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Nachrichten

Montag, 21. September 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NEW YORK: Der Oberkommandierende der USA und der NATO in Afghanistan, General Stanley McChrystal, hat vor einem Scheitern des Einsatzes am Hindukusch gewarnt. Dies geht aus seinem jüngsten vertraulichen Bericht an das Pentagon hervor, aus dem jetzt die "New York Times" und die "Washington Post" zitieren. McChrystal fordert demnach zum Kampf gegen die radikalislamischen Taliban dringend mehr Soldaten, um in den nächsten zwölf Monaten die Initiative zurückzugewinnen. Zudem müsse angesichts der Korruption in der afghanischen Regierung und des Misstrauens der Bevölkerung gegen die Schutztruppe ISAF eine neue Strategie des Westens durchgesetzt werden.

HAMBURG: Der neue Chef der iranischen Atomenergieorganisation, Ali Akbar Salehi, hat Deutschland und seine europäischen Partner zu "mehr Pragmatismus" im Atomstreit aufgerufen. Dem Westen gehe es eigentlich gar nicht um das Nuklearprogramm, sondern darum, den Iran "gefügig" zu machen, sagte Salehi dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Die internationalen Sanktionen hätten aber nicht die gewünschte Wirkung und zudem einen "Solidarisierungseffekt" unter der Bevölkerung. Die Europäer handelten unklug, so Salehi, denn auf lange Sicht bräuchten sie den Iran mehr als umgekehrt.

LONDON/ BRÜSSEL: Weltbank-Präsident Robert Zoellick hat die Teilnehmer des bevorstehenden G20-Gipfels aufgefordert, sich wieder der Aufgabe einer "verantwortungsvollen Globalisierung" zuzuwenden. Dazu müssten Wachstum und Finanzstabilität mit Entwicklungshilfe, dem Kampf gegen die Armut und dem Klimaschutz verbunden werden. Es reiche nicht, in Pittsburgh nur über Finanzmärkte und Bonuszahlungen zu sprechen, sagte Zoellick der "Financial Times". - EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso plädierte dafür, die Boni von Bankern notfalls im Alleingang zu begrenzen. Die EU-Staaten müssten angesichts dieses Skandals auch handeln, wenn die USA sich gegen diese Maßnahmen entscheiden sollten und keine international gleichen Regeln durchzusetzen seien, so Barroso im französischen TV-Sender TV5.

PARIS: In der so genannten "Clearstream-Affäre" beginnt in Frankreich an diesem Montag einer der spektakulärsten Politikerprozesse der vergangenen Jahre. Der ehemalige Premierminister Dominique de Villepin muss sich in Paris vor Gericht verantworten, weil er an einer Rufmordkampagne gegen den heutigen Präsidenten Nicolas Sarkozy beteiligt gewesen sein soll. Dabei war 2004 der Name Sarkozys auf gefälschte Listen des Luxemburger Geldinstituts Clearstream mit angeblichen Schwarzgeldkonten aus einem Waffengeschäft gesetzt worden. Wird Villepin schuldig gesprochen, drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft.

ROM: Die italienischen Behörden haben auf Sizilien und im Hafen von Ancona insgesamt etwa 200 Flüchtlinge aufgegriffen. Rund um die sizilianische Stadt Syrakus nahmen Sicherheitskräfte illegale Einwanderer aus Libyen fest. Sie waren mit ägyptischen Schleppern an der Küste der Insel gestrandet. Im Hafen von Ancona an der italienischen Ostküste griffen Beamte Flüchtlinge aus Pakistan, Bangladesch und der Türkei auf. Sie hatten sich in einem aus Griechenland kommenden Lastwagen versteckt, der mit Gemüse nach Deutschland unterwegs war.

BERLIN: Führende Politiker von SPD und Union haben die Deutschen auf Einschnitte nach der Bundestagswahl eingestimmt. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte im 1. Deutschen Fernsehen, es laufe auf eine "erheblich schwierige Lage auf der Einnahmen- wie auf der Ausgabenseite hinaus". Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte, es kämen Jahre, in denen gespart werden müsse und "manches Liebgewonnene auf den Prüfstand" komme. Guttenberg verteidigte ungeachtet dessen die Ankündigung der CSU, in der kommenden Wahlperiode die Steuern zu senken. Die Jahre 2011 und 2012 böten angesichts des erwarteten Anziehens des Wachstums Spielräume dazu, sagte der CSU-Politiker. Seine Partei will an diesem Montag ein entsprechendes Sofortprogramm vorstellen.

RÜSSELSHEIM: Vor den Verhandlungen über den geplanten Personalabbau bei Opel an diesem Montag hat Betriebsratschef Klaus Franz noch einmal für eine gesamteuropäische Lösung geworben. Die Produktion und die zu tragenden Lasten müssten gerecht auf die europäischen Werke verteilt werden, sagte der Arbeitnehmervertreter. Franz wandte sich erneut gegen den Eindruck, dass die deutschen Werke wegen der staatlichen Hilfen bevorzugt würden. Das könne man am Beispiel Bochum sehen. Dort will der künftige Opel-Eigentümer Magna nach Informationen der "Welt am Sonntag" rund 2.000 Arbeitsplätze streichen. - Die Arbeitnehmervertreter aus den europäischen Opelwerken treffen an diesem Montag in Rüsselsheim mit Opel- und Magna-Managern zusammen, um über die Zukunft des Autobauers "New Opel" zu verhandeln.

ZAMBOANGA: Auf den Philippinen haben die Regierungstruppen nach eigenen Angaben 17 Kämpfer der extremistischen Abu Sayyaf-Gruppe getötet. Nach massiven Boden- und Luftangriffen seit Sonntag habe man auf der Insel Jolo im Süden den größten Stützpunkt der Rebellen eingenommen, berichtete die lokale Militärführung.

TÜBINGEN/ QATNA: Deutsche Wissenschaftler haben im Königspalast in Qatna in Syrien eine rund 3.500 Jahre alte Felsenkammer mit hunderten Knochen und Grabbeigaben entdeckt. Der Tübinger Archäologe Peter Pfälzer vermutet, dass es sich um die Gruft von Angehörigen der königlichen Familie oder um Mitglieder des Hofstaates von Qatna handelt. Die Universität Tübingen und das Landesmuseum Württemberg teilten mit, der Fund werde als spektakulär eingestuft, da die Gruft nicht von Grabräubern geplündert worden sei. - Qatna war in der Mittleren und Späten Bronzezeit eines der bedeutendsten Königtümer Syriens. In seiner Blütezeit zwischen 1800 und 1600 vor Christus gehörte es zu den mächtigsten Staaten des Orients.

ZUM SPORT: In der 1. Fußball-Bundesliga hat Berlin 0:4 gegen Aufsteiger Freiburg verloren. Leverkusen und Bremen trennten sich 0:0, Hamburg und Frankfurt 1:1. - Einen Tag nach der Heimniederlage gegen Mainz hat Bochum seinen Trainer Marcel Koller entlassen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Auflösung von Nebelfeldern wechselnd sonnig oder wolkig. Im Süden einzelne Schauer, im Norden meist trocken. Höchstwerte 17 bis 24 Grad.

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