1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 20. April 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

GENF: Überschattet vom Boykott gleich mehrerer Staaten hat in der Schweiz die erste Anti-Rassismus-Konferenz der Vereinten Nationen seit acht Jahren begonnen. Deutschland, die USA und mindestens sechs weitere Staaten nehmen nicht teil. Sie begründeten ihre Absage damit, dass die Beratungen in Genf als Plattform für andere politische Interessen missbraucht werden könnten. Hintergrund sind anti-israelische Beschlüsse des Vorgängertreffens im Jahre 2001 in der südafrikanischen Stadt Durban. Dort war versucht worden, Zionismus und Rassismus in Verbindung zu bringen. Mindestens 35 Staaten haben ihre Teilnahme an den mehrtägigen Beratungen zugesagt. Am ersten Tag will Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad eine Rede halten.

WASHINGTON: Der US-Geheimdienst CIA hat die inzwischen verbotene Verhör-Technik des simulierten Ertränkens nach neuesten Informationen bei Gefangenen häufiger angewandt als bisher angenommen. Das geht aus inzwischen veröffentlichten Unterlagen des Justizministeriums in Washington hervor. Danach wurde der als Chefplaner der Terroranschläge vom 11. September 2001 geltende Chalid Scheich Mohammed 183 Mal dem so genannten 'Waterboarding' ausgesetzt. Ein weiterer 'El-Kaida'-Gefangener habe die als Folter kritisierte Methode mehr als 80 Mal erlitten. An diesem Montag wird US-Präsident Barack Obama erstmals zu einem Besuch beim CIA erwartet.

COLOMBO: Im Bürgerkriegsgebiet auf Sri Lanka hat sich inmitten tausender flüchtender Zivilisten ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Dabei wurden nach einer letzten Bilanz mindestens 17 Menschen getötet. Zuvor hatten die Regierungssoldaten nach eigenen Angaben eine Stellung der Tamilen-Rebellen eingenommen. Geschätzte 5.000 Menschen hätten dies zur Flucht aus dem Kampfgebiet im Nordosten des Landes genutzt. Dort hat die Armee die Aufständischen mittlerweile auf ein Gebiet von wenigen Quadratkilometern zurückgedrängt. Den Tamilen wird vorgeworfen, zehntausende ebenfalls eingeschlossene Zivilisten als lebende Schutzschilde zu missbrauchen.

NIKOSIA: Im türkischen Teil Zyperns haben die oppositionellen Nationalisten die Parlamentswahl mit 44 Prozent der Stimmen gewonnen. Auf die bisher regierende Republikanische Türkische Partei entfielen knapp 30 Prozent. Es wird befürchtet, dass durch den Wahlausgang die Gespräche über eine Wiedervereinigung mit dem griechischen Teil der Mittelmeerinsel erheblich belastet werden. Der Chef der Nationalen Einheitspartei, Dervis Eroglu, forderte, den Verhandlungsprozess zu überdenken. Dies könnte die Chancen der Türkei auf einen baldigen Beitritt zur Europäischen Union schmälern. Die griechischen Zyprer repräsentieren die Insel in der EU und haben erklärt, die Aufnahme der Türkei zu blockieren, so lange Zypern geteilt bleibe.

ESSEN: Der angeschlagene Handels- und Touristikkonzern Arcandor benötigt in den nächsten fünf Jahren zusätzlich zur anstehenden Refinanzierung bis zu 900 Millionen Euro für eine Sanierung des Unternehmens. Das teilte der Konzern in Essen mit. Man wolle sich künftig auf die profitablen Kernbereiche seiner Versand-Sparte und der Warenhauskette Karstadt konzentrieren. Auch das Touristikgeschäft Thomas Cook soll fortgeführt werden. Dafür sollen mehrere Karstadt- Filialen und die drei Premium-Häuser - KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg und der Oberpollinger in München - ausgegliedert werden. Auch 115 Quelle-Technikcenter und 1.500 Quelle- Shops zählen nicht mehr zum Kerngeschäft und gelten als sanierungsbedürftig.

