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Nachrichten

Montag, 2. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag.

KÖLN: Nach seiner Freilassung aus jemenitischer Geiselhaft hat der frühere Staatssekretär Jürgen Chrobog Vorwürfe zurückgewiesen, seine Reise in den Jemen sei leichtsinnig gewesen. Bei der Geiselnahme habe es sich um eine Stammesfehde mit der Regierung in Sanaa gehandelt und sie sei nicht gegen Deutsche gerichtet gewesen, sagte Chrobog nach seiner Rückkehr nach Deutschland. Es seien keine Forderungen an die Bundesregierung gestellt worden, und es habe auch keine Leistungen gegeben. Chrobog und seine Familie waren am Sonntag in ihre Heimat zurückgekehrt. Nach ihrer Freilassung wurde die Entführung von fünf italienischen Urlaubern bekannt. Deren Kidnapper fordern ebenfalls die Freilassung von Stammesangehörigen, die wegen Straftaten inhaftiert sind.

BERLIN: Zur Senkung der Arbeitslosigkeit setzt CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla große Hoffnungen in das umstrittene Kombilohn-Modell. Ein staatlicher Lohnzuschuss für Geringverdiener biete Langzeitarbeitslosen die Chance, in den Arbeitsmarkt zurückzukehren, sagte Pofalla im deutschen Fernsehen. Er gehe davon aus, dass das Modell aufkommensneutral eingeführt werden könne, so Pofalla. Insgesamt werde das von der Regierung geplante Maßnahmenbündel aus Kombilohn, Beitragssenkung und Lockerungen im Kündigungsschutz für Bewegung am Arbeitsmarkt sorgen.

HAMBURG: Die Gehälter der Vorstände bei gesetzlichen Krankenkassen sollen nach einem Bericht der 'Bild'-Zeitung künftig strikter begrenzt werden. Wer sein Gehalt als öffentlich-rechtlicher Bediensteter aus Zwangsbeiträgen verdiene, sei den Versicherten gegenüber zum wirtschaftlichen Umgang mit dem Geld und zur Rechenschaft verpflichtet, sagte der Präsident des Bundesversicherungsamtes, Rainer Daubenbüchel, dem Blatt. Unter andrem soll es den Managern künftig untersagt sein, gleichzeitig in den Vorständen mehrerer Krankenkassen tätig zu sein. Prämien sollen die Vorstände nur noch für besondere Leistungen erhalten.

KIEW: Mit scharfen Worten hat die Ukraine den Stopp der Erdgaslieferungen des russischen Energiekonzerns Gasprom kritisiert. Dadurch habe Russland mit der Destabilisierung der ukrainischen Wirtschaft begonnen, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Kiew. Die USA äußerten sich besorgt. Bundeskanzlerin Angela Merkel rief beide Seiten auf, ihren Streit beizulegen. In Österreich, Ungarn, Polen und der Slowakei berichteten Energie-Unternehmen über einen Rückgang der Gasmengen, die durch Pipelines durch die Ukraine geliefert werden. Gasprom hatte die Lieferungen an die Ukraine am Sonntag gestoppt.

WIEN: Deutschland und Österreich wollen anlässlich der neuen österreichischen Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union eng zusammenarbeiten. Beide Länder gingen europapolitisch Hand in Hand, versicherten Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Treffen in Wien. Wichtigstes Ziel müsse es sein, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, sagte Merkel. Dazu sollten überflüssige Regulierungen abgebaut werden. Schüssel sagte, der jüngste Kompromiss im EU-Finanzstreit sei eine gute Basis für das kommende halbe Jahr unter Österreichs Führung. Seine Wünsche seien eine größere Berücksichtigung der Balkanländer und die Wiederbelebung der EU-Verfassung.

ANKARA: Nach dem Tod eines Jungen in der Türkei hat sich der Verdacht auf Vogelgrippe nach offiziellen Angaben zunächst nicht bestätigt. Die Untersuchungen zur Ermittlung der Todesursache würden fortgesetzt, teilte das Gesundheitsministerium mit. Der 14-Jährige war am Neujahrstag in der Uni-Klinik der osttürkischen Stadt Van gestorben. Er war zusammen mit fünf anderen Patienten mit Vogelgrippe-ähnlichen Symptomen in das Krankenhaus gebracht worden. In den vergangenen Monaten hatte es in der Türkei wiederholt Fälle von Vogelgrippe bei Geflügel gegeben.

JERUSALEM: Die israelische Luftwaffe hat neue Angriffe gegen mutmaßliche Stützpunkte palästinensischer Extremisten im Gazastreifen geflogen. Ziel war unter anderem ein Gebäude nahe der Stadt Chan Junis, das nach Armeeangaben ein Treffpunkt der radikalen Al-Aksa-Brigaden ist. Diese gehören zur Fatah-Bewegung von Palästinser-Präsident Mahmud Abbas und sind für zahlreiche Raketenangriffe auf Israel verantwortlich. Die Luftwaffe beschoss auch Straßen im Norden des Gazastreifens. - Dort hatte Israel in der vergangenen Woche ein Grenzgebiet zur Pufferzone erklärt, um Raketenangriffe auf israelisches Territorium zu verhindern.

BEIRUT: Die Vereinten Nationen verstärken im Mordfall Hariri den Druck auf die Führung Syriens. Die UN-Untersuchungskommission will den syrischen Präsidenten Baschar al Assad persönlich vernehmen. Auch der frühere Vizepräsident Abdul Halim Chaddam soll vorgeladen werden. Chaddam war am Sonntag aus der syrischen Regierungspartei ausgeschlossen worden. Er hatte in einem Interview erklärt, dass Assad den früheren libanesischen Regierungschef Rafik Hariri vor dessen Ermordung im Februar 2005 bedroht habe. - Die bisherigen Ermittlungen der UN haben ergeben, dass an dem Anschlag auf Hariri ranghohe syrische und libanesische Geheimdienstbeamte beteiligt waren.

JAKARTA: Auf der indonesischen Insel Java sind durch Überschwemmungen und Erdrutsche mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Zwei Bewohner werden nach Auskunft der Behörden noch vermisst. Zudem seien im Osten Javas rund 850 Häuser und Unterkünfte zerstört oder schwer beschädigt worden. Heftige Regenfälle hatten die Katastrophe ausgelöst.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Südosten zeitweise Schneefall. Sonst bewölkt mit einzelnen Auflockerungen und meist trocken. Temperaturen zwischen minus eins und plus fünf Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 3 Grad, Nebel; Berlin: minus 3 Grad, dunstig; Dresden: minus 1 Grad, dunstig; Köln/Bonn: minus 1 Grad, Nebel; Frankfurt am Main: 3 Grad, wolkig und München: 0 Grad, Schneefall.