derzeit in Malta und den zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln der Fall. Um die Attraktivität der EU als Ziel der Flüchtlinge zu verringern, wird auch über ein schärferes Vorgehen der Regierungen gegen Schwarzarbeit nachgedacht.

PJÖNGJANG: In Nordkorea haben Überschwemmungen im Zentrum des Landes nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 60.000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben und viele Ackerflächen weitgehend verwüstet. Geschätzte einhunderttausend Tonnen von Nahrung seien vernichtet, berichtet das Welternährungsprogramm. Nordkorea erhält für seine mehr als 20 Millionen Bürger bereits jährlich mehr als fünf Millionen Tonnen Lebensmittel aus dem Ausland.

BAGDAD: Der Prozess gegen den ehemaligen irakischen Machthaber Saddam Hussein und sieben Mitangeklagte wird zunächst ohne den Hauptangeklagten fortgesetzt. Der 69-Jährige muss sich für die Hinrichtung von 148 Schiiten aus dem Dorf Dudschail im Jahr 1982 verantworten. Er war ins Krankenhaus gebracht worden, nachdem sich sein Gesundheitszustand wegen eines Hungerstreiks verschlechtert hatte. Saddam und drei seiner Mitangeklagten hatten am 7. Juli begonnen, die Nahrung zu verweigern. Sie schwebten nicht in Lebensgefahr und würden über eine Magensonde ernährt, heißt es.

SANTIAGO: In der ehemaligen deutschen Siedlung 'Colonia Dignidad' in Chile sind nach Aussage eines führenden Mitgliedes während der Diktatur von General Augusto Pinochet mindestens 22 Oppositionelle von Militärs getötet und später verbrannt worden. Die Opfer seien Bewohner eines Dorfes rund 300 Kilometer südlich der chilenischen Hauptstadt Santiago gewesen, sagte ein ehemaliger Leibwächter des Siedlungsgründers Paul Schäfer vor Gericht aus, wie die örtliche Presse berichtet. Schäfer ist bereits wegen des Missbrauches von 25 Kindern in der Siedlung zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wieder viel Sonne, gebietsweise im Tagesverlauf Wärmegewitter. Sehr warm bis schwül bei Tageswerten zwischen 26 und 34 Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 24.07.2006
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/8qYc
  • Datum 24.07.2006
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/8qYc