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Nachrichten

Montag, 2. Juli 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag

LONDON: Nach den fehlgeschlagenen Anschlägen in London und Glasgow sucht die britische Polizei mit Hochdruck nach mindestens einem flüchtigen Mitglied einer Terrorzelle. Landesweit gilt weiter die höchste Terrorwarnstufe. Bislang wurden fünf Personen festgenommen, unter ihnen die beiden Männer, die am Samstag mit einem brennenden Jeep in das Hauptgebäude des Glasgower Flughafens rasen wollten. Mehrere Rundfunkstationen berichteten, die Verdächtigten stammten vermutlich aus dem Nahen Osten. Innenministerin Jacqui Smith bezeichnete dies jedoch als "Spekulation". --- Auch die US-Behörden weiteten ihre Sicherheitsvorkehrungen aus. Unter anderem wurde die Zahl der so genannten Air Marshalls auf Flügen nach Europa erhöht.

BERLIN: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat nach dem Anschlag auf den Flughafen Glasgow und den Autobombenfunden in London erneut schärfere Sicherheitsgesetze in Deutschland gefordert. Es müssten die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden, um im Anti-Terror-Kampf Telefone, Mobiltelefone und Computer überwachen zu können, sagte Schäuble im Deutschlandfunk. Wer es unterlasse, in die Kommunikationsstrukturen der Terroristen einzudringen, habe den Kampf gegen solche Anschläge schon verloren, so Schäuble weiter. Es gebe aber keine Erkenntnisse, dass die Vorfälle in Großbritannien einen Bezug zu Deutschland hätten. Jedoch stehe ganz Europa im Fadenkreuz des islamistischen Terrorismus.

MADRID: Der Prozess um die Madrider Terroranschläge vom 11. März 2004 geht nach viereinhalb Monaten zu Ende. Am letzten Verhandlungstag forderte die Verteidigung unter anderem einen Freispruch für den mutmaßlichen Chefideologen der Attentäter. Der 35jährige Ägypter Rabei Osman El Sayed habe mit dem Terrorismus nichts zu tun. Beweise seien illegal beschafft und abgehörte Telefonate falsch übersetzt worden. Insgesamt sind 28 Personen angeklagt. --- Die Urteilsverkündung wird erst für Oktober erwartet. Bei den Bombenanschlägen auf Pendlerzüge im Raum Madrid waren 191 Menschen getötet worden. Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass eine islamistische Terrorzelle für das Blutbad verantwortlich war. --- Für die Hauptangeklagten hat sie jeweils fast 40.000 Jahre Haft gefordert. Davon müssten die Beschuldigten im Falle einer Verurteilung nach spanischem Recht höchstens 40 Jahre verbüßen.

WASHINGTON: Die Präsidenten der USA und Russlands, George W. Bush und Wladimir Putin, haben ihre zweitägigen Gespräche in Kennebunkport aufgenommen. Als ersten ausländischen Staatschef empfing Bush den Kremlchef auf der Sommerresidenz seiner Eltern. Bushs Vater, Ex-Präsident George Bush, brachte Putin persönlich zu dem Anwesen im Bundesstaat Maine. Das Treffen findet in familiärem Rahmen statt. Es gibt keine Dolmetscher und keine feste Tagesordnung. Es wurde erwartet, dass es bei den Gesprächen vor allem um den geplanten US-Raketenschild in Europa und die politische Zukunft des Kosovo geht. - Die russische Seite berichtete von einer "sehr freundlichen" Atmosphäre. Es habe "konkrete", auch "von Humor begleitete" Gespräche gegeben.

BERLIN: Bundespräsident Horst Köhler ist zu einem zweitägigen Besuch in Rumänien, eingetroffen. In der Hauptstadt Bukarest wurde er von seinem Kollegen Traian Basescu mit militärischen Ehren begrüßt. Auf der Tagesordnung stehen zudem Gespräche mit weiteren Spitzenpolitikern. Geplant ist auch ein Treffen mit Vertretern der deutschen Minderheit in Cibiu, dem früheren Herrmannstadt. Weitere Stationen der viertägigen Reise sind Bulgarien und das deutsche Kontingent der EUFOR-Truppen in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo.

