1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 23. November 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BRÜSSEL: Vor dem Spitzentreffen zur Zukunft des Autobauers Opel haben Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und EU-Industriekommissar Günter Verheugen vor einem Subventionswettlauf in Europa gewarnt. Der Grundsatz sei, dass im Wettbewerb keine Beihilfen gezahlt würden, sagte Brüderle. Verheugen nannte mögliche Hilfszusagen einzelner Länder ein alarmierendes Zeichen. Laut Presseberichten boten Großbritannien, Spanien, Belgien und Polen dem Opel-Mutterkonzern General Motors Kreditbürgschaften und Steuererleichterungen an, um ihre Standorte zu sichern. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag forderte, bevor über staatliche Hilfen gesprochen werde, müsse GM erst ein tragfähiges Sanierungskonzept vorlegen. - In Brüssel beraten an diesem Montag Spitzenvertreter von GM und der EU-Länder über Opel.

MANILA: Bei einem Geiseldrama im Süden der Philippinen sind nach Angaben der Armee mindestens 21 Menschen erschossen worden. Generalmajor Alfredo Cayton teilte mit, das Militär habe die Verfolgung der Entführer aufgenommen. Zuvor hatte eine bewaffnete Gruppe mit Verbindungen zu einem einflussreichen Lokalpolitiker etwa 40 Menschen als Geiseln genommen, darunter politische Rivalen und Journalisten. Hinter der Tat steht anscheinend ein Konflikt zwischen zwei Lokalpolitikern in der mehrheitlich von Muslimen bewohnten Provinz Maguindanao.

PEKING: Der bekannte chinesische Bürgerrechtler Huang Qi ist erneut zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in der südwestchinesischen Stadt Chengdu befand den 46-Jährigen des - nicht näher erläuterten - "illegalen Besitzes von Staatsgeheimnissen" für schuldig. Das teilte die Menschenrechtsorganisation "Chinese Human Rights Defenders" mit. Huang Qi hatte nach dem schweren Erdbeben in Sichuan im Mai 2008 auf seiner Website über Eltern berichtet, deren Kinder in Schulen ums Leben gekommen sind, die vermutlich wegen Pfusch am Bau eingestürzt waren. Der Dissident hatte bereits von 2003 bis 2005 wegen "Anstiftung zum Sturz der Staatsgewalt" in Haft gesessen, danach aber seine Menschenrechtsaktivitäten wieder aufgenommen.

BERLIN: Der neue Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) reist an diesem Montag zu seinem Antrittsbesuch nach Israel und in das palästinensische Autonomiegebiet. Der zweitägige Besuch fällt in eine Zeit neuer Spannungen wegen des israelischen Wohnungsbaus im arabischen Ostteil Jerusalems. --- Bereits Ende November sind in Berlin die zweiten deutsch-israelischen Regierungskonsultationen geplant.

KAIRO: Bei dem Bemühen um die Freilassung des von der radikal-islamischen Hamas verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit deutet sich Bewegung an. Es seien wirkliche Fortschritte erzielt worden, sagte Israels Präsident Schimon Peres nach einem Treffen mit Ägyptens Staatschef Hosni Mubarak. Zuvor hatten israelische und arabische Medien Hamas-Vertreter zitiert. Danach könnte ein Vertrag über einen Gefangenaustausch zwischen Israel und der radikalen Palästinenserorganisation in den nächsten Tagen unterzeichnet werden. Nach diesen Quellen könnten 450 inhaftierte Palästinenser von Israel freigelassen werden.

BUKAREST: Die Entscheidung über den neuen rumänischen Präsidenten fällt erst in einer Stichwahl zwischen Amtsinhaber Traian Basescu und dem sozialdemokratischen Oppositionsführer Mircea Geoana am 6. Dezember. In der ersten Runde am Sonntag konnte keiner der Kandidaten die notwendige absolute Mehrheit erreichen. Dem künftigen Präsidenten kommt eine Schlüsselrolle bei der Bildung einer funktionsfähigen Regierung zu, von der die Gewährung eines dringend benötigten Kredits des Internationalen Währungsfonds über 1,5 Milliarden Euro abhängt.

BERLIN: Die Bundesregierung will nach Informationen der Zeitung "Das Handelsblatt" deutsche Lieferungen für Atomkraftwerke im Ausland künftig wieder mit staatlichen Exportbürgschaften absichern. 2001 hatte die damalige rot-grüne Koalition mit Hinweis auf den politisch gewünschten Atomausstieg in der Bundesrepublik die staatliche Absicherung von Exporten eingestellt. Dieser Grundsatzentscheid werde nun korrigiert, schreibt das Blatt unter Berufung auf Regierungsbeamte in Berlin. Die SPD-Opposition kritisierte die Absicht. Bürgschaften seien eigentlich nur für Ausfuhren in Schwellen- und Entwicklungsländer nötig, und gerade diese sollten keine Atomtechnik erhalten, sagte ihr Umweltexperte Ulrich Kelber.

WASHINGTON: In einem Reaktor des US-Atomkraftwerks Three Mile Island ist nach offiziellen Angaben während Wartungsarbeiten eine geringe Menge Radioaktivität ausgetreten. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden, hieß es. Untersuchungen sollen nun klären, wie es zu dem Zwischenfall kommen konnte. - Three Mile Island steht für den größten Atomunfall in der Geschichte der USA. 1979 war es in einem der Reaktoren des Atomkraftwerks bei Harrisburg, der Hauptstadt von Pennsylvania, wegen eines Versehens zu einer teilweisen Kernschmelze gekommen.

ROM: Auch der italienische Fußball wird von einem Wettskandal erschüttert. Die Polizei nahm den Präsidenten des Drittliga-Vereins Potenza SC, Giuseppe Postiglione, und acht weitere Verdächtige fest. Ihnen wird Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Wettbetrug vorgeworfen. Der Club-Chef und seine Komplizen sollen ein Zweitligaspiel und sieben Spiele der dritten Liga manipuliert haben. Nach bisherigen Erkenntnissen stehen die Fälle nicht im Zusammenhang mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bochum. Diese hatte am Freitag den größten Wettskandal in Europa enthüllt. Dabei geht es um 200 mutmaßlich manipulierte Spiele in neun Ländern.

CANBERRA: Bei Unruhen in einem Aufnahmezentrum für Asylbewerber sind in Australien mindestens 37 Menschen verletzt worden. Das Einwanderungsministerium berichtet, rund 150 Insassen des Lagers auf der Weihnachtsinsel seien nach einem Streit zwischen Flüchtlingen aus Sri Lanka und Afghanistan aufeinander losgegangen. Die Weihnachtsinsel befindet sich südlich von Indonesien. Als Grund für die Gewalt nannte das Ministerium, dass die Asylanträge mehrerer Insassen aus Sri Lanka abgelehnt und die Flüchtlinge in ihre Heimat zurückgeschickt worden waren. In jüngster Zeit sind zahlreiche Asylbewerber, vor allem aus Sri Lanka, mit Booten nach Australien geflüchtet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Westen her teils kräftiger Regen. Im Südosten noch meist heiter und trocken. Höchstwerte zwischen acht und 15 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: neun Grad, nach Regen;

Berlin und Dresden: neun Grad, stark bewölkt;

Köln/Bonn und Frankfurt am Main: zehn Grad, nach Regen sowie

München: zehn Grad, leicht bewölkt.

Audio und Video zum Thema