ERFURT: Thüringens CDU-Ministerpräsident Dieter Althaus hat vier Wochen nach seinem schweren Skiunfall seine Schuld am Tod einer 41-jährigen Frau eingestanden. Dies belaste ihn, und er trage schwer daran, sagte er in Erfurt. Inzwischen fühle er sich körperlich wieder fit, um seine Amtsgeschäfte als Ministerpräsident und CDU-Chef wieder wahrzunehmen. An Rücktritt habe er nie gedacht. Althaus ist auch Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahl. Der Politiker war am Neujahrstag auf einer Skipiste mit einer Frau zusammengestoßen, die an den Unfallfolgen starb. Ein Gericht in Österreich hat ihn deshalb wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt.

PEKING: Im Streit um die Nuklearprogramme in Nordkorea und im Iran hat der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohammed El-Baradei, zu baldigen Verhandlungen aufgerufen. Nordkorea sei nach seiner Einschätzung in der Lage, das eingefrorene Atomprogramm innerhalb von wenigen Monaten wiederaufzunehmen, sagte er anlässlich einer internationalen Tagung zur Zukunft der Kernenergie in Peking. Die Regierung in Pjöngjang hatte dies angedroht, nachdem der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ihren jüngsten Raketen-Test verurteilt hatte. Auch die iranische Führung forderte El-Baradei auf, den Konfrontationskurs aufzugeben und Gespräche mit dem Westen zu suchen. Bei der Konferenz in Peking diskutieren Energieminister aus 65 Ländern unter anderem über den weltweiten Energiebedarf, über neue Nukleartechnik sowie über den Umgang mit Atommüll.

KINGSTON: Ein Bewaffneter hat auf dem Flughafen von Montego Bay in Jamaika ein Flugzeug mit annähernd 180 Insassen in seine Gewalt gebracht und die Besatzung als Geiseln genommen. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden inzwischen alle Passagiere unverletzt freigelassen. Fünf Crew-Mitglieder seien noch an Bord. Über mögliche Forderungen des Geiselnehmers mit vermutlich lateinamerikanischer Abstammung ist bislang nichts bekannt. Die kanadische Boeing 737 sollte ursprünglich vom Flughafen Sangster nach Halifax in Kanada fliegen.

ROM: Nach tagelangem Streit hat sich die italienische Regierung bereiterklärt, 140 Flüchtlinge aufzunehmen, die auf einem türkischen Schiff vor der Insel Lampedusa ausharren. Der Frachter "Pinar" hatte die Menschen am Donnerstag rund 80 Kilometer von der Insel entfernt in maltesischem Zuständigkeitsgebiet aus Seenot gerettet. Über die Nationalität der Flüchtlinge wurden noch keine Angaben gemacht. Italiens Außenminister Franco Frattini erklärte, seine Regierung habe sich aus humanitären Gründen zur Aufnahme entschieden. Eigentlich wäre Malta zuständig gewesen. Die Vereinten Nationen hatten an Rom appelliert, sich um die Flüchtlinge zu kümmern, da die Situation an Bord des Schiffes zunehmend problematisch geworden sei.

LONDON: Im Alter von 78 Jahren ist der britische Schriftsteller James Graham Ballard gestorben. Einem breiten Publikum wurde Ballard mit dem autobiografischen Buch "Das Reich der Sonne" bekannt, das seine Kindheit in Shanghai und den Einmarsch der japanischen Truppen nach dem Überfall auf Pearl Harbour schildert. Die Geschichte wurde durch US-Regisseur Steven Spielberg verfilmt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Sonnig und meist trocken. Nach Süden hin Aufzug von Quellwolken und örtlich Schauer. Höchstwerte acht bis 22 Grad.

Zuletzt meldeten bei meist wolkenlosem Himmel:

Hamburg: 7°;
Berlin: 8°;
Dresden: 9°;
Köln/Bonn: 12°;
Frankfurt am Main: 13° und
München: 14°.

Audio und Video zum Thema