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Nachrichten

Montag, 21. Januar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Mit seinem Querschuss gegen die hessische SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti hat der ehemalige Vize-Parteichef Wolfgang Clement die Sozialdemokraten massiv gegen sich aufgebracht. Mehrere SPD-Landesvorsitzende forderten den früheren Bundeswirtschaftsminister auf, die Partei zu verlassen. Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz rechnet mit einem Parteiausschlussverfahren gegen Clement. SPD-Fraktionschef Peter Struck, der das Verfahren befürworte, finde immer größere Zustimmung in Partei und Fraktion, sagte Wiefelspütz den Dortmunder 'Ruhr Nachrichten'. Clement hatte Ypsilantis Absage an Atomkraft und neue Kohlekraftwerke in Hessen als schädlich für die Wirtschaft kritisiert und vor einer Wahl der SPD gewarnt. Er ist mittlerweile Aufsichtsrat beim Energiekonzern RWE.

DÜSSELDORF: Mit einer Kapitalspritze von voraussichtlich zwei Milliarden Euro wollen die Eigentümer der WestLB die finanzielle Schieflage der drittgrößten deutschen Landesbank ausgleichen. Das gab die WestLB nach einer Krisensitzung bekannt. Die Eigentümer - das Land Nordrhein-Westfalen, die Landschaftsverbände und die Sparkassenverbände - würden den Jahresverlust 2007 ausgleichen und zugleich die noch erwarteten Belastungen tragen. Inwieweit bei der Sitzung Stellenstreichungen beschlossen wurden, teilte die Bank nicht mit. Ein WestLB-Sprecher dementierte aber Medienberichte, wonach 2.000 Arbeitsplätze in Gefahr sind.

BERLIN: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy wegen des Verkaufs von Atomtechnologie an andere Staaten kritisiert. Wer Atomkraft als Allheilmittel der Energiepolitik preise, dürfe sich nicht wundern, wenn die Gefahr der Weiterverbreitung von Nuklearwaffen wachse, so Gabriel in einem Interview der 'Nordwest-Zeitung' in Oldenburg. Dies gelte insbesondere für Länder, die nicht gerade als Horte stabiler Demokratie bekannt seien. Konkret nannte der SPD-Politiker den Iran. Hier werde deutlich, dass der Schritt von der zivilen Nutzung der Atomenergie hin zur Entwicklung von Bomben gar nicht so weit sei.

HAMBURG: Der drittgrößte deutsche Energieversorger, Vattenfall Europe, will mit der Bundesregierung Gespräche über die Einführung von Sozialtarifen führen. Dies sagte der Vorstandsvorsitzende Tuomo Hatakka der "Bild"-Zeitung. Niemand dürfe in einer kalten Wohnung sitzen, weil das Geld für Energie fehle. Umweltminister Sigmar Gabriel hatte in der vergangenen Woche die deutschen Energieunternehmen aufgefordert, verbilligte Gas- und Strom-Tarife für sozial Benachteiligte anzubieten. Hatakka teilte zudem mit, dass Vattenfall in diesem Jahr die Preise nicht erhöhen werde. Auch würden die von der Bundesnetzagentur gekürzten Netzentgelte sofort an die Kunden weitergereicht. Von diesem Montag an will der Konzern erstmals einen preiswerten Internet-Stromtarif anbieten. Vattenfall hatte in den vergangenen Monaten hunderttausende Kunden verloren.

PEKING: Das chinesische Außenministerium hat seinerseits bestätigt, dass sich die politischen Beziehungen zu Deutschland wieder entspannen. Bei verstärkten Kontakten zwischen Außenminister Frank-Walter Steinmeier und seinem Kollegen Yang Jiechi habe Deutschland anerkannt, dass Taiwan und Tibet zum chinesischen Territorium gehörten, heißt es in einer Internet-Erklärung aus Peking. Das Nachrichtenmagazin 'Spiegel' hatte zuvor von einer zweimonatigen Geheimdiplomatie berichtet, um das Ende der Eiszeit vorzubereiten. Die Beziehungen zwischen Berlin und Peking hatten sich abgekühlt, nachdem Kanzlerin Angela Merkel im September den tibetischen Dalai Lama offiziell im Kanzleramt empfangen hatte.

BELGRAD: Der künftige Präsident Serbiens wird erst in einer Stichwahl in zwei Wochen bestimmt. Beim ersten Durchgang der Wahl am Sonntag erhielt der Chef der ultra-nationalistischen Serbischen Radikalen Partei, Tomislav Nikolic, knapp 39 Prozent der Stimmen. Der amtierende Staatspräsident Boris Tadic kam danach mit 35 Prozent auf den zweiten Platz. Die Wahlbeteiligung lag bei mehr als 60 Prozent. Tadic und seine Demokratische Partei wollen Serbien möglichst schnell in die Europäischen Union führen. Nikolic tritt für ein enges Bündnis des Landes mit Russland ein und lehnt eine Abspaltung des Kosovo strikt ab.

GAZA-STADT: Die Abriegelung des Gazastreifens durch Israel hat zu weiteren Einschnitten bei der Versorgung der Bevölkerung geführt. Die radikal-islamische Hamas ließ das größte Kraftwerk mit der Begründung abschalten, der Treibstoff sei aufgebraucht. Hunderttausende Menschen sind ohne Strom. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas appellierte an das internationale Nahost-Quartett, sich für die Aufhebung der Blockade durch Israel einzusetzen. - Israelische Kampfflugzeuge setzten ihre Militäroperation gegen Extremisten im Gazastreifen fort. Zwei Palästinenser wurden getötet. Eines der Opfer war ein Aktivist der Al Aksa-Brigaden, des bewaffneten Arms der Fatah von Abbas. In der vergangenen Woche wurden nach israelischen Angaben 165 palästinensische Kassam-Raketen auf Ziele in Israel abgefeuert, zudem seien 70 Mörsergranaten eingeschlagen.

TOKIO: US-Präsident George W. Bush hat mit seinem milliardenschweren Konjunkturprogramm zur Abfederung der Hypothekenkrise die Sorgen vor einer Rezession in den USA nicht zerstreut. An etlichen Aktienmärkten in Asien fielen die Kurse. In Tokio sank der Nikkei-Index um 3,9 Prozent auf den tiefsten Stand seit Oktober 2005. Auch die Börsen in Schanghai, Taiwan, Australien, Südkorea, Singapur und den Philippinen rutschten ins Minus. Die Finanzmärkte in Frankfurt starteten zum Wochenauftakt ebenfalls mit einer Talfahrt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken und vor allem im Norden zeitweise Regen. Südlich der Donau Auflockerungen und trocken. Höchstwerte sechs bis zwölf Grad.

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