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Nachrichten

Montag, 2. Oktober 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag

WIEN: Nach dem überraschenden Wahlsieg der Sozialdemokraten in Österreich will die SPÖ den nächsten Bundeskanzler stellen. Der SPÖ-Vorsitzende Alfred Gusenbauer bekräftigte den Führungsanspruch seiner Partei. Zugleich kündigte er an, mit der konservativen Volkspartei des amtierenden Kanzlers Wolfgang Schüssel Koalitions- Verhandlungen aufnehmen zu wollen. Nach dem vorläufigen Endergebnis hatten die Sozialdemokraten bei der Parlamentswahl mit 35,7 Prozent die meisten Stimmen erzielt. Die Volkspartei fiel um mehr als acht Punkte auf 34,2 Prozent. Drittstärkste Kraft wurde am Sonntag die rechtsgerichtete FPÖ vor den Grünen. Nur knapp die Vier-Prozent- Hürde überspringen konnte Schüssels bisheriger Koalitionspartner, das 'Bündnis Zukunft Österreich'.

BRASILIA: Die Entscheidung über den künftigen brasilianischen Präsidenten fällt erst in einer Stichwahl Ende Oktober. Wie die Wahlbehörde in Brasilia mitteilte, verpasste der linksgerichtete Amtsinhaber Luiz Inacio Lula da Silva in der ersten Runde am Sonntag knapp die absolute Mehrheit. Er muss nun in knapp vier Wochen gegen seinen schärfsten Herausforderer Geraldo Alckmin von der oppositionellen Sozialdemokratischen Partei antreten.

KABUL: In der afghanischen Hauptstadt hat sich erneut ein Selbstmord-Anschlag ereignet. Nach Polizei-Angaben zündete der Attentäter seinen Sprengsatz in der Nähe eines Konvois der internationalen Schutztruppe ISAF. Dabei seien drei Soldaten und drei Zivilisten verletzt worden, teilte ein Militärsprecher mit.

GAZA-STADT: Nach blutigen Ausschreitungen im Gazastreifen hat Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas die rivalisierenden Gruppen zum sofortigen Ende der Gewalt aufgerufen. Es könne nicht zugelassen werden, dass die Palästinensergebiete in einen Bürgerkrieg abrutschten, erklärte Abbas. Die Verantwortlichen müssten ermittelt und bestraft werden. Bei schweren Zusammenstößen zwischen Anhängern der Palästinensergruppen Hamas und Fatah waren am Sonntag mindestens acht Menschen getötet worden, etwa 100 wurden verletzt.

MÜNCHEN: Der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber hat die Ankündigung des Siemens-Vorstands begrüßt, nach der Pleite des Handyherstellers BenQ auf die geplante 30-prozentige Gehaltserhöhung zu verzichten. Huber sagte, der Beschluss nehme etwas Gift aus der Situation. Der CSU-Politiker nannte es eine Selbstverständlichkeit, dass der Münchner Technologie-Konzern einen Fonds von 30 Millionen Euro angekündigt habe, um Härten bei Entlassungen in der ehemaligen Handysparte zu mildern. Huber rief Siemens-Chef Klaus Kleinfeld auf, zu dem Vorwurf Stellung zu nehmen, die Handy-Sparte sei an den taiwanischen BenQ-Konzern verkauft worden, damit dieser den Bereich schließe.

BERLIN: Zwei zentrale Streitpunkte der Gesundheitsreform stehen an diesem Montag auf der Programm einer Expertenrunde, die in Berlin unter Leitung von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt zusammentritt. Die Runde sucht nach Kompromissen beim Umbau der privaten Krankenversicherung und beim Finanzausgleich der Krankenkassen. Entscheidungen dürften erst am Mittwoch auf dem Spitzentreffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Kurt Beck fallen. Derweil berichtet die "Leipziger Volkszeitung", aus Unmut über den Kurs Merkels wollten sich mehrere Ministerpräsidenten der Union stärker von der Kanzlerin und der großen Koalition abgrenzen. Die Regierungschefs von Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Hessen und des Saarlands hätten eine Politik der Abschottung angekündigt.

BERLIN: Der ostdeutsche Filmregisseur Frank Beyer ist tot. Er starb in Berlin nach längerer Krankheit im Alter von 74 Jahren. Beyer zählte zu den bedeutendsten Regisseuren der DDR. Bekannt wurde er auch international vor allem mit dem 1965 verbotenen Film "Spur der Steine". Sein Film "Jakob der Lügner" aus dem Jahr 1974, die Verfilmung eines Romans von Jurek Becker, wurde als einziger Film aus der DDR für einen Oscar nominiert.

BUDAPEST: Nach der klaren Wahlniederlage der Sozialisten bei den Kommunalwahlen in Ungarn wächst der Druck auf Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany. Oppositionsführer Viktor Orban forderte den Regierungschef zum Rücktritt auf. Gyurcsany dürfe nicht gegen den Willen der Wähler regieren, betonte Orban. Dessen konservative Fidesz-Partei konnte sich bei den Kommunalwahlen in fast allen Städten und Bezirken durchsetzen. Gyurcsany hatte kürzlich eingeräumt, gelogen zu haben, um seine Wiederwahl zu sichern. Die Kommunalwahlen am Sonntag galten daher auch als Stimmungstest für die Regierung.

TIFLIS: Im Konflikt mit Russland versucht Georgiens Präsident Michail Saakaschwili, die Spannungen herunterzuspielen. Er glaube nicht, dass die Situation so ernst sei, sagte Saakaschwili. Sein russischer Kollege Wladimir Putin habe überreagiert. Putin hatte Georgien vorgeworfen, Staatsterrorismus zu betreiben. Hintergrund ist die Festnahme von vier russischen Offizieren, die in Georgien spioniert haben sollen.

BRASILIA: Nach dem Absturz eines brasilianischen Passagierflugzeugs im Amazonas-Gebiet haben Rettungskräfte die ersten Leichen geborgen. Keiner der 155 Insassen habe das Unglück überlebt, bestätigte die Luftfahrtbehörde nach einer Untersuchung des Wracks. Die fast fabrikneue Boeing 737 der Gesellschaft GOL war am Freitag auf einem Inlandsflug abgestürzt, nachdem sie mit einem Privatjet kollidiert war.

HANOI: Der Taifun 'Xangsane' hat in Vietnam mindestens 15 Menschen in den Tod gerissen. Tausende Häuser wurden beschädigt oder zerstört, wie die Behörden mitteilten. Besonders betroffen ist die 700.000-Einwohner-Stadt Danang an der vietnamesischen Küste. Dort begannen inzwischen die Aufräumarbeiten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselhaft. Von Westen aufziehende Regenwolken. In Richtung Alpen freundlicher. Höchstwerte zwischen 17 und 23 Grad.

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