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Nachrichten

Montag, 21. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

DÜSSELDORF: Im Tarifstreit bei der Deutschen Post hat die Gewerkschaft Verdi den Druck auf den Konzern mit neuen Warnstreiks erhöht. In mehreren Briefzentren bundesweit legten die Beschäftigten die Arbeit nieder, so in Stuttgart, Berlin, Hamburg, Hannover und Dresden. Damit dürfte es bei rund drei Millionen Briefen zu Verzögerungen kommen. Die Tarifverhandlungen waren am Wochenende im Streit über Arbeitszeit, Kündigungsschutz und höhere Löhne abgebrochen worden. Ein Sprecher der Post erklärte, der Konzern sei bereit, in neuen Verhandlungen das bisherige Tarifangebot zu verbessern. Sollte es in Kürze keine Annäherung geben, wollen die Post-Beschäftigten Ende April darüber abstimmen, ob es vom 2. Mai an unbefristete Streiks geben soll.

BERLIN: Unions-Fraktionschef Volker Kauder hält das Kompromiss-Modell der SPD zur Teilprivatisierung der Deutschen Bahn für akzeptabel. Man werde bei dem von SPD-Parteichef Kurt Beck erarbeiteten Modell mitmachen, kündigte Kauder im Fernsehen an. Um weiter Geld für notwendige Investitionen zu erhalten, strebe die Union langfristig an, 49,9 Prozent der Bahn zu privatisieren. Die Mehrheit solle jedoch beim Bund bleiben. Das Kompromiss-Modell der Sozialdemokraten sieht nur noch den Verkauf von maximal 24,9 Prozent der Anteile am Personen- und Frachtverkehr vor. Darüber wollen die Spitzengremien der SPD heute in Berlin entscheiden.

HANNOVER: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die deutsche Industrie als einen Stabilitätsfaktor der Weltwirtschaft bezeichnet. Bei der Eröffnung der Hannover-Messe sagte die Kanzlerin mit Blick auf die Krise an den Finanzmärkten, dank der sozialen Marktwirtschaft bestünden gute Chancen, dass Deutschland weniger Verluste zu verbuchen habe als andere Länder. An der Industrie-Ausstellung nehmen 5.100 Unternehmen aus 62 Ländern teil. Diesjähriges Partnerland ist Japan, das mit einer Sonderausstellung vertreten ist. Im Mittelpunkt der Messe stehen Erzeugnisse der Energie- und Automatisierungstechnik.

NEW YORK: Mit einer Open-Air-Messe hat Papst Benedikt XVI. seine USA-Reise abgeschlossen. Vor rund 60.000 Menschen rief der Papst die Katholiken in den USA zur Einheit auf. Zuvor hatte Benedikt am Ground Zero in New York der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 gedacht. Ein zentrales Thema der sechstägigen USA-Reise war der sexuelle Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester. Nach Angaben der US-Kirche gibt es rund 14.000 Mißbrauchsopfer. Als eine Geste der Versöhnung hatte sich der Papst mit einer Gruppe von ihnen getroffen. Benedikt hatte im Rahmen seines USA-Besuches auch vor den Vereinten Nationen gesprochen und war von Präsident George Bush empfangen worden. Wiederholt hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche vor sozialem Zerfall und wachsender Gewalt in den modernen Gesellschaften gewarnt.

ASUNCION: Der ehemalige Bischof Fernando Lugo ist neuer Präsident Paraguays. Mit knapp 41 Prozent der Stimmen hat der linksgerichtete Politiker die Präsidentschaftswahl vom Sonntag klar vor Blanca Olevar gewonnen. Die Kandidatin der Regierung erhielt zehn Prozentpunkte weniger und gestand ihre Niederlage ein. Nach 61 Jahren muss die konservative Colorado-Partei damit ihre Regierungsmacht erstmals an ein Mitte-Links-Bündnis abgeben. Neben der Bekämpfung von Korruption kündigte Lugo eine Agrarreform an. Mit ihm an der Staatsspitze habe die - so wörtlich - Klientelwirtschaft ein Ende, sagte Lugo in einer kurzen Ansprache. In den Straßen der Hauptstadt Asuncion feierten zehntausende Anhänger seinen Sieg.

KABUL: Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana hält sich zu einem eintägigen Besuch in Afghanistan auf. Der Besuch dient der Vorbereitung einer internationalen Hilfskonferenz für Afghanistan im Juni in Paris. In Kabul will Solana mit Präsident Hamid Karsai zu einem Gespräch zusammentreffen. Zunächst besucht er das Hauptquartier der EU-Polizeimission EUPOL. Diese unterstützt Afghanistan beim Aufbau eines eigenen Polizeiapparats. Außerdem steht ein Treffen mit Vertretern der internationalen Schutztruppe ISAF sowie mit dem Afghanistan-Sondergesandten der Vereinten Nationen, Kai Eide, an. Am Dienstag wird Solana nach Pakistan weiterreisen.

DAMASKUS: Syrien lehnt Geheimverhandlungen mit Israel über einen Frieden weiter ab. Die staatliche Nachrichtenagentur SANA meldet, Präsident Baschar el-Assad habe auf einem Parteikongress am Sonntag erklärt, alles, was auf diesem Gebiet passiere, werde öffentlich sein. Offizielle Friedensverhandlungen waren im Jahr 2000 wegen des Streits über den Umfang eines israelischen Truppenrückzugs von den 1967 besetzten Golan-Höhen abgebrochen worden.

MOGADISCHU: Zwei Wochen nach der Kaperung einer französischen Luxusjacht vor der Küste Somalias haben Piraten dort einen spanischen Fischkutter mit 26 Menschen an Bord in ihre Gewalt gebracht. Die Piraten nahmen mit dem gekaperten Schiff Kurs auf das afrikanische Festland. Die spanische Regierung schickte eine Kriegsfregatte in das Seegebiet. Somalia befindet sich im Bürgerkrieg. Bei neuen Kämpfen zwischen islamistischen Rebellen und Regierungssoldaten starben in Somalias Hauptstadt Mogadischu mindestens 40 Menschen.

TOKIO: Japan und Südkorea wollen nach dreijähriger politischer Eiszeit ihre Beziehungen wieder verbessern. Der japanische Regierungschef Yasuo Fukuda sagte nach einem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak, vor allem in der Nordkorea-Frage, bei Wirtschaftsthemen und beim Klimaschutz wolle man enger zusammenarbeiten. Die jährlichen Gipfeltreffen, die 2005 abgebrochen wurden, würden wieder aufgenommen. Der Jugendaustausch solle forciert werden. Die Beziehungen waren vor allem wegen der regelmäßigen Besuche des früheren japanischen Regierungschefs Junichiro Koizumi im umstrittenen Yasukuni-Kriegsschrein gespannt. Dort werden auch ehemalige Kriegsverbrecher geehrt.

KÖLN: Der ehemalige Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Innenministerium, Wolfgang Riotte, ist neuer Interims-Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. Der 69-Jährige soll den Posten für einige Monate übernehmen und zusammen mit dem neu gewählten Vorstand die eingeleiteten Reformen umsetzen, teilte das Kinderhilfswerk mit. Vor gut einer Woche hatte die angeschlagene deutsche UNICEF-Sektion einen neuen Vorstand gewählt. Die Organisation hatte wegen Vorwürfen der Verschwendung und verschwiegener Provisionszahlungen erhebliche Einbußen beim Spendenaufkommen hinnehmen müssen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nordöstlich der Elbe sonnig, sonst gelegentlich Schauer oder Gewitter. Die Temperaturen liegen zwischen 13 und 19 Grad Celsius.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 6 Grad, sonnig;

Berlin: 7 Grad, wolkenlos;

Dresden: 7 Grad, leicht bewölkt;

Köln/Bonn und

Frankfurt am Main: 8 Grad, leicht bewölkt und

München: 9 Grad, wolkig.

Audio und Video zum Thema