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Nachrichten

Montag, 24. Dezember 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundespräsident Horst Köhler hat die Deutschen in seiner Weihnachtsansprache aufgefordert, mehr für das Miteinander zwischen Alt und Jung zu tun. Die Erfahrung und die Gelassenheit der Älteren sollten eine Verbindung eingehen mit dem Ungestüm und der Neugier der Jugend. Wo das gelinge, komme Gutes heraus, sagte Köhler. Die durch die gestiegene Lebenserwartung gewonnenen Jahre seien ein Geschenk, das noch zu wenig genutzt werde. Noch immer würden Menschen aufs Altenteil geschoben, die viel Kraft und Erfahrung hätten. Einen ausdrücklichen Dank richtete der Bundespräsident an alle deutschen Soldaten, Polizisten und Entwicklungshelfer im Ausland.

BANGKOK: Die Anhänger des vor 5 Monaten vom Militär gestürzten thailändischen Regierungschefs Thaksin Shinawatra haben bei der Parlamentswahl vom Sonntag einen deutlichen Sieg errungen. Nach Angaben der Wahlkommission bekam die von Thaksins Gefolgsleuten gegründete 'Partei der Volksmacht' PPP 232 der 480 Mandate. Sie verfehlte damit allerdings knapp die absolute Mehrheit. Die auf Rang zwei liegende Demokratische Partei holte 165 Sitze, die übrigen Mandate verteilen sich auf fünf kleinere Parteien. Unklar ist, wie sich nun das Militär verhalten wird. PPP-Spitzenkandidat Samak Sundaravej lud die anderen Parteien zu Koalitionsgesprächen ein. - Die Europäische Union würdigte die Wahl in Thailand als wichtigen Meilenstein auf dem Weg zurück zu einer verfassungsmäßigen Ordnung.

JERUSALEM: Überschattet vom Streit über die israelische Siedlungspolitik wollen Israel und die Palästinenser an diesem Montag ihre Friedensverhandlungen fortsetzen. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat sagte, die am Sonntag angekündigte Erweiterung jüdischer Siedlungen im Westjordanland und im besetzten Teil Ostjerusalems sei das einzige geplante Thema des Treffens. Israel müsse sich zwischen dem Siedlungsbau und dem Friedensweg entscheiden. Es handelt sich um die zweite Gesprächsrunde nach der internationalen Nahost-Konferenz Ende November in den USA. - Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind zwei bewaffnete Aktivisten der radikal-islamischen Hamas getötet worden. Nach Angaben der Armee hatten sich die Männer der Sperranlage an der Grenze zu Israel genähert.

BAGDAD: Der amerikanische Botschafter im Irak, Ryan Crocker, hat angedeutet, dass der Iran möglichweise beschwichtigend auf radikale Schiiten im Nachbarland eingewirkt haben könnte. Die Regierung in Washington schließe nicht aus, dass die Islamische Republik hinter dem Waffenstillstand stehe, der vom irakischen schiitischen Geistlichen Moktada Al-Sadr ausgerufen worden war, erläuterte Crocker vor der Presse. Zudem habe die Führung in Teheran wohl ihren Einfluss geltend gemacht, damit die Militanten die Waffenruhe auch befolgten. Er machte zugleich aber deutlich, dass die USA den Iran weiterhin als unberechenbar und seine Motive als undurchsichtig ansehen. --- Die US-Regierung hatte dem Iran bislang vorgeworfen, schiitische Aufständische im Irak mit Training und Waffenlieferungen zu unterstützen. Die Regierung in Teheran hatte dies stets zurückgewiesen.

TRIPOLIS: Nach jahrelanger Flaute wollen Russland und Libyen ihre Beziehungen wieder ausbauen. Beide Länder hätten eine lange Tradition der Kooperation vor allem in der Wirtschaft und im Handel, erklärte der russische Außenminister Lawrow in Tripolis. Diese solle jetzt wieder aufgenommen werden. Nach Angaben Lawrows wurden bereits einige Verträge unterzeichnet, andere stünden kurz vor dem Abschluss. Bei der Treffen mit seinem libyschen Kollegen Abdelrahman Chalgham dürfte es auch um die Zusammenarbeit im Bereich der Atomenergie gegangen sein.

WASHINGTON: Ein großer Teil der jährlichen fünf Milliarden Dollar US-Militärhilfe an Pakistan zur Bekämpfung des Terrorismus wird nach einem Bericht der 'New York Times' anderweitig verwendet. Statt in die Ausrüstung der Soldaten in den Grenzgebieten zu Afghanistan sei das Geld unter anderem in den Bau von Waffen gesteckt worden, die nun Indien bedrohten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf einen ranghohen US-Militärvertreter. Laut 'New York Times' ist es wenig verwunderlich, dass die pakistanische Armee im Kampf gegen die in den Stammesregionen verschanzten El Kaida- und Taliban-Kämpfer kaum Erfolge aufzuweisen habe. Ein europäischer Diplomat sagte, die USA sollten ihre Finanzspritzen kontrollierter einsetzen.

BRÜSSEL: Belgien hat sechs Monate nach den Wahlen wieder eine handlungsfähige Regierung. Noch vor der Weihnachtspause stimmte das Parlament in einer Sondersitzung dem Übergangskabinett unter Führung des Liberalen Verhofstadt zu. Das Kabinett soll bis März 2008 amtieren und vor allem einen Haushalt auf den Weg bringen. Verhofstadt

appellierte zudem an die großen Parteien, sich endlich auf die wesentlichen Punkte einer Staatsreform zu einigen. Die Flamen fordern bislang mehr Autonomie in der Finanz- und Steuerpolitik und stoßen dabei auf massive Ablehnung bei den Wallonen.

BERLIN: Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat sich vor dem Hintergrund zahlreicher Fälle von Kindesmisshandlung dafür ausgesprochen, die Rechte von Eltern einzuschränken. Der 'Bild'-Zeitung sagte von der Leyen, das Recht der Eltern könne nicht so weit gehen, dass Kinder bitter leiden oder sogar sterben müssten. Wenn Kinder misshandelt oder vernachlässigt würden, müsse der Staat einschreiten. Die Bundesregierung werde deshalb auch dafür sorgen, dass die Familiengerichte künftig schneller eingreifen könnten, fügte von der Leyen hinzu.

BERLIN: Die Vorsitzende der Deutschen Welthungerhilfe, Ingeborg Schäuble, hat ein sinkendes Spendenaufkommen beklagt. Man merke, dass die Bürger weniger Geld in der Tasche hätten. Das gelte insbesondere für einen Teil der Älteren, die in der Regel mit zu den wichtigsten Spendengebern gehörten. Schwierig sei vor allem das Werben für die langfristige Entwicklungsarbeit der Welthungerhilfe. Bei spektakulären Katastrophen sorge dagegen Mitleid für viele Spenden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist trocken. Im Süden heitere Abschnitte. Im Norden wolkig oder trübe. Tageshöchstwerte minus ein bis plus fünf Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: -1 Grad °, Eisnebel;

Berlin: + 1 °, leicht bewölkt;

Dresden: - 3 °, leicht bewölkt;

Köln/Bonn: 0 °, dunstig;

Frankfurt am Main - 3 ° Eisnebel und

München: - 5 ° dunstig.

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