1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 22. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NEW YORK: Unter dem Druck der Kreditkrise geben die zwei letzten verbliebenen US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley ihren rechtlichen Sonderstatus auf und werden zu gewöhnlichen Geschäftsbanken. Wie die US-Notenbank Fed in New York mitteilte, unterliegen der bisherige Branchenführer Goldman Sachs und die Nummer zwei, Morgan Stanley, damit den üblichen Bankkontrollen, die weniger Spielraum für riskante Investitionen lassen. Im Ausgleich erhalten die beiden Geldhäuser weitere Kredite, um die ohnehin dünne Finanzdecke etwas zu verstärken. Zu Jahresbeginn gab es noch fünf reine Investmentbanken in den USA, die sich auf hoch spekulative Wertpapiergeschäfte sowie Fusionen und Übernahmen von Firmen spezialisiert hatten.

TOKIO: In Japan wird der frühere Außenminister Taro Aso neuer Regierungschef. Der 68-Jährige wurde an diesem Montag zum neuen Chef der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) gewählt. Er setzte sich mit 351 von 525 gültigen Stimmen gegen vier Mitbewerber durch, unter ihnen die frühere Verteidigungsministerin Yuriko Koike. Am Mittwoch soll Aso dann im Unterhaus mit der Stimmenmehrheit der LDP zum Nachfolger von Yasuo Fukuda als Regierungschef gewählt werden. Dieser war Anfang des Monats im Streit mit den oppositionellen Demokraten zurückgetreten, die die Mehrheit im Oberhaus stellen. Sie blockieren Gesetze, um Neuwahlen zu erzwingen.

ISLAMABAD: British Airways hat bis auf weiteres alle Flüge nach Pakistan gestoppt. Ein Sprecher der Fluggesellschaft begründete das in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad mit der unsicheren Lage nach dem Terroranschlag vom Samstag. Bei dem Selbstmordanschlag auf das Marriott-Luxushotel in Islamabad kamen mindestens 53 Menschen ums Leben, unter ihnen der tschechische Botschafter und zahlreiche weitere Ausländer. Mehr als 250 Menschen wurden verletzt. In der pakistanischen Presse wurde die Regierung derweil aufgefordert, eine eigene Strategie im Kampf gegen den Terror zu entwickeln, unabhängig von den USA.

ISLAMABAD: Die pakistanische Armee hat nach Angaben örtlicher Behörden zwei US-Hubschrauber angegriffen, die im Grenzgebiet zu Afghanistan in den Luftraum des Landes eingedrungen waren. Die Helikopter hätten das Feuer nicht erwidert und seien nach Afghanistan zurückgeflogen. Der Vorfall habe sich bereits am Sonntag ereignet, etwa 80 Kilometer westlich von Miranshah, der wichtigsten Stadt des Bezirks Nord-Waziristan. Die pakistanischen Militärs indessen bestätigten die Angaben nicht.

PEKING: In China werden immer größere Ausmaße des Skandals um verseuchte Milchprodukte bekannt. Nach neuen Angaben der Behörden sind insgesamt fast 53.000 Babys durch chemisch verseuchte Milchprodukte erkrankt. Bislang starben vier von ihnen an den Folgen einer Nierenvergiftung, die von der giftigen Chemikalie Melamin ausgelöst wird. Der Stoff war als illegale Zugabe in einer Reihe chinesischer Milchprodukte gefunden worden. Mit der Chemikalie wird ein höherer Eiweißgehalt vorgetäuscht. Insgesamt sind 22 Firmen in den Skandal verwickelt.

CARACAS: Venezuelas Präsident Hugo Chavez hat eine Ausweitung der Ölexporte nach China angekündigt. Die Zusammenarbeit mit Peking solle auch über ein gemeinsames Förderprojekt im ölreichen Orinoco-Delta und den Bau einer Raffinerie in China verstärkt werden, sagte Chavez in einer Radio- und Fernsehansprache. Verträge über ein höheres Exportvolumen sollten noch in dieser Woche bei Chavez' Besuch in Peking unterzeichnet werden.

