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Nachrichten

Montag, 22. Juni 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TEHERAN: Zehn Tage nach der Präsidentenwahl im Iran hat der einflussreiche Wächterrat Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung eingeräumt. In 50 Wahlkreisen habe es mehr Wähler als Wahlberechtigte gegeben, sagte ein Sprecher des höchsten Kontrollgremiums des Landes. Die Unregelmäßigkeiten beträfen rund drei Millionen Stimmen. Nun müsse geprüft werden, ob diese Stimmen für den umstrittenen Wahlausgang entscheidend gewesen seien. Der wiedergewählte Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte nach offiziellen Angaben elf Millionen Stimmen mehr erhalten als sein wichtigster Herausforderer Mir Hussein Mussawi. Mussawi rief seine Anhänger zur Fortsetzung der Proteste auf. Er forderte allerdings angesichts der Gewalt der Sicherheitskräfte mehr Zurückhaltung. Auch am Sonntag soll es wieder zu Demonstrationen gekommen sein. In einigen Stadtteilen Teherans seien am Abend Schüsse zu hören gewesen, berichten Augenzeugen. Eine freie Berichterstattung ist weiterhin nicht möglich.

BERLIN: Angesichts der tödlichen Gewalt bei den Protesten im Iran haben die westlichen Staaten an die Verantwortlichen in Teheran appelliert, eine weitere Zuspitzung zu verhindern. Bundeskanzlerin Angela Merkel rief in Berlin die iranische Regierung dazu auf, die Stimmen der Präsidentenwahl neu auszählen zu lassen. Die Kanzlerin verlangte zudem, friedliche Demonstrationen zuzulassen, keine Gewalt gegen Oppositionelle anzuwenden, inhaftierte Demonstranten freizulassen und eine freie Berichterstattung der Medien zu ermöglichen. Ähnlich äußerten sich die Regierungen in Washington, Paris, London und Rom.

MÜNCHEN: Die deutschen Unternehmen sehen insgesamt wieder optimistischer in die Zukunft. Der ifo-Geschäftsklima-Index des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung verbesserte sich um 1,6 Zähler auf 85,9 Punkte. Das ist bereits der dritte Anstieg in Folge. Der ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Das Bundesfinanzministerium teilte mit, es sei bemerkenswert, dass bei den Industrieaufträgen im April das überdurchschnittlich hohe März-Ergebnis gehalten werden konnte.

SEOUL: Die globale Wirtschafts- und Finanzmarktkrise hat nach Angaben der Weltbank erheblichen Einfluss auf die Investitionen in den Entwicklungsländern. Die Kapitalflüsse in die ärmeren Länder werden nach einer Prognose der Organisation in diesem Jahr wahrscheinlich auf etwa 363 Milliarden Dollar sinken, nach einem Höchststand von 1,2 Billionen Dollar im Jahre 2007. Einer der Gründe dafür sei, neben der Zurückhaltung der Investoren, dass Migranten weniger Geld an ihre Familien zu Hause überwiesen. Das Stocken der Kapitalbewegung könne eine neue Welle der Instabilität für die Weltwirtschaft auslösen, heißt es in dem Bericht zu den Außenfinanzierungsaussichten der Entwicklungs- und Schwellenländer.

OSNABRÜCK: Beim insolventen Cabriospezialisten Karmann rollt an diesem Montag in Osnabrück das letzte Auto vom Band. Mit einem Mercedes CLK-Cabrio wird die Fahrzeugproduktion in dem Unternehmen eingestellt. Es sollen dort aber weiterhin Cabriodachsysteme und Spezialwerkzeuge produziert werden. Auch werden noch Fahrzeuge entwickelt. Karmann hatte im April Insolvenz angemeldet. Zurzeit sind bei dem Autobauer fast noch 2000 Menschen beschäftigt. 300 Stellen sollen abgebaut werden.

BERLIN: Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat die Überwachung von Beschäftigten in Unternehmen kritisiert. Mitarbeiter zu überwachen, sei eine sehr weit verbreitete Praxis, sagte Schaar dem Berliner "Tagesspiegel". Ein Indiz dafür sei der starke Absatz so genannter Spionage-Software. Damit könne man auch gut die Computer der Beschäftigten ausforschen. Schaar sagte, er vermute auch einen regen Austausch unter den Sicherheitsabteilungen deutscher Unternehmen. Dabei seien möglicherweise auch "personenbezogene Daten im Spiel".

RIO DE JANEIRO: Knapp drei Wochen nach dem Absturz eines französischen Passagierflugzeugs über dem Atlantik sind elf Opfer identifiziert worden. Es handele sich um zehn Brasilianer und einen Ausländer, teilten die brasilianischen Behörden mit. Die sechs Männer und fünf Frauen seien anhand von Finger- und Zahnabdrücken identifiziert worden, ihre Angehörigen seien informiert worden. Bislang wurden bei den Bergungsarbeiten insgesamt 50 Leichen gefunden. - Der Airbus der Fluggesellschaft Air France war am 1. Juni mit 228 Menschen an Bord auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris abgestürzt. Unter den Toten waren 28 Deutsche. Die Absturzursache ist immer noch unbekannt.

FUNCHAL: Auf der portugiesischen Insel Madeira kommt an diesem Montag die Internationale Walfangkommission zu ihrem Jahrestreffen zusammen. Ein Durchbruch im Streit zwischen Gegnern und Befürwortern des Walfangs wird nicht erwartet. Trotz eines seit 1986 geltenden Moratoriums erlaubt die jetzige Regelung Norwegen und Island den kommerziellen Walfang. Japan ist die Jagd offiziell nur zu wissenschaftlichen Zwecken gestattet. Dennoch landet immer wieder Walfleisch in Geschäften. Die Regierung in Tokio will nun die wissenschaftlichen Fangquoten in der Antarktis reduzieren, wenn Japan im Gegenzug den Walfang vor seinen Küsten wieder aufnehmen darf.

SEVILLA: Das Welterbe-Komitee der UNESCO ist am Montag im spanischen Sevilla zu seiner jährlichen Sitzung zusammengekommen. Vertreter aus 21 Ländern beraten bis zum 30. Juni über die Vergabe von Welterbe-Titeln. Im Laufe der Woche soll unter anderem eine Entscheidung über das Dresdner Elbtal gefällt werden. Das Elbtal muss wegen des Baus der umstrittenen Waldschlösschenbrücke mit dem Verlust der Auszeichnung rechnen. Größere Chancen hingegen hat das Wattenmeer an der Nordseeküste. Es soll als eine der letzten ursprünglichen Naturlandschaften Mitteleuropas in die Welterbenliste aufgenommen werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Osten weiter unbeständig mit einigen Schauern. Sonst freundlicher mit deutlich mehr Sonne und meist trocken. Höchstwerte zwischen 14 und 20 Grad.

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