BERLIN: Die Gewerkschaften Transnet und GDBA haben ihre Warnstreiks bei der der Deutschen Bahn nach rund sechs Stunden beendet. In mehreren Stellwerken, Bahnhöfen und Werkstätten legten Mitarbeiter des Unternehmens vorübergehend die Arbeit nieder. Die Aktionen sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. Bahnreisende und Pendler müssen sich auf Behinderungen und Verspätungen einstellen. Die Gewerkschaften fordern für die134.000 Bahn-Beschäftigten sieben Prozent mehr Lohn. Der Konzern bot bisher zwei Einkommens-Erhöhungen von je zwei Prozent. Die Gewerkschaft der Lokführer, die für einen eigenen Tarifvertrag kämpft, hat für Dienstagmorgen einen bundesweiten Streik angekündigt.

BAGDAD: Das US-Militär im Irak hat den Nachbarstaat Iran beschuldigt, irakische Milizionäre auszubilden, zu finanzieren und mit modernen Waffen auszustatten. Die iranische Al-Quds-Einheit, eine Elitetruppe der Revolutionsgarden, bilde jeweils 20 bis 60 I r a k e r im Iran aus und schicke sie als militärische "Sondergruppen" zurück in ihre Heimat, erklärte der US-Militärsprecher General Kevin Bergner vor Journalisten in Bagdad. Die obere Führungsebene in Teheran habe von all diesen Aktivitäten Kenntnis, so Bergner. In der Vergangenheit hatte der Iran ähnliche Anschuldigungen der USA vehement zurückgewiesen.

GENF: Die Vereinten Nationen sind von ihrem Ziel, das Ausmaß von Armut und Hunger bis 2015 zu halbieren, noch weit entfernt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon beklagte unter anderem ein Versagen der meisten Industriestaaten, die ihre Versprechungen bei der Entwicklungshilfe nicht eingehalten hätten. Außerdem behinderten bewaffnete Konflikte, Korruption oder Aids schnellere Erfolge. Der UN-Zwischenbericht zur Umsetzung der im Jahr 2000 beschlossenen UN-Milleniumsziele zeichnet ein widersprüchliches Bild. Zwar gebe es Fortschritte, etwa bei der Bekämpfung der extremen Armut, bei der Verringerung der Kindersterblichkeit und beim Schulbesuch. Andererseits breite sich die Aids-Epidemie weiter aus und mehr als eine halbe Millionen Frauen stürben jährlich an vermeidbaren Komplikationen während der Schwangerschaft, berichten die UN.

KARATSCHI: Pakistan hat die internationale Gemeinschaft nach der jüngsten Überschwemmungskatastrophe um Hilfe gebeten. Nach einem verheerenden Wirbelsturm und heftigem Monsun-Regen seien mehr als eine Million Menschen obdachlos. Allein im Südwesten seien 380 Menschen ums Leben gekommen, berichten lokale Medien aus der Provinz Baluchistan. Mindestens 400 Personen würden noch vermisst. --- Auch aus dem Westen Indiens werden viele Todesopfer als Folge der Monsun-Stürme gemeldet. Mindestens 43 Menschen seien im Bundesstaat Maharashtra ums Leben gekommen, mehrere Tausend habe man evakuieren müssen, teilten die Behörden in Bombay mit.

WASHINGTON: US-Präsidentschaftsanwärter Barack Obama hat in den vergangenen drei Monaten 32,5 Millionen Dollar an Spenden eingesammelt. Damit kommt der innerparteiliche Rivale von Hillary Clinton auf die höchste jemals von einem Demokraten in einem Quartal eingesammelte Summe - nur Präsident George W. Bush, ein Republikaner, erhielt einst mehr. Clinton hat ihre Spenden für das abgelaufene Vierteljahr allerdings noch nicht bekannt gegeben. Die Präsidentschafts-Kandidaten müssen alle drei Monate über ihr Spenden-Aufkommen Auskunft geben. Erst im November 2008 wird entschieden, wer Nachfolger von Bush wird. Erste Vorwahlen sind aber schon in einem halben Jahr. Die Spenden sind daher auch ein Barometer dafür, wie die Kandidaten im Rennen liegen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Bayern über die östlichen Mittelgebirge bis an die Ostsee kräftiger, teils gewittriger Regen. Im Westen und Norden Schauer und Gewitter. Höchstwerte 19 bis 37 Grad.

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