JERUSALEM: Nach dem Rücktritt des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert hat seine Nachfolgerin im Amt des Vorsitzenden der Kadima-Partei, Außenministerin Zipi Livni, bereits erste Sondierungen über die Bildung einer neuen Regierung aufgenommen. Nach einem Bericht der israelischen Tageszeitung 'Haaretz' traf Livni den Chef der Arbeitspartei, Ehud Barak. Wie das Blatt erfahren habe will, soll Livi Barak dabei die Partnerschaft in einer Koalitionsregierung unter ihrer Führung angeboten haben. Weitere Treffen werden erwartet, sobald Präsident Schimon Peres sie offiziell mit der Regierungsbildung beauftragt. Der unter Korruptionsverdacht stehende Olmert hatte nach seinem angekündigten Rückzug aus der Politik am Sonntag offiziell seinen Rücktritt eingereicht.

JOHANNESBURG: Südafrikas Präsident Thabo Mbeki ist zurückgetreten, gut ein halbes Jahr vor Ende seiner regulären Amtszeit. Mbeki war am Samstag von der Führung des Afrikanischen Nationalkongresses ANC zu dem Schritt gedrängt worden. Hintergrund sind Vorwürfe, der 66-Jährige habe bei der Wiederaufnahme eines Korruptionsprozesses gegen seinen parteiinternen Widersacher Jacob Zuma seine Hände im Spiel gehabt, um dessen Ansehen zu schaden. Vor gut einer Woche war das Verfahren eingestellt worden. An diesem Montag soll ein Interimspräsident bis zu den regulären Wahlen im April kommenden Jahres ernannt werden. Erwartet wird, dass Parlamentspräsidentin Baleka Mbete das Amt übernimmt. Als ANC-Kandidat für das Präsidentenamt steht bereits Zuma fest.

TIFLIS: Der deutsche Chef der EU-Beobachtermission für Georgien, Hansjörg Haber, ist in der Hauptstadt Tiflis eingetroffen. An diesem Montag wird Haber mit georgischen Regierungsvertretern die Mission vorbereiten. Insgesamt 200 Beobachter der Europäischen Union sollen bis zum 1. Oktober in Georgien stationiert werden, um die Einhaltung des Friedensplans zu überwachen. Russland hat danach zugesagt, seine Truppen bis zum 10. Oktober aus dem georgischen Kernland abzuziehen, in das sie nach dem georgischen Angriff auf die abtrünnige Provinz Südossetien Anfang August einmarschiert waren. Die Europäer wünschen eine Stationierung ihrer Beobachter auch in Südossetien und dem abtrünnigen Abchasien. Der Kreml, der beide Regionen als unabhängige Staaten anerkannt hat, lehnt dies ab. Völkerrechtlich gehören beide Gebiete weiter zu Georgien.

LJUBLJANA: In Slowenien wird es nach der Parlamentswahl wahrscheinlich einen Regierungswechsel geben. Die bisher oppositionellen Sozialdemokraten unter Borut Pahor gewannen mit knapper Mehrheit. Sie kommen nach Angaben der Wahlkommission auf 29 von 90 Mandaten. Die konservative Slowenische Demokratische Partei SDS von Ministerpräsident Janez Jansa erreichte 28 Mandate. Die Sozialdemokraten könnten zusammen mit zwei Parteien, mit denen sie ein Wahlbündnis eingingen, auf zusammen 43 Sitze kommen, würden die absolute Mehrheit aber verfehlen. In dem Ergebnis sind noch nicht die Stimmen der Briefwähler enthalten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, im Osten etwas Regen. Im Westen und Südwesten im Tagesverlauf einige Aufheiterungen. Tageswerte zwischen 10 und 17 Grad.

Audio und Video zum Thema