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Nachrichten

Montag, 23. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag

BERLIN: Vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Paris haben die Oppositionsparteien eine klare Distanzierung von den Nuklearplänen des französischen Präsidenten Jacques Chirac gefordert. Die Grünen und die Linkspartei/PDS forderten, Merkel müsse bei ihren Gesprächen erläutern, dass die französische Atomdrohung im Kampf gegen den Terrorismus in Deutschland nicht gebilligt werde. Dagegen nannte der CDU-Außenpolitiker Eckart von Klaeden die Kritik an der Atompolitik Frankreichs nicht nachvollziehbar. Chirac hatte letzte Woche damit gedroht, bei Terrorangriffen von Staaten notfalls auch Atomwaffen einzusetzen. Bei dem Treffen zwischen Merkel und Chirac an diesem Montagabend soll vor allem der kommende EU-Gipfel vorbereitet werden.

TEHERAN: Der Iran hat erneut mit Konsequenzen gedroht, falls der Weltsicherheitsrat im Atomstreit eingeschaltet werden sollte. Der Unterhändler bei den Atomverhandlungen mit dem Westen, Ali Laridschani, sagte der 'Financial Times', für diesen Fall werde der Iran alle freiwilligen Beschränkungen seines Atomprogramms aufheben. Allerdings, so Laridschani, gebe es Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Westen, Russland und China in der Frage einer Einschaltung des Weltsicherheitsrats. Der Iran setze weiter auf Verhandlungen auch mit Russland über den Vorschlag, die Urananreicherung dort vorzunehmen.

BERLIN: Die Bundesregierung will im Gespräch mit den Oppositionsparteien versuchen, einen BND-Untersuchungs-Ausschuss zu verhindern. Bei einem Treffen mit den Fraktionsvorsitzenden der Opposition wollen Mitglieder der Koalition dafür eintreten, die Rolle des BND im Irak-Krieg 2003 auch ohne Untersuchungsausschuss aufzuklären. An dem Gespräch soll auch der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Ernst Uhrlau, teilnehmen. Die Grünen haben bereits erklärt, sie hielten sich ihre endgültige Entscheidung über einen BND-Untersuchungsausschuss offen. Fraktionschef Fritz Kuhn sagte, ein solches Gremium könne nur dann überflüssig werden, wenn die Regierung zeitnah und nachvollziehbar in der Sache aufkläre.

LISSABON: Neuer Präsident Portugals wird Anibal Cavaco Silva. Der konservative 66-jährige Politiker gewann die Wahl am Sonntag mit rund 51 Prozent der Stimmen. Weit abgeschlagen folgte der erste von insgesamt vier sozialistischen Gegenkandidaten: Manuel Alegre erhielt rund 21 Prozent. Auf den früheren Staatschef Mario Soares entfielen rund 14 Prozent. Cavaco Silva kündigte an, mit der sozialistischen Regierung konstruktiv zusammenarbeiten zu wollen. Am 9. März soll er als Nachfolger des sozialistischen Präsidenten Jorge Sampaio vereidigt werden.

LA PAZ: Boliviens neuer Präsident Evo Morales hat einen Schuldenerlass für sein Land gefordert. In einer Rede kurz nach seiner Vereidigung machte Morales das -so wörtlich- neoliberale Wirtschaftsmodell für die Abhängigkeit vom Ausland mitverantwortlich. Er bekräftigte sein Wahlversprechen halten zu wollen, die natürlichen Ressourcen des Landes zu verstaatlichen. An der Amtseinführung von Morales, dem ersten Indio-Präsidenten Südamerikas, nahmen in La Paz elf Staats- und Regierungschefs teil.

BAGDAD: Aus der irakischen Hauptstadt werden neue Selbstmordanschläge gemeldet. Mindestens zwei Menschen kamen bei einem Anschlag in der Nähe der iranischen Botschaft ums Leben. Die Polizei hatte zuvor die Leichen von 23 weiteren Rekruten entdeckt. Diese waren vergangene Woche nördlich Bagdads von Rebellen angegriffen worden.

TIFLIS: Aserbaidschan hat damit begonnen, Erdgas nach Georgien zu pumpen. Damit sollen die Ausfälle russischen Erdgases kompensiert werden. Die wichtigste Gas-Pipeline von Russland nach Georgien war am Sonntag durch mehrere Explosionen stark beschädigt worden. Nach russischen Angaben hatten Aufständische Anschläge verübt; Georgien dagegen beschuldigte Russland, die Gaslieferungen mitten im Winter absichtlich zu sabotieren, um ein Zeichen gegen den Unabhängigkeitskurs der georgischen Regierung gegenüber Moskau zu setzen. Russland wies die Anschuldigung als hysterisch zurück.

NÜRNBERG: Die Beschäftigten des AEG-Stammwerks in Nürnberg setzen den Streik aus Protest gegen die geplante Schließung fort. Mitarbeiter blockieren weiter die Werkstore. Streikleiter Jürgen Wechsler von der IG Metall sagte, er rechne vorläufig nicht mit einem Angebot des schwedischen Mutterkonzerns Electrolux. Am Sonntag hatte die IG Metall ein Vermittlungsangebot des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber im Arbeitskampf abgelehnt. Mit dem am Freitag begonnenen unbefristeten Streik kämpft die AEG-Belegschaft um einen Sozialtarifvertrag. Electrolux will das Werk mit rund 1.700 Beschäftigten Ende 2007 schließen und die Produktion von Waschmaschinen und Geschirrspülern nach Italien und Polen verlagern.

MAGDEBURG: Die Rekord-Kältewelle aus Russland dehnt sich immer weiter nach Westen aus und hat jetzt auch in Deutschland zwei Todesopfer gefordert. Eine 74-jährige gehbehinderte Frau aus Wolfen in Sachsen-Anhalt erfror am Sonntagabend vor ihrer Haustür, nachdem sie gestürzt war. Ein weiteres Opfer der Kälte wurde nahe Salzwedel entdeckt. Die kälteste Temperatur wurde in der vergangenen Nacht in Ueckermünde in Vorpommern mit minus 22 Grad gemessen. Zuvor waren aus Russland, Lettland, Estland sowie aus Moldawien Todesfälle durch Erfrieren gemeldet worden. - Währenddessen leiden die Menschen in vielen Teilen Australiens unter extremer Hitze. Auf rund 200.000 Hektar wüten Buschfeuer. Im Südosten des Landes kamen mindestens zwei Menschen in den Flammen ums Leben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Mit klirrender Kälte besonders im Osten und Norden hat die Woche begonnen. Es ist meist heiter und trocken. Nur im äußersten Norden halten sich Wolkenfelder. Höchstwerte zwischen minus 13 Grad im Osten und null Grad in der Westhälfte.