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Nachrichten

Montag, 23. Juli 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag

BRÜSSEL: Nach dem Tod einer der beiden deutschen Geiseln in Afghanistan setzt sich die Bundesregierung weiter für die Freilassung des zweiten Entführungsopfers ein. Deutschland sei mit den zuständigen afghanischen Behörden in Kontakt und dringe "mit aller Kraft" auf die Freilassung des Mannes, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier vor einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel. Der Leichnam des in der Geiselhaft zu Tode gekommenen Ingenieurs befindet sich laut Steinmeier inzwischen auf dem Weg nach Deutschland. Er soll dort obduziert werden. Nach Auskunft des Auswärtigen Amtes weist die Leiche Schussverletzungen auf. Ob sie die Todesursache sind, sei aber noch unklar.

KABUL: Die radikal-islamischen Taliban haben vor einer gewaltsamen Befreiung der 23 in Afghanistan entführten Südkoreaner gewarnt. Derartige Aktionen würden zum Tod der Geiseln führen, sagte ein Taliban-Sprecher. Zugleich versicherte er, den Entführten gehe es gut. Stammesführer versuchen derweil, zwischen den Extremisten und Unterhändlern der afghanischen Regierung zu vermitteln. Die Entführer fordern die Freilassung inhaftierter Gesinnungsgenossen und den Abzug der südkoreanischen Truppen aus Afghanistan. Ein neues Ultimatum der Geiselnehmer läuft an diesem Montag aus.

BRÜSSEL: Die Außenminister der Europäischen Union sind in Brüssel zusammengekommen, um über die konkrete Ausgestaltung des neuen EU-Vertrages zu beraten. An der so genannten Regierungskonferenz nehmen auch Vertreter des Europa-Parlaments und mehrerer EU-Regionen teil. Wesentliche Inhalte des Vertrags waren bereits im Juni auf dem EU-Gipfel unter Vorsitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel vereinbart worden. Der neue EU-Vertrag soll an die Stelle der ursprünglich geplanten europäischen Verfassung treten, die bei Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden gescheitert war.

ANKARA: Nach dem klaren Wahlsieg seiner islamisch-konservativen Partei kann der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan auch weiterhin ohne Koalitionspartner regieren. Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am Sonntag erhielt Erdogans 'Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung' knapp 47 Prozent der Stimmen. Damit wird die AKP künftig 340 der 550 Abgeordneten stellen. Die linke 'Republikanische Volkspartei' von Oppositionsführer Deniz Baykal kam lediglich auf rund 21 Prozent. Ebenfalls im Parlament vertreten sein wird die rechtsgerichtete 'Partei der Nationalen Bewegung'. - EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso gratulierte Erdogan zum Wahlerfolg. Nun müsse die Türkei ihre politischen und wirtschaftlichen Reformen vorantreiben, erklärte Barroso.

PARIS: Im Ringen um die Freilassung der in Libyen inhaftierten bulgarischen Krankenschwestern steht möglicherweise ein Durchbruch bevor. EU- Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner und die französische Präsidenten- Gattin Cécilia Sarkozy sprachen in Tripolis mit dem libyschen Staatschef Muammar al Gaddafi. Thema sei die mögliche Überstellung der Bulgarinnen und eines palästinensischen Arztes in ihre Heimat gewesen, teilte das Präsidialamt in Paris mit. Libyens Oberster Justizrat hatte vergangene Woche die Todesurteile gegen die Krankenschwestern und den Arzt in lebenslange Haftstrafen umgewandelt. Angeblich sollen sie hunderte Kinder vorsätzlich mit dem Aids-Virus HIV angesteckt haben.

BAGDAD: Bei neuen Anschlägen sind in der irakischen Hauptstadt mindestens zehn Menschen getötet worden. Etliche weitere wurden verletzt. Nach Angaben der Polizei explodierten im Zentrum von Bagdad zwei oder drei Autobomben nahezu zeitgleich. - Der irakische Präsident Dschalal Talabani übte derweil Kritik an der Berichterstattung ausländischer Medien. Es sei bedauerlich, dass im Westen und vor allem in Amerika nicht auch positive Entwicklungen herausgestellt würden, sagte Talabani.

BAGDAD: Die USA und der Iran haben eine neue Gesprächsrunde über die prekäre Sicherheitslage im Irak vereinbart. Das Diplomatentreffen werde am Dienstag in Bagdad stattfinden, teilte das irakische Außenministerium mit. Die USA werfen dem Iran vor, durch Unterstützung schiitischer Milizen die Gewalt im Irak zu schüren. Eine erste Gesprächsrunde Ende Mai war ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen.

AMMAN: Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair hat seine Arbeit als Sondergesandter des Nahost-Quartetts aufgenommen. Erste Station seiner Nahost-Reise ist Jordanien, wo er von Außenminister Abdelilah Chatib empfangen wurde. Am Dienstag will sich Blair mit Israels Regierungschef Ehud Olmert und Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas treffen. Eine Begegnung mit Vertretern der radikal-islamischen Hamas ist hingegen nicht vorgesehen. - Dem Nahost-Quartett gehören die USA, die Europäische Union, Russland und die Vereinten Nationen an.

WARSCHAU: Nach dem schweren Unfall eines polnischen Reisebusses in Frankreich hat Polens Präsident Lech Kaczynski eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Bei dem Unglück waren am Sonntag 27 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 20 wurden verletzt. Der Bus war auf einer steilen und kurvenreichen Strecke südlich von Grenoble in eine Schlucht gestürzt. Vermutlich hatten die Bremsen versagt.

FRANKFURT AM MAIN: Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL mit den Vorbereitungen zur Urabstimmung begonnen. Das Ergebnis der schriftlichen Befragung soll am 6. August vorliegen. Falls sich die Mitarbeiter für einen Arbeitskampf aussprechen, stünde die Bahn vor dem ersten unbefristeten Streik seit 15 Jahren. Die GDL will einen eigenen Tarifvertrag für die Lokführer und bis zu 31 Prozent mehr Geld. Der Bundesverband der Deutschen Industrie und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag warnten die Gewerkschaft, bei einem Streik auch den Güterverkehr lahmzulegen. Sie befürchten Schäden für die Wirtschaft, da viele Unternehmen auf einen zuverlässigen Schienenverkehr angewiesen seien.

WIESBADEN: Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland ist erstmals seit Jahren wieder gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, erhielten 2006 fast 125.000 Ausländer einen deutschen Pass. Das waren sechseinhalb Prozent mehr als im Vorjahr. Die größte Gruppe der Eingebürgerten stellten wieder Männer und Frauen aus der Türkei.

KABUL: Der frühere König Afghanistans, Mohammed Sahir Schah, ist tot. Er starb im Alter von 92 Jahren in Kabul. Sahir Schah regierte Afghanistan von 1933 bis '73. Nach seinem Sturz ging er ins Exil nach Italien, von wo er erst 2002 in sein Heimatland zurückkehrte. Von der Großen Ratsversammlung war ihm zwar der Titel 'Vater der Nation' verliehen worden, doch politisch spielte der Ex-Monarch in den vergangenen Jahren keine Rolle mehr.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen zunehmend bewölkt und gebietsweise teils kräftige Schauer und Gewitter. Im Osten etwas freundlicher. Höchstwerte 20 bis 27 Grad.

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