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Nachrichten

Montag, 20. November 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag.

TEL AVIV: Das israelische Militär untersucht nach Medienberichten den Einsatz von Streumunition während des Libanonkrieges Mitte des Jahres. Israelische Einheiten hätten entgegen einer Anordnung von Generalstabschef Dan Halutz Streubomben auf Gebiete im Südlibanon abgefeuert, berichtet das israelische Fernsehen unter Berufung auf eine interne Militäruntersuchung. Wegen des Einsatzes von Streumunition ist Israel international heftig kritisiert worden. Streubomben verteilen eine Vielzahl kleinerer Sprengsätze, die, wenn sie nicht sofort explodieren, auch nach Jahren noch eine Gefahr für die Zivilbevölkerung sind.

WASHINGTON: Der US-Geheimdienst CIA hat nach einem Pressebericht bisher keine Beweise für ein geheimes Atomwaffenprogramm des Iran. Der US-Enthüllungsjournalist Seymour Hersh schreibt in einem vorab veröffentlichten Artikel des Magazins 'The New Yorker', die streng geheime Analyse der CIA widerspreche Angaben der US-Regierung, der Iran baue heimlich an einer Atombombe. Daten, die für die Analyse gesammelt worden seien, hätten keine Hinweise auf bedeutsame Radioaktivität ergeben. Die Regierung spiele die Ergebnisse herunter, so Hersh, um an ihrer harten Haltung gegenüber dem Iran festhalten zu können. Eine Regierungs-Sprecherin warf Hersh fehlerhafte Arbeit vor.

JAKARTA: US-Präsident George W. Bush ist zu einem Kurzbesuch in Indonesien eingetroffen. Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen will er in Bogor politische Gespräche führen. Sicherheitskräfte haben das Stadtzentrum abgeriegelt, da etwa 30.000 Studenten und fundamentalistische Moslems gegen Bush protestierten wollen. Bereits am Sonntag hatten tausende Menschen gegen den anstehenden Besuch demonstriert.

KATHMANDU: Nepals König Gyanendra ist nach dem Bericht einer Untersuchungskommission verantwortlich für den Tod von mindestens 19 Demonstranten Anfang des Jahres. Die Kommission empfahl der Regierung, dass der König und mehr als 200 weitere Beteiligte an der blutigen Niederschlagung der Demonstration im April für ihre Handlungen bestraft werden. Der Vorgang ist in der Geschichte Nepals, wo der König bisher als Gott gleich verehrt wurde, einmalig.

KABUL: Der britische Premierminister Tony Blair hat bei einem Truppenbesuch im Süden Afghanistans den Mut der dort stationierten rund 6.000 britischen Soldaten gelobt. Diese sind in der Provinz Helmand seit einigen Monaten unter verstärkten Druck der Taliban geraten. Blair trifft im Tagesverlauf noch mit Präsident Hamid Karsai zusammen.

NEW YORK: Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat eine Aufhebung des Todesurteils gegen Iraks früheren Machthaber Saddam Hussein gefordert. In einem ausführlichen Bericht wird der Prozess gegen Saddam und seine sieben Mitangeklagten als unfair kritisiert. Es habe sehr viele Verfahrens- und Formfehler gegeben. So seien der Verteidigung wichtige Beweise und Entlastungsmaterial vorenthalten worden. Der Bericht basiert auf einer zehnmonatigen Beobachtung des Prozesses sowie Interviews mit Richtern, Anwälten und Staatsanwälten.

BERLIN: Langjährig in Deutschland geduldete Ausländer können von diesem Montag an eine auf zwei Jahre befristete Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Voraussetzung ist der Nachweis eines dauerhaften Arbeitsplatzes. Desweiteren müssen Alleinstehende seit mindestens acht Jahren und Familien mit einem Kind mindestens sechs Jahre in Deutschland gelebt haben. Dies betrifft laut Schätzungen rund 20.000 Menschen. Insgesamt könnten bis zu 100.000 Ausländer von der neuen Bleiberechtsregelung profitieren. Bedingung ist allerdings, dass sie bis zum 30. September des kommenden Jahres eine Arbeit gefunden haben. Andernfalls werden sie nach dem Beschluss der Innenministerkonferenz abgeschoben.

BERLIN: Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat den konjunkturellen Aufschwung als Erfolg der Unternehmen beschrieben. Die Politik habe damit wenig zu tun. Er sei vielmehr das Ergebnis der erheblichen Erneuerungs- und Restrukturierungsmaßnahmen in weiten Teilen der Wirtschaft, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser der "Berliner Zeitung". Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt forderte im Deutschlandfunk, die Regierung müsse entschiedener Position im Sinne der Wirtschaft beziehen. Nur so könne ein ausreichendes Wirtschaftswachstum in Deutschland gesichert, Arbeitsplätze gehalten und neue geschaffen werden.

BERLIN: Eine Woche vor dem Parteitag der CDU nimmt die Debatte über die Bezugsdauer für das Arbeitslosengeld I in der Union an Schärfe zu. Mehrere führende Christdemokraten gingen auf Distanz zum Vorstoß des nordrhrein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers, langjährigen Beitragszahlern die Unterstützung länger als bisher zu gewähren. Einige Ministerpräsidenten der Union warnten vor einem Linksruck der CDU. Die ostdeutsche CDU wiederum warnte vor einer neuen Spaltung von West- und Ostdeutschland.

KEMPTEN: Im so genannten Todespflegerprozess hat das Landgericht Kempten den Angeklagten wegen mehrfachen Mordes und Totschlags zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 28-Jährige mehr als zwei Dutzend Patienten im Krankenhaus von Sonthofen mit einem Medikamenten-Mix zu Tode gespritzt hat. Das Gericht stellte zudem eine besondere Schwere der Schuld fest. Die größte Tötungsserie der deutschen Kriminalgeschichte hatte das Gericht mehr als neun Monate lang beschäftigt.

ZUM FUßBALL: Hannover hat mit dem dritten Auswärtssieg der Saison die Abstiegsplätze in der ersten Bundesliga verlassen. Die Niedersachsen gewannen bei Mönchengladbach mit 1:0 und kletterten auf Rang 15. Im zweiten Sonntagsspiel trennten sich Bielefeld und Wolfsburg 0:0. In der Tabelle führt Schalke vor Bremen und Stuttgart.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten und Süden teils heiter, teils wolkig. Im Nordwesten kommt Regen auf, der weiter nach Süden zieht. Höchstwerte sechs bis elf Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 20.11.2006
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  • Datum 20.11.2